Basketball - DBBL-Pokal

Titelverteidiger Herner TC scheidet im Achtelfinale aus

Laura Westerik (li.) überzeugte beim Pokalaus des Herner TC in Freiburg mt 24 Punkten und sechs Steals.

Laura Westerik (li.) überzeugte beim Pokalaus des Herner TC in Freiburg mt 24 Punkten und sechs Steals.

Foto: Rainer Raffalski / FUNKE Foto Services

Herne.  Mit einem 76:85 beim USC Freiburg scheidet der Herner TC aus dem DBBL-Pokalwettbewerb aus. Nur zwei Spielerinnen halten wirkungsvoll dagegen.

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Niemand hat beim Herner TC offiziell ein „Unternehmen Titelverteidigung“ ausgerufen. Wer insgeheim jedoch darauf spekuliert hatte, der Double-Gewinner von 2019 könne auch mit einem neu formierten Team an die großartigen Erfolge der letzten Spielzeit anknüpfen, muss den ersten Traum schon begraben.

Bereits im Achtelfinale verabschiedete sich der Titelverteidiger durch eine 76:85 (46:48)-Niederlage bei den Eisvögeln USC Freiburg aus dem laufenden DBBL-Pokalwettbewerb.

„Von Defense konnte bei uns keine Rede sein“

„Wenn man 85 Punkte kassiert, kann man auf diesem Niveau kein Spiel gewinnen“, legte Marek Piotrowski den Finger in die Wunde. „Von Defense konnte bei uns keine Rede sein.“

Als Beleg verwies der HTC-Trainer auch auf die Foulverteilung: „Gegen uns wurden insgesamt 18 Fouls gepfiffen, und 13 davon verteilten sich auf drei Spielerinnen. nämlich Laura Westerik, Jordan Frericks und Ivana Brajkovic.“

Laura Westerik und Jordan Frericks von der Generalkritik ausgenommen

Zwei aus diesem Trio nahm Piotrowski ausdrücklich von seiner Generalkritik aus.

„Westerik mit 24 Punkten und sechs Steals und Frericks mit 17 Punkten und 15 Rebounds haben uns am Leben gehalten. Von den anderen kam einfach viel zu wenig. Wenn man schon keine Defense spielt, muss man den Gegner wenigstens durch Fouls ab und zu mal aufhalten.“

Schnelles, punktereiches Spiel zwischen dem USC Freiburg und dem Herner TC

Weil auch die Eisvögel keinen gesteigerten Wert auf Abwehrarbeit legten, entwickelte sich von Beginn an ein schnelles, punktereiches Spiel, das den Zuschauern im Uni-Dome richtig Spaß machte.

Nicht aber dem Herner Trainer. „Beide Mannschaften sind wild angerannt und haben versucht, besser zu treffen als der Gegner“, beschrieb Piotrowski die erste Halbzeit, in der schon fast 100 Punkte fielen.

28:22-Pölsterchen schmilzt schnell dahin

Anfangs waren es die Hernerinnen, die beim „run and gun“ ihr Visier besser eingestellt hatten. Ab der fünften Minuten setzten sie sich leicht ab und beendeten das erste Viertel mit einem 28:22-Pölsterchen. Das schmolz im zweiten Abschnitt allerdings bald dahin.

Den 27:32-Rückstand (13.) holten die Eisvögel schnell auf, übernahmen selbst die Führung und gingen mit einem minimalen Zweipunkte-Vorsprung (48:46) in die Kabine.

Eisvögel flattern davon

Nach Wiederbeginn blieb Freiburg zunächst am Drücker, ohne sich aber wirklich absetzen zu können.

Dann raffte sich der HTC auf, ließ in den letzten dreieinhalb Minuten des dritten Viertels keinen Punkt mehr zu und machte mit einem 11:0-Run aus dem 54:60 eine 65:60-Führung.

Doch wie gewonnen, so zerronnen. Zu Beginn des Schlussabschnitts fiel vier lange Minuten lang nichts mehr in den Freiburger Korb, und so flatterten die Eisvögel mit zehn Punkten in Folge wieder auf 70:65 davon.

Am Ende fehlen Kraft und Konzentration

Auch ein Dreier zum 70:68 brachte den HTC nicht zurück ins Spiel. Am Ende fehlten Kraft und Konzentration, vor allem aber formstarke Optionen von der Bank, um noch einmal entscheidend heranzukommen.

„Das ist sehr schade. Freiburg war absolut in Reichweite“, ärgerte sich Marek Piotrowski. „Wir hätten gut eine Runde weiter kommen können.“

Noch eine letzte englische Woche wartet

Jetzt wartet auf die Hernerinnen noch eine letzte englische Woche mit Reisen nach Belgien und erneut nach Freiburg, danach geht es im Normal-Rhythmus weiter.

„Dann können wir richtig trainieren und es gibt keine Ausreden mehr“, macht der Trainer Druck. Er selbst wird die Zeit nutzen, um mit seinem Co-Trainer die erste Saisonphase genau zu analysieren und daraus die notwendigen Konsequenzen abzuleiten. Ganz sicher werden auch einige Eindrücke aus Freiburg mit in diese Analyse eingehen.

Was ihm zum Beispiel gar nicht schmeckte, war die erneut schwache Freiwurfquote, vor allem aber das Verhalten unter den Brettern, wo allein Kapitänin Frericks erfolgreich um Abpraller kämpfte.

Viertel: 22:28, 26:18, 12:19, 25:11.

USC: Hart (23), Fuehring (19. 15 Rebounds), Breen (20/6 Dreier), Rodefeld (15/3), Genco (6/1), Kambach (2), Wieczorek, Nufer, Zehender, Ouedraogo, Kapitza, Meyer.

HTC: Westerik (24/1), Frericks (17, 15 Reb.), Fikiel (11/1), Rupnik (5/1), Claesson (5/1), Leonard (5), Brajkovic (5), Abaiburova (4), Schmidt, Polleros, Sannes.

Statistik (USC - HTC): Zweier: 50 % (22/44) - 46 % (22/48); Dreier: 37 % (10/27) - 33 % (5/15); Freiwürfe: 85 % (11/13) - 71 % (17/24); Rebounds: 44 (31 def., 13 off.) - 34 (26, 8); Assists: 16 - 15; Steals: 4 - 15; Fouls: 20 - 18.

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