Fussball - Oberliga Westfalen

Westfalia Herne setzt auch auf Kerem Sengüns offensive Wucht

Schnell unterwegs: Kerem Sengün (re., beim Cranger-Kirmes-Cup gegen Rene Michen vom DSC Wanne-Eickel) beackert bei der Westfalia die linke Seite.

Schnell unterwegs: Kerem Sengün (re., beim Cranger-Kirmes-Cup gegen Rene Michen vom DSC Wanne-Eickel) beackert bei der Westfalia die linke Seite.

Foto: Thorsten Tillmann / funke foto services

Gegen Holzwickede SC kämpft Westfalia Herne um den ersten Saisonsieg. Dabei soll wieder Kerem Sengün (19) auf der linken Seite für Tempo sorgen.

Kerem Sengün gibt schon Gas, seitdem er beim SC Westfalia Herne aufgekreuzt ist. Trainer Christian Knappmann hatte ihn Anfang Juli als „Kampfzwerg“ für die linke Seite angekündigt, als schnellen Spieler. Mit Tempo hat sich der Neuzugang aus der A-Jugend von RW Oberhausen auch bei der Westfalia ins Team gespielt. Für Sengün persönlich lief es insgesamt gut, er hat sich auch in die Startelf fürs nächste Heimspiel am Sonntag (15.15 Uhr, Stadion am Schloss) gespielt. Aber an einem kommt Sengün doch nicht vorbei.

Der 19-Jährige ist mittlerweile dafür bekannt, dass er zu denen gehört, die noch Extraschichten einlegen, und an den Trainingstagen ist er immer schon früher da – „,Knappi hat mir auch gesagt, dass er früher immer der erste und der letzte auf dem Platz war“, grinst er.

Das 0:1 gegen den SC Paderborn 07 II U21 ist abgehakt

Aber ob er Christian Knappmann in dieser Hinsicht schon hinter sich gelassen hat? Knappmanns Antwort fällt gut gelaunt, aber eindeutig aus: „Das schafft er nicht.“ Auch in dieser Szene ist zu merken: das 0:1 gegen SC Paderborn 07 II U21, hat das Häkchen bekommen. Kurzer Blick zurück: Die Gäste aus Ostwestfalen hatten in jeder Hinsicht ein ganz anderes Gesicht als in der vorigen Saison gezeigt. Knappmann: „Ich glaube, dass wir gegen eine Top-Oberligamannschaft ein dominantes Fußballspiel geliefert haben. Aber ohne dabei vollends überzeugt zu haben.“

Die Herner spielten ab der 50. Minute in Überzahl, aber die Paderborner machten auch zu Zehnt die Räume mit zwei Vierer-Ketten eng.

Sengün soll mit Wucht offensive Szenen einleiten

Ein Spiel, das Knappmann so oder ähnlich auch gegen Holzwickede mit seinen Konterqualitäten erwartet – und Kerem Sengün soll die linke Seite beackern. „Wir erhoffen uns zum einen, das er trotz seiner jungen Jahre mit seiner Mentalität und seinem Einsatz die anderen Spieler anzündet und mit seiner Wucht gerade auch die offensiven Szenen einleitet“, so Knappmann.

Schnell hatte sich Sengün in der Vorbereitung ins Team gespielt. „Da hat er sofort gezeigt, warum wir ihn geholt haben und er zu unserer Spielphilosophie passt.“ Knappmann skizziert fix: „Robust, extrem ausdauernd, schnell. Linker Fuß.“

Im Auftaktspiel beim 3:3 in Schermbeck wurde er durch eine Verletzung ausgebremst. Im Spiel gegen Paderborn spielte er nicht durch.

Hatte zwar ein „gutes bis sehr gutes Spiel“ gemacht, so Knappmann, „aber ich habe ihn rausgenommen, weil ich das Gefühl hatte, dass er ein bisschen kaputt war. Er hatte vorher auch nur einmal trainiert.“

Im Startblock fürs Holzwickede-Spiel

Fürs Holzwickede-Spiel hockt Sengün aber nach einer kompletten Trainingswoche im Startblock.

Mit Tempo, sagt er, habe er schon immer gespielt, und sehr schnell ist er dann auch im Team der Westfalia angekommen: „Die Mannschaft hat mich sofort gut aufgenommen, und ich kannte vorher nicht nur Enes Schick und Nico Pulver, mit denen ich zusammen in der U19 beim VfL Bochum gespielt habe. Auch sonst waren viele dabei, die ich vom Fußball her kannte.“ Seine schnelle Spielweise kommt ihm entgegen, denn neben vielen Spielsituationen sei im Vergleich zur A-Jugendbundesliga vor allem mehr Laufbereitschaft in der Oberliga gefragt. Außerdem: „Der Ball läuft viel schneller, hier wird viel mehr Tempo gemacht.“

Gegen Holzwickede spielen die Herner um die ersten drei Punkte der Saison. Dass der eine Punkt aus den Spielen in Schermbeck und gegen Paderborn zu wenig ist für die Westfalia, ist klar. Zwei – ein weiterer gegen Paderborn also – wären realistisch, so Knappmann: „Wenn wir jetzt sechs Punkte hätten – das wäre schon unverschämt. Alleine schon, wenn man das Glück hatte, am ersten Spieltag in der 94. Spielminute auszugleichen.“

Aber hinter diesen Spielen ist längst das Häkchen.

Personalien vor dem Spiel gegen den Holzwickeder SC

Wieder zurück im Kader des SC Westfalia Herne sind nach ihren Sperren Maurice Haar und Felix Fuchs. Unter anderem fallen Nicolai Pakowski, Erhan Duyar und Andreas Ogrzall aus. Manuel Dieckmann, Neuzugang von der Hammer SpVg, könnte gegen Holzwickede vielleicht zunächst auf der Auswechselbank zur Verfügung stehen.

An einer möglichen Rückkehr war zuletzt Kai Hatano interessiert, der Japaner hat bisher noch keinen neuen Verein gefunden. Allerdings müsste im Fall der Fälle immer noch die Frage nach einem weiteren Visum geklärt werden.