Fussball - Oberliga Westfalen

Wichtige Tage stehen an für den SC Westfalia Herne

Nicolai Pakowski nimmt Maß für den SC Westfalia im Spiel gegen Rot Weiss Ahlen. Der Schuss findet aber nicht sein Ziel.

Nicolai Pakowski nimmt Maß für den SC Westfalia im Spiel gegen Rot Weiss Ahlen. Der Schuss findet aber nicht sein Ziel.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Herne.  Das Geld bleibt ein Thema in dieser Woche beim SC Westfalia Herne. Am Sonntag kam der Ärger mit den Chaoten rund um das Spiel gegen Ahlen hinzu.

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Seine Spieler waren schon viel gerannt im Oberliga-Spiel des SC Westfalia Herne gegen Rot Weiss Ahlen – wenn auch vergeblich. 0:1 hat die Westfalia verloren. Aber auch Hernes Trainer Christian Knappmann war viel unterwegs.

Dass er in der zweiten Halbzeit kurz die Coaching Zone verließ, fand übrigens die ausdrückliche Zustimmung von Schiedsrichter Fabian Maibaum, wie Knappmann hinterher erzählte.

Begegnung stand kurz vor dem Abbruch

Denn Knappmann machte sich sofort auf den Weg, als einige Chaoten angefangen hatten, auf der Tribüne des Stadions am Schloss ein Feuerwerk zu entfachen.

Knappmann lief – wie auf der Tribüne der Vorsitzende Uwe Heinecke – auf sie zu, forderte sie auf, damit aufzuhören. Mehr gezündelt wurde dann nicht. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätte Schiedsrichter Maibaum die Begegnung abgebrochen. Das, so Knappmann, habe ihm der Unparteiische gesagt.

Ein Fall für das Sportgericht des Verbandes

Der Westfalia jedoch droht eine Strafe. Der Fall werde vor dem Verbandssportgericht verhandelt, bestätigte Oberliga-Staffelleiter Reinhold Spohn am Montag.

Bei der Westfalia machen sie sich gerade wegen ihrer finanziellen Situation Gedanken um einen Sanierungsplan – und jetzt das. Knappmann kommentierte am Sonntag spät abends via Facebook: darauf habe er „keinen Bock mehr“.

„Einige nutzen die Tradition als Deckmantel“

Das war auch noch am Montag in Bezug auf die nicht-sportlichen Vorfälle des Vortags so, aber der Trainer stellte fest: er stelle sich weiterhin seiner Verantwortung gegenüber der Mannschaft – den „Jungs“ – und dem Großteil der Herner Anhänger.

Für das, was Chaoten vor dem Spiel und bei der Zündelei währenddessen am Sonntag hatten, fehlt ihm jedes Verständnis. Knappmann sagt: „Und das ist vor allem ein Problem der so genannten Traditionsvereine. Da nutzen einige die Tradition als Deckmantel, um ihren Frust und ihre Aggressionen an anderen auszulassen. So etwas findet man nicht bei Vereinen wie dem ASC 09 Dortmund oder dem SV Schermbeck.“ (Mehr über die Vorfälle vom Sonntag hier)

„Christian Knappmann“-Rufe vom Gäste-Anhang

Nach dem Schlusspfiff war Knappmann weiter unterwegs. Bevor Hernes Trainer noch jeden Ahlener Spieler beglückwünschte, ging er noch in die Kurve zu den Ahlener Gästefans, die ausschließlich zum Anfeuern ihres Teams nach Herne gekommen waren – verabschiedet wurde Hernes Coach vom Gäste-Anhang mit „Christian Knappmann“-Rufen.

Etwas Zeit für den Blick aufs Sportliche blieb Knappmann dann am Montag auch noch und er lobte die Mannschaft für die Leistung am Sonntag: „Und das in der jetzigen Situation. Man darf sich gar nicht ausmalen, was möglich wäre, wenn alles normal laufen würde.“ Läuft es aber seit Wochen nicht. Die Spieler und Trainer warten weiter auf ihr Geld, und Westfalia-Kapitän Maurice Temme erklärt: „Im Moment ist es schwer für uns, die Situation zu bewerten.“

Verhandlungen mit dem Verband

Der Großteil der Mannschaft, so Temme, habe eine Mahnung per Brief an den Vorsitzenden Uwe Heinecke geschrieben. Seit vorigen Freitag sind drei Monate lang keine Gelder gezahlt worden. Vorsitzender Heinecke kündigte auf Nachfrage aber Zahlungen noch für diese Woche an.

An diesem Mittwoch, so Heinecke, verhandele er außerdem mit dem Verband über zu leistende Zahlungen der Westfalia. Die Mannschaft ist am kommenden Wochenende spielfrei. Aber einige wichtige Entscheidungen stehen an.

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