Rudern

Wolfgang Popp vom RV Emscher holt sich das Masters-Gold

Wolfgang Popp nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft in Hamburg.

Wolfgang Popp nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft in Hamburg.

Foto: Jeanette Popp / RV Emscher

Ruderer Wolfgang Popp (RV Emscher Wanne-Eickel/Herten) ist Deutscher Meister in der AK65. Er hat ein Erfolgsrezept, das auch seine Gegner kennen.

Wolfgang Popp hat ein Erfolgsrezept. Das hat ihm zuletzt auch wieder geholfen, als es in Hamburg um die Deutsche Ruder-Meisterschaft der Masters in der Altersklasse 65 ging – Wolfgang Popp, Ruderer des RV Emscher Wanne-Eickel/Herten, ist zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft in dieser Altersklasse gefahren. Wie er das gemacht hat, ist mittlerweile auch seinen Gegnern nur zu gut bekannt. Aber auch in Hamburg führte kein Weg an dem Einer des RV-Emscher-Ruderers vorbei.

Im Finale lag Wolfgang Popp auf der 1000 m-Strecke zurück, war bei 750 geruderten Metern noch Dritter, um dann aber zum Ende des Rennens anzuziehen. Popp schlug über die letzten 250 m zum Schlussspurt an und hatte im Ziel die Bugspitze knapp vorn. Der Ruderer aus dem Ruhrgebiet hatte in 4:18,05 den Titel geholt vor Ernst Pawlowsky (Gießener Ruder-Club „Hassia“ 1906), der mit der Zeit von 4:18,86 ins Ziel kam.

Die Renntaktik, die jeder kennt

Wer bei Wolfgang Popps Erfolgsrezept an einen anderen Sportler denkt, Fußballer Arjen Robben und seinen Zug in die Mitte vor den gegnerischen Sechzehner zum Torschuss, liegt zumindest vom Prinzip her nicht ganz falsch. Denn über seine eigene Renntaktik sagt Wolfgang Popp, was auch für Robbens Finte galt: „Die kennt jeder. Aber keiner kann sich wehren.“

Auch in Hamburg fuhr Popp erst mal hinterher, um dann mit 30 Schlägen zum Sieg zu spurten. Deshalb: „Wer nur bis zu zwei Längen vor mir liegt, lebt gefährlich.“

Deutsche Masters-Meisterschaft erst zum zweiten Mal ausgetragen

Die Deutschen Meisterschaften der Masters sind erst zum zweiten Mal überhaupt ausgetragen worden. Im Vorjahr hatte der Emscheraner nicht teilgenommen, dieses Mal hatte er sich kurzfristig dazu entschieden – die Deutsche Masters-Meisterschaft im Einer war das Ergebnis.

Vor fünf Jahren war er in den Einer umgestiegen, hatte zuvor für die Essener Vereine RC Baldeneysee und Etuf sowie den RV Oberhausen bereits Titel im Junioren- und auch Herren-Bereich gewonnen, aber immer mit der Mannschaft. 1985 wurde Wolfgang Popp noch für den Etuf Essen Deutscher Vizemeister im Zweier mit Steuermann, zwei Jahre später wechselte er zu den Masters. Nach der ersten Niederlage gegen eine Juniorenmannschaft, das habe er sich damals vorgenommen, wollte er aufhören.

Seit 52 Jahren im RV Emscher

Aber nicht mit dem Rudersport an sich. Seit 52 Jahren trainiert Wolfgang Popp, Jahrgang 1954, beim RV Emscher. Auch heutzutage noch sechsmal die Woche, mit den Jugendlichen des Vereins. Die Arbeit und Termine für seine Versicherungsagentur konnte sich der jetzige Rentner während seiner Berufsjahre immer so einteilen, dass er nachmittags trainieren konnte.

Im Masters-Finale AK 65 in Hamburg war das Teilnehmerfeld um einiges überschaubarer als es demnächst, Anfang September, in Ungarn sein wird. Dort finden die World-Masters der Ruderer statt.

Gut 5000 Rudersportler beim World-Masters in Ungarn

Ein Treffen von etwa 5000 Rudersportlern aus aller Welt, Wolfgang Popp bisher hat für drei Rennen dort jeweils im Einer gemeldet – bei bis zu 100 Meldungen pro Wettbewerb werden die acht Bahnen jeweils mehrfach belegt.

Bei diesen Rennen und vor allem auf deren Schlussmetern wird es so sein für Wolfgang Popp wie im Training, bei seinen vielen bisherigen Regatten und zuletzt beim Masters-Finale in Hamburg: „Bei den letzten Schlägen wird es interessant, wenn’s eigentlich nichts mehr geht.“

Ein Erfolgsrezept als offenes Geheimnis. Wohl niemand von Wolfgang Popps Gegnern dürfte sagen, er habe davon nichts gewusst.

Lovis Heinrich mit Uni-Achter für Hochschul-WM qualifiziert

Der RV-Emscher-Ruderer Lovis Heinrich belegte bei der ebenfalls in Hamburgausgetragenen Deutschen Hochschulmeisterschaft den ersten Platz im Achter der Uni Aachen.

Damit hat sich die Mannschaft für die Hochschul-WM qualifiziert.

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