Segway-Polo

Butterflies ohne Zukunftsängste

An  ihre letzten Erfolge, wie Platz vier bei der WM 2019 in Stockholm, können die Butterflieserst im nächsten Jahr wieder anknüpfen.

An ihre letzten Erfolge, wie Platz vier bei der WM 2019 in Stockholm, können die Butterflieserst im nächsten Jahr wieder anknüpfen.

Foto: Privat

Hemer.  Die Segway-Produktionseinstellung löst keine Besorgnis aus. Bundesligasaison 2020 ist gestrichen.

Eigentlich würden jetzt die Vorbereitungen für den Heimspieltag am 26. Juli anlaufen, denn dann wären die Hemer Butterflies Gastgeber eines Turniertages der Segwaypolo-Bundesliga. Doch die Meisterschaftsserie, an der auch die Teams aus Hannover, Mellendorf, Lohmar, Solingen, Balve und Bielefeld teilgenommen hätten, wurde vor einigen Tagen abgesagt.

Bei den Hemeranern stößt das auf Verständnis. „Wir sind deutschlandweit unterwegs, und an einigen Standorten sind die Plätze noch gar nicht wieder freigegeben. Es ist wohl besser so“, meint Thomas Averhage, der Mannschaftskapitän der Butterflies. Diese hätten in Corona-Zeiten auch nicht ihr komplettes Aufgebot zusammen bekommen, denn der in Hagen studierende und aus Brasilien stammende Marcelo Andreatini sitzt noch in seiner Heimat fest. Und Averhage selbst muss schon von Berufs wegen sehr achtsam sein. Erst ist bei der Feuerwehr beschäftigt und hat die Auflage zu erfüllen, nicht mit zu vielen Menschen zusammen zu kommen. „In solchen Situationen muss einem natürlich klar sein, dass Segwaypolo keine Hauptrolle spielt.“

Testspiele sollen jetzt eine reguläre Saison ersetzen

Wegen der Renovierungsarbeiten in der Overhoff-Arena am Damm sind die Butterflies seit vier Wochen auf dem Westiger Sportplatz aktiv und wollen mit den Kollegen aus Solingen auch Testspiele vereinbaren. Mehr als zehn bis 14 Spieler müssen dazu nicht zusammenkommen, und auf Umkleide- und Duschräume könnte man nach Averhages Worten zur Not verzichten. Besonders wichtig ist ihm jedoch, dass aus den eigenen Reihen immer genügend Akteure vor Ort sind, um beim Training Vier gegen Vier spielen zu können.

Heiß diskutiert hat man in den letzten Wochen im Mannschaftskreis die angekündigte Produktionseinstellung bei der US-Firma Segway. Vereinzelt wurde bereits über das Ende der Sportart spekuliert, doch in dieser Hinsicht ist man in Hemer - und nicht nur dort - sehr entspannt. „Unsere Segways sind vom Baujahr 2009, Verschleißteile kann man austauschen und ansonsten geht nichts kaputt“, erläutert Thomas Averhage. Er sieht in den nächsten zehn Jahren keinerlei Versorgungsengpässe, kann sich allerdings auch vorstellen, die Sportart in E-Polo umzubenennen und auf ähnliche Sportgeräte anderer Hersteller umzusteigen. „So lange die Chancengleichheit gewährleistet ist, wäre das kein Problem.“

In Hemer sind Sportgeräte in einem guten Zustand

In Hemer sind die Segways gut in Schuss, Vereinsmitglieder mit handwerklicher Erfahrung erledigen die etwaigen Reparaturen, und bei abgefahrenen Reifen kann man im Online-Handel mühelos fündig werden. Eine Frage bleibt jedoch: Wie versorgt man mögliche Neuzugänge? Averhage kann sich beispielsweise vorstellen, vorsorglich gebrauchte Geräte zu kaufen, etwa von Anbietern der Segway-Touren.

Im Moment sind die Sportgeräte jedoch die geringste Sorge der Aktiven, die wegen des Ausfalls der aktuellen Serie bereits auf 2021 schauen. Natürlich soll es dann auch eine internationale Meisterschaft geben, nachdem die in Balve geplante EM in diesem Jahr gestrichen wurde. Ob eine Europa- oder Weltmeisterschaft ausgetragen wird, ist noch nicht entschieden, aber es spricht nach Thomas Averhages Überzeugung einiges dafür, dass auf die Butterflies keine große Anreise zukommen wird. „Die Balver wären in diesem Jahr der Ausrichter gewesen, und deshalb ist es eigentlich logisch, dass sie auch 2021 den Zuschlag bekommen.“

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