Rollhockey

Die ERGI steht vor einer ungewissen Zukunft

Rollhockey-Bundesligist ERG Iserlohn hat aktuell noch keine spielfähige Mannschaft beisammen.

Rollhockey-Bundesligist ERG Iserlohn hat aktuell noch keine spielfähige Mannschaft beisammen.

Foto: Max Winkler

Iserlohn.  Derzeit gibt es bei den Männern keine spielfähige Mannschaft, Neuzugänge werden daher dringend benötigt.

Die letzte Saison Corona bedingt abgebrochen, die nächste noch weit entfernt: Zeit genug also, um die Weichen für die Zukunft zu stellen. Doch das gestaltet sich im Falle des Rollhockey-Bundesligisten ERG Iserlohn ausgesprochen schwierig und treibt den Verantwortlichen die Sorgenfalten auf die Stirn. Fünfter war der Ex-Meister, als der Schlussstrich unter die Serie 2019/2020 gezogen wurde, aber ob eine solche Platzierung in der nächsten Saison noch möglich ist, erscheint zweifelhaft.

Aktuell ist nicht einmal gesichert, dass es in Iserlohn überhaupt eine erstligataugliche Männermannschaft geben wird. „Wenn in dieser Woche eine Entscheidung fällig gewesen wäre, hätten wir nicht melden können“, verweist der Vorsitzende Ralf Henke auf ein Treffen mit der Mannschaft, in dem Klartext geredet wurde. Aus beruflichen Gründen hatten schon vor längerer Zeit die Nationalspieler Kai Milewski und Nils Hilbertz sowie Torhüter Lukas Kost ihr Ausscheiden nach der Saison angekündigt. Und jetzt erklärte auch Timon Henke, dass er wegen einer beruflichen Weiterbildung kürzer treten muss und ab Herbst wohl nicht mehr zur Verfügung stehen wird.

Somit bleiben vom bisherigen Kader noch die Torhüter Patrick Heise und Fabio Silva sowie die Feldspieler Sergio Pereira, Christopher Hegner und Marco Aleixo. Der Jugendliche Cristiano Neves soll allmählich an die erste Mannschaft herangeführt werden. „Wir brauchen vier bis fünf neue Leute, und in den nächsten vier Wochen muss sich etwas tun“, betont der Klubchef.

Kontakte gibt es genug, nur lassen die Zusagen auf sich warten. Die ERGI steht in Verbindung mit den Ligarivalen IGR Remscheid und RSC Cronenberg, die einen relativ großen Kader haben, so dass einige Akteure eher wenig Spielanteile bekommen werden. „Wenn jemand für ein, zwei Jahre nach Iserlohn kommt, um Spielpraxis zu sammeln, ist das eigentlich für alle Beteiligten sinnvoll“, meint Henke.

Bis Ende Juni sollen die Weichen gestellt sein

Über Sergio Pereira hat der Verein überdies Kontakt zu drei Portugiesen, die sich offenbar einen beruflichen Neustart in Deutschland vorstellen können. „Wenn wir ihre Qualifikationen kennen, werden wir sehen, welche Hilfestellung möglich ist“, sagt der Vorsitzende, der Ende Juni Klarheit über die personellen Perspektiven haben will. Die endgültige Mannschaftsmeldung wird zwar erst im August notwendig sein, wenn auch die Wechselfrist abläuft, doch so lange will man mit den zentralen Weichenstellungen nicht warten. Dass ein Rückzug des neunfachen deutschen Meisters unbedingt vermieden werden soll, liegt auf der Hand.

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