Tennis

Ein Familienverein setzt auf die Jugend

Ulrich (re,) und Cedric Kleymann freut der Aufschwung bei Weiß-Blau Hemer

Ulrich (re,) und Cedric Kleymann freut der Aufschwung bei Weiß-Blau Hemer

Foto: Willy Schweer

Hemer.  Der Tennisclub Weiß-Blau Hemer erlebt einen Boom nach der Durststrecke und hat in den nächsten Jahren viel vor

In den 1990er Jahren, als die Jungsenioren des Vereins von Erfolg zu Erfolg eilten, war Weiß-Blau Hemer dank etlicher Meistertitel auch in der nationalen Tennisszene eine bekannte Größe. 1997 standen rund 450 Mitglieder in der Kartei, die Finanzkraft war beträchtlich, weil drei Viertel aller Weiß-Blauen Erwachsene waren, die den vollen Beitrag zahlten.

Doch die Zeiten änderten sich. Es ging abwärts, und 2009 standen die Hemeraner nach dem Ausstieg eines Vollzeittrainers am Scheideweg. „Es gab damals nur die Möglichkeit, entweder ein neues Konzept zu erstellen oder hier abzuschließen“, erinnert sich Ulrich Kleymann. Er ist ein Macher im Hintergrund, der zwar kein Vorstandsamt bekleidet, aber den Kontakt zu Stadt und Verband pflegt, sich um Öffentlichkeitsarbeit kümmert und maßgeblich an der Agenda mitgearbeitet hat, die den Weg zu einer neuen Blütezeit vorzeichnet.

2016 war ein Tiefstand bei der Mitgliederzahl erreicht

Nach 2009, als es nur noch 47 unter 18-Jährige im Verein gab, ging es noch ein Stück bergab. 2016 war mit 189 Mitgliedern ein Tiefstand erreicht, aber dann kam die Trendwende. Heute sind 260 Weiß-Blaue registriert, 125 von ihnen sind unter 18 Jahren. Der Verein hat konsequent den Schwerpunkt auf die Jugendarbeit gelegt, und das zahlt sich mehr und mehr aus. Die Trainerausbildung wurde forciert, und die qualifizierte Anleitung sollte vor allem den Jüngsten zugute kommen.

Wenn die Hemeraner zum Knuddeltennis für Kinder ab vier Jahre einladen, tummeln sich nicht selten 25 bis 30 Einsteiger beim Training. „Mit unserem Angebot für den Nachwuchs haben wir ein Alleinstellungsmerkmal in der Region“, betont Jugendwart Cedric Kleymann. Seit 2014 läuft das Projekt, das ganzjährig in der Halle stattfindet und den Kindern durch die Schulung motorischer Grundlagen den Einstieg in den Tennissport ebnen soll. Rund 2000 Euro hat der Verein in das nötige Equipment investiert. Darüber hinaus gibt es die Schul- und Kindergarten-AG, Schnupperkurse, Feriencamps oder das Kuddel-Muddel-Turnier.

Für das laufende Jahr war der Terminkalender gut gefüllt, doch Corona durchkreuzte die Pläne. Nun hofft man, ab September wieder einige Aktionen starten zu können. Denn an der Zielsetzung hat sich nichts geändert. „Wir wollen der lebendige Verein sein, der den Fokus auf Kinder, Jugendliche und Familien legt“, sagt Ulrich Kleymann.

Ganzjährig bespielbare Außenplätze auf der Agenda

Bis 2024 will man die 300-Mitglieder-Marke überschritten haben, und die Hälfte aller Beitragzahler soll unter 18 sein. Mehr aktive Tennisspieler rücken aber zwangsläufig aktuelle Probleme in den Blickpunkt, deren Lösung Geld kostet. Das Klubheim muss renoviert werden, zudem ist die Modernisierung der Außenplätze dringend erforderlich. Bis 2022 hat der Vorstand einen Investitionsbedarf von 373.000 Euro ermittelt und sich um Zuschüsse im Rahmen des NRW-Projekts „Moderne Sportstätten“ beworben. Bewilligt wurden rund 75.000 Euro, und in einem ersten Schritt will man im Klubheim Hand anlegen.

Ulrich Kleymann ist allerdings davon überzeugt, dass der Verein enorm profitieren würde, wenn man die Außenplätze bei der Modernisierung ganzjahrestauglich machte. „Man braucht zwar einen anderen Platzaufbau, der teurer ist, aber das lohnt sich.“ Denn dann könnte man auch im Winter draußen spielen, was angesichts der drohenden Engpässe in der Halle helfen würde. Neues Flutlicht wird damit allerdings auch erforderlich.

Qualitativ gute Plätze würden dem Verein zudem wieder die Möglichkeit eröffnen, Turniere auszurichten. Die Teilnahme wäre für die Talente aus den eigenen Reihen der nächste Entwicklungsschritt neben dem Ligenbetrieb in ihren Altersklassen. Die Hemeraner, bei denen derzeit nur die Herren in der Bezirksklasse spielen und ansonsten auf Kreisebene agiert wird, können mit ihren zehn Jugendmannschaften auf einen kontinuierlichen Aufbau hoffen und beizeiten auch höhere Spielklassen anpeilen. „Das kann sich so ergeben, aber das ist nicht unser primäres Ziel“, erläutert Cedric Kleymann. Die breitensportliche Ausrichtung, der Fokus auf Nachwuchs und Familie prägen die weiß-blaue Agenda für die nächsten Jahre. Tennis als Erstsportart zu betreiben, soll für immer mehr Kinder dank des umfassenden Angebots auf der Anlage an der B7 in Hemer selbstverständlich werden.

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