Gesundheit

Fitnessbranche hat Maßnahmenkatalog fertig

Silke Brehl, Kursleiterin bei „PhysioAktiv“, kann derzeit nur Übungen für ein Video demonstrieren. Training findet weiterhin nicht statt.

Silke Brehl, Kursleiterin bei „PhysioAktiv“, kann derzeit nur Übungen für ein Video demonstrieren. Training findet weiterhin nicht statt.

Foto: Privat

Hemer.  Die Studios wären für die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes gerüstet, wenn die Politik es zuließe.

Viele Sportvereine verbinden die nächste große Corona-Konferenz der Spitzenpolitiker an diesem Mittwoch mit der Hoffnung, dass ihnen eine Perspektive für die Wiederaufnahme des Übungsbetriebes eröffnet wird. Der Deutsche Olympische Sportbund hat in Zusammenarbeit mit den nationalen Fachverbänden bereits Leitlinien erstellt , wie in den einzelnen Sportarten eine schrittweise Rückkehr zur Normalität gelingen kann.

Physiotherapie läuft weiter, und viele wissen es nicht

Aber neben den Vereinen wartet auch die Fitnessbranche auf grünes Licht aus der Politik. „Ehrlich gesagt hält sich mein Optimismus in Grenzen, dass sich sehr schnell etwas ändert“, sagt André Horn, Inhaber von „PhysioAktiv“ in Hemer. So wie alle Kollegen hat er sein Angebot seit Mitte März drastisch einschränken müssen, Fitnesstraining findet seither überhaupt nicht statt. Physiotherapeutische Maßnahme werden jedoch weiterhin angeboten, was vielen Kunden und Patienten aber offenbar gar nicht bewusst ist. „Die glauben, alles sei geschlossen und bleiben zu Hause. Und das verschärft unsere Lage.“

Der Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheitsanlagen hat bereits eindringliche Appelle an die Politik gerichtet, eine Öffnung zu ermöglichen. André Horn hat die vom Verband genannten Voraussetzungen studiert und ist sicher, diese erfüllen zu können. „Wer in einen Baumarkt geht, setzt sich keinem größeren Risiko aus, als wenn er zu uns zum Training kommt.“ Er hat für seinen Betrieb einen Maßnahmenkatalog erstellt, mit dem sich die Infektionsgefahr minimieren ließe. Plexiglaswand an der Anmeldung, Mundschutz für alle Mitarbeiter, Begrenzung der Anzahl zeitgleich trainierender Sportler, Sperrung einzelner Geräte, um den Abstand einzuhalten. „Wir könnten etwa einen roten Punkt verwenden. Dort dürfte dann nur trainiert werden, wenn links und rechts niemand aktiv ist.“ Dass die Hygienemaßnahmen eingehalten und alle Trainingsgeräte ständig desinfiziert werden, fügt er als Selbstverständlichkeit hinzu. Ebenso die Schließung von Umkleide- und Duschräumen.

„Ich höre von vielen Kunden, dass sie über Beschwerden klagen, weil ihnen das Training fehlt“, sagt Horn. Er ist froh, dass es seit der Schließung kaum Kündigungen gab, beklagt aber das Ausbleiben der angekündigten Soforthilfe. „Der Bewilligungsbescheid kam am 28. März, aber ich habe noch keinen Cent gesehen. Und anderen Betrieben geht es genauso.“ Darüber hinaus hält er es für notwendig, die lokalen und regionalen Unterschiede bei den Infektionszahlen zu beachten. „In Hemer haben wir doch nur wenige Fälle. Die Wahrscheinlichkeit, dass man sich beim Training infiziert, ist wirklich gering.“

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