Tainingsstart

Mit gebührendem Abstand und Disziplin

Genügend Abstand einzuhalten, ist beim derzeitigen Training der HTV-Nachwuchsmannschaften Pflicht.

Genügend Abstand einzuhalten, ist beim derzeitigen Training der HTV-Nachwuchsmannschaften Pflicht.

Foto: Willy Schweer

Hemer.  Im Felsenmeerstadion kehren der TV Deilinghofen und der HTV Hemer in den Trainingsalltag zurück.

Zur intensiven Rasenpflege wäre im Felsenmeerstadion während der Corona-Zwangspause eigentlich genügend Zeit gewesen. Doch die Stadt Hemer wünschte solche Arbeiten nicht, was sich nach der Rückkehr der Sportlerinnen und Sportler natürlich bemerkbar macht. Die unebene Wiese macht vor allem den Handballern des HTV Hemer zu schaffen, die seit einigen Tagen neben den Leichtathleten des TV Deilinghofen auf der Anlage ihren Trainingsbetrieb wieder aufgenommen haben.

Bereits in der letzten Woche startete der TVD die ersten Schritten zurück in die Normalität, nachdem im Stadion alle Vorkehrungen zur Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln getroffen waren. Laufwege wurden markiert, ebenso eine Zone zum Abstellen von Trainingstaschen. Die Umkleideräume sind verschlossen, es kann nur eine Toilette genutzt werden, und natürlich ist auch Desinfektionsmittel vorhanden. Beim TVD hat man sich entschlossen, die Altersstufen von der U12 an aufwärts wieder zum Training zu bitten, und die ersten Eindrücke sind positiv.

An den drei Trainingstagen ist die U12 von 16 bis 17.45 Uhr im Einsatz, um 17 und 18 Uhr starten die älteren Aktiven in ihr Programm. „Wichtig war, dass wir beim Aufwärmen oder bei der Laufschule nicht zu viele Leute gleichzeitig auf dem Platz haben. Ansonsten ist die Anlage groß genug, um immer die Abstände einzuhalten“, berichtet der sportliche Leiter und Trainer Christian Ritter. Ob Lauf, Wurf oder Sprung: In Fünfergruppen wird beim TVD derzeit trainiert. Dabei hat Ritter bereits festgestellt, dass die Fitness vieler Aktiver in der Pause gelitten hat.

Dagegen kann nun etwas unternommen werden, wenngleich es schwierig ist, die passenden Trainingsinhalte zu wählen. Wettkämpfe sind schließlich nicht in Sicht, und der Trainer stellt sich darauf ein, dass sich in diesem Jahr daran auch nichts ändert. Das für den 10. Juli geplante Abendsportfest hat der TVD zwar noch nicht abgesagt, aber um alle Bestimmungen für die Durchführungen von Wettkämpfen zu erfüllen, ist das Felsenmeerstadion zu klein. Die Leichtathleten lassen sich überraschen, welche Lockerungen im nächsten Monat folgen. Dann könnte auch der jüngste Nachwuchs auf die Laufbahn zurückkehren. „Morgens keine Schule, aber nachmittags Training: Das passt nicht zusammen“, begründet Christian Ritter die anhaltende Zwangspause für die Jüngsten.

Für die Jüngsten ist der Sportplatz noch tabu

Ganz ähnlich gehen auch die HTV-Handballer vor, die ihre Minis erst nach den Sommerferien wieder zum Training bitten. Alle übrigen Nachwuchsmannschaften können derzeit Erfahrungen mit dem Feldhandball sammeln, wenngleich der Ball in der Anfangsphase gar nicht so oft in die Hand genommen wird. „Viele unserer Aktiven haben noch nie eine so lange Handballpause gemacht“, betont Jugendleiter Lars Heierhoff. Deshalb setzten die Trainer nach der Rückkehr auf den Platz Athletiktraining auf den Plan, um die Schultern wieder zu mobilisieren. Auf dem Rasenplatz sind drei Felder markiert worden, mit reichlich Zwischenraum. Vier mobile Tore gibt es auch, so dass wieder gezielt geworfen werden kann.

Desinfektionsmittel sollen alle Teilnehmer am Training zur Hand haben, und der Nachwuchschef ist sicher, dass man beim HTV die geforderten Regularien übererfüllt. Wenn dennoch die Skepsis überwiegt, hat er dafür Verständnis. „Jedes Mitglied entscheidet selbst über die Trainingsteilnahme.“

Heierhoff zeigt sich nach den ersten Tagen sehr zufrieden mit der Disziplin der Mannschaften und will jetzt abwarten, ob im nächsten Monat tatsächlich Kontaktsport wieder erlaubt wird. Vom Deutschen Handball-Bund gibt es dazu ein Konzept, der Verein wäre sicher vorbereitet. „Die Frage ist nur, ob man ein gutes Gefühl hat, wenn in der Halle wieder ganz normal trainiert wird“, gibt Heierhoff zu bedenken. Und ein Problem ist die fehlende Klarheit zur nächsten Saison.

Noch weiß niemand, wie die Ligen bestückt werden, es ist also ungewiss, worauf man sich vorbereiten soll. Der Zustand kann noch eine Weile anhalten, und bis dahin will man beim HTV kreativ bei der Trainingsgestaltung sein. Die permanente Kommunikation ist dabei ohnehin gewährleistet. Es gibt eine interne Online-Plattform, wo Trainingstagebücher geführt und geltenden Rahmenbedingungen laufend aktualisiert werden. In diesen Zeiten ist man froh, dass es wieder etwas zu notieren gibt und Handball im Mannschaftskreis zumindest in Ansätzen wieder möglich ist.

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