Fußball

Nachwuchs von Borussia Dröschede wäre größter Profiteur

Verbissen kämpften die hier in weinrot gekleideten Dröscheder A-Junioren um den Klassenerhalt in der Bezirksliga. Der scheint aller Voraussicht nach am grünen Tisch doch noch zu gelingen.

Verbissen kämpften die hier in weinrot gekleideten Dröscheder A-Junioren um den Klassenerhalt in der Bezirksliga. Der scheint aller Voraussicht nach am grünen Tisch doch noch zu gelingen.

Foto: Max Winkler

Iserlohn.  Von den überkreislich spielenden Jugendfußballern könnten vier heimische Teams vor dem Abstieg bewahrt werden.

Der Verbands-Jugendausschuss des FLVW schlägt den Abbruch der Saison vor, am 9. Juni soll der Verbandsjugendtag darüber entscheiden. Die Empfehlung sieht vor, dass es keine sportlichen Absteiger gibt. Mannschaften, die zum Zeitpunkt der Einstellung des Spielbetriebes am bereits zurückgezogen wurden, bleiben aber Absteiger.

Für die Ermittlung von Aufsteigern findet grundsätzlich die Quotientenberechnung Anwendung. Bei der klassischen Spielrunde werden alle ausgetragenen Spiele in die Berechnung einbezogen, und innerhalb der überkreislichen Klassen gibt es für die „Quotienten-Herbstmeister“ eine Härtefallregelung. Auf Kreisebene werden bei einer zweigeteilten Saison grundsätzlich die Spiele der Qualifikationsrunde staffelübergreifend gewertet.

Aus dem Kreis Iserlohn stehen die Aufsteiger in Kürze fest

Die Aufstiegsrunden zu den Bezirksligen entfallen, und jeder Kreis kann einen Direktaufsteiger melden. Die Entscheidungsfindung über die Bezirksligaaufsteiger aus dem Kreis Iserlohn steht kurz vor dem Abschluss. Bei den B-Juniorinnen gilt auf Grund des kreisübergreifenden Spielbetriebes das Aufstiegsrecht für die jeweilige Staffel.

Wird der Empfehlung gefolgt, profitieren davon mehrere heimische Mannschaften, allen voran die Teams von Borussia Dröschede. Die A-Junioren belegten in der Bezirksliga den letzten Platz, der Rückstand auf das rettende Ufer betrug neun Punkte. Etwas besser im Geschäft waren die B-Junioren, die in der Landesliga Vorletzter mit einem Punkt Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz waren. Und auch für die C-Junioren schien die Bezirksliga zu viel des Guten gewesen zu sein. Sie hätten zehn Punkte aufholen müssen, um vom vorletzten Rang noch auf einen Nichtabstiegsplatz klettern zu können.

In die Bezirksliga schafften es auch die B-Juniorinnen der Sportfreunde Sümmern, wo sie allerdings mit drei Punkten aus elf Spielen abgeschlagen am Tabellenende lagen. Beide Vereine wollen es mit ihren Mannschaften erneut probieren. Ein freiwilliger Rückzug komme nicht in Frage, sagen Sümmerns Jugendleiter Dirk Bunkowski sowie Lothar Nicolaßen, Dröschedes sportlicher Leiter für den Leistungsbereich der D- bis A-Junioren. „Wir greifen auf jeden Fall wieder an, planen für die Bezirksliga und hoffen, dass sich unsere Planungen dann auch umsetzen lassen, denn vorhersehen können wir nichts“, sagt Nicolaßen mit Blick auf die Rückkehr der Spieler. „Im Grunde spielen unsere Nachwuchsmannschaften seit Jahren durchweg in der Bezirksliga. Wenn wir jetzt freiwillig zurück in die Kreisliga gehen würde, dann würden wir vieles von dem, was wir aufgebaut haben, kaputt machen.“

Bunkowski ist optimistisch, dass es für die B-Juniorinnen in der neuen Saison besser laufen wird, zumal die Hauptursache für das schwache Abschneiden längst bekannt ist und aller Voraussicht nach behoben wird. „Wir hatten keine Torhüterin, ständig musste eine Feldspielerin ins Tor. Das hat uns das Genick gebrochen. Aber für die neue Saison haben wir schon 14 Zusagen.“

Doch es gibt auch einen Unterschied zwischen Borussia Dröschede und den SF Sümmern. Auf der Emst wird seit gestern wieder trainiert, während am Bixterhauser Hellweg der Betrieb ruht. Letzteres kündigte Vorstandsmitglied Sascha Will bereits an, kurz nachdem die Politik die ersten Lockerungen für den Breitensport bekanntgab. Will begründet den Verzicht mit den Kosten für das Desinfektionsmittel. „Der Preis für einen Liter liegt zwischen 10 und 14,95 Euro. Wir würden aber 100 Liter pro Woche benötigen. Das ist nicht zu stemmen, weil wir keine Einnahmen haben. Unser Spargelfest mussten wir ja auch ausfallen lassen.“ In Sümmern ruhen die Hoffnungen auf dem 30. Mai, dem Tag, an dem Kontaktsportarten wieder erlaubt werden sollen. „Wir hoffen, dass bis dahin auch die Regelung zur Desinfizierung gelockert werden.“

Stefan Klysz, stellvertretender Jugendleiter der Borussia, erklärt, wie bei ihr der Trainingsbetrieb wieder anlaufen soll: „Das Desinfektionsmittel haben wir uns selber besorgt, und jeder Trainer kann entscheiden, ob er mit seiner Mannschaft trainieren möchte.“ Es müssen Teilnehmerlisten mit Namen der Spieler und der Begleitperson ausgefüllt werden, zudem gibt es für beide Platzhälften jeweils einen Eingang, über den die Spieler den Platz betreten und verlassen dürfen. „Die Trainingszeiten haben wir jeweils um eine Viertelstunde verkürzt, so dass wir zwischen den Wechseln immer eine halbe Stunde haben.“ Die Spieler müssen umgezogen zum Training erscheinen, Vereinsheim, Kabinen und Toiletten bleiben geschlossen, es muss zudem ein Mundschutz getragen werden, wenn nicht gerade trainiert wird.

Ziemlich entspannt können die SG Hemer und der FC Iserlohn verfolgen, welche Entscheidungen auf dem Verbandsjugendtag in drei Wochen getroffen werden, denn die überkreislichen Jugendmannschaften stehen weder auf Auf- noch auf Abstiegsplätzen.

Für den Fall der Fälle: Beim FCI trainieren noch die alten Kader

Oder kommt es am 9. Juni doch ganz anders, als es jetzt zu erwarten ist? FCI-Jugendleiter Jörg Pantring will es nicht ausschließen. „Ab 30. Mai soll ja wieder gespielt werden dürfen, der Abbruch ist also noch nicht sicher. Das ist auch der Grund, warum unsere Mannschaften noch in der bisherigen Zusammensetzung trainieren.“ Am vergangenen Donnerstag legte die von Sascha Clever trainierte U16 los, die U14 und U19 folgten am Freitag, die U9 und U12 haben ihre ersten Einheiten gehabt, gestern folgte Paul Freiers U17, und am Mittwoch ist die U15 dran. Trainiert wird für 75 Minuten. Folgt darauf eine weitere Mannschaft, gibt es einen Puffer von 45 Minuten. „Damit sich die Teams nicht begegnen“, erklärt Pantring. Unter anderem wird der Zutritt zur Trainingsstätte, der nur mit Schutzmaske gestattet ist, kontrolliert. Pantrings bisherige Eindrücke sind gut, an die Regeln hält man sich. „Die Trainer fragen die Spieler auch immer nach ihrem Befinden. Denn wenn das alles keinen Spaß macht, hat der ganze Aufwand keinen Sinn.“

Bei der SG Hemer ruht der Ball noch. Erst in einigen Wochen soll es wieder losgehen. „Morgen Abend stimmen wir unser Konzept ab“, sagte der Vorsitzende Stefan Odenhausen.

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