Taekwondo

Olympische Spiele 2024 im Visier

Laura Goebel (Mitte) ist Junioren-Europameisterin. 

Laura Goebel (Mitte) ist Junioren-Europameisterin. 

Foto: Foto: Privat

Iserlohn.  Nach dem Titelgewinn bei der Junioren-EM wechselt Laura Goebel in den Seniorenbereich.

Sie hatte nur noch diese eine Chance, doch die hat sie genutzt. Überglücklich kehrte Taekwondokämpferin Laura Goebel von den Junioren-Europameisterschaften der olympischen Gewichtsklassen aus Dublin zurück. Im Gepäck hatte sie, die für das TKD Center Iserlohn startet, die Goldmedaille für den Titelgewinn in der Klasse bis 55 Kilogramm.

„Endlich hat es mal mit einer anderen Medaille geklappt“, sagte die 16-Jährige, die in Schwerte wohnt. Bislang waren es stets Auszeichnungen aus Bronze, die sie erhalten hatte. Zweimal holte sie diese bei Europameisterschaften, einmal bei einer Weltmeisterschaft. Am vergangenen Samstag, bei ihrem letzten Turnierauftritt im Nachwuchsbereich, lief es besser.

Gleich zum Auftakt an dieGrenzen gegangen

„Der erste Kampf ist natürlich immer der schwierigste“, weiß Laura Goebel aus langjähriger Erfahrung. Dort traf sie auf die Mitfavoritin aus Finnland, gegen die sie schon häufiger gekämpft hatte. „Sie attackiert früh und versucht, mich aus dem Konzept zu bringen“, erläutert sie. Doch Goebel war gut vorbereitet, zog die festgelegte Taktik durch und siegte am Ende mit 20:8 deutlich. Dennoch räumte ihr Heimtrainer Carlos Esteves ein, dass sie an die Grenzen gehen musste.

Deutlich souveräner lief es in den folgenden Kämpfen. Im Viertelfinale besiegte sie eine Spanierin mit 8:1. In der Vorschlussrunde hielt sie eine Italienerin mit 7:5 nieder, und schließlich folgte ein 4:0 im Finale, ebenfalls gegen eine Kämpferin aus Italien. „Das war schon ein Statement“, war Coach Esteves stolz auf seinen Schützling.

Vor Ort musste sich der Trainer allerdings im Hintergrund halten. Offiziell wurde sie von Bundestrainer Marco Scheiterbauer gecoacht, doch die Anwesenheit von Esteves, dem sie seit ihrem siebten Lebensjahr vertraut, gab ihr die nötige Sicherheit. Und Esteves ist schließlich auch nicht irgendwer, bis vor einigen Jahren war er selbst als Nationaltrainer äußerst erfolgreich tätig.

Für Laura Goebel war Dublin der überaus gelungene Abschluss im Nachwuchsbereich. In der kommenden Woche wird sie 17 Jahre alt, und da sie im Dezember 2020 18 wird, muss sie ab Beginn des neuen Jahres schon bei den Senioren starten. „Das ist schon ein wenig blöd, wenn man so spät Geburtstag hat, aber ich muss es so nehmen, wie es ist“, schätzt Goebel die Lage realistisch ein. Ihr Nahziel ist es, auf Weltranglistenturnieren zu punkten, um sich auch künftig für die großen Meisterschaften zu qualifizieren und auch beim Worldcup zu starten.

Guter Kontakt zu ihremVorbild Helena Fromm

Fernziel bleibt aber die Teilnahme an den olympischen Spielen. „2020 kommt da wohl noch etwas zu früh, aber 2024 möchte ich gerne dabei sein“, sagt Laura Goebel, die in ihrem Verein mit Helena Fromm ja ein prominentes Vorbild hat. Die holte 2012 in London Olympia-Bronze. Mit ihr tauscht sich Goebel gerne aus, auch wenn sie aktuell in Polen lebt und daher nicht mehr so häufig in Iserlohn ist. Auch hier war Carlos Esteves als Trainer der Erfolgsgarant. Im Nationalteam wird dagegen bei den Senioren künftig eine neue Trainerin für sie zuständig sein, doch mit guten Leistungen will sich die erfolgreiche Taekwondokämpferin möglichst sofort nachhaltig in Erinnerung bringen und ihre Karriere vorantreiben.

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