Fußball

Zustimmung für neue Rote-Karte-Regel

Der Platzverweis durch „glatt Rot“ hat im westdeutschen Amateurfußball neuerdings eine Spielsperre zur Folge.

Der Platzverweis durch „glatt Rot“ hat im westdeutschen Amateurfußball neuerdings eine Spielsperre zur Folge.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Iserlohn.  Schiedsrichter Lars Lehmann sieht mehr Arbeit auf die Sportgerichte zukommen.

„Wir in Westfalen waren ja schön seit längerer Zeit Verfechter dieser Regel“, sagt Lars Lehmann, der Vorsitzende des Schiedsrichterausschusses des Fußballkreises Iserlohn. „Vor längeren Pausen war die rote Karte im Prinzip akzeptiert, genauso wie die fünfte gelbe Karte vor dem spielfreien Karnevalswochenende.“

Mit der grundsätzlich positiven Haltung gegenüber der vom Westdeutschen Fußballverband in Kraft gesetzten Regeländerung, nach der Spieler, die seit 1. Juli erhaltene Sperren im Großen und Ganzen nur noch während der Spiele ihrer Mannschaft absitzen können, und eben nicht mehr spielfreie Wochenenden nutzen können (wir berichteten), steht Lehmann nicht alleine da. Auch Anjo Wilmanns, Defensivspieler und zuletzt Kapitän des Westfalenligisten FC Iserlohn, hält die Änderung für keine schlechte Idee. So verliere die rote Karte, die sich Spieler vor der Winterpause einhandeln, nicht mehr ihre Wirkung. „Andererseits kann man auch leicht zum Zuschauen verdammt werden, da Fehlentscheidungen in unteren Ligen häufiger vorkommen. Wilmanns hat gut reden, denn: „Mit Rot bin ich noch nie vom Platz geflogen.“

Schiedsrichter und Spieler heben also die Daumen, durch Dragan Petkovic von Neu-Westfalenligist Borussia Dröschede erhält die neue Regel auch von Trainerseite Zustimmung. „Ich finde, es ist eine Neuerung im Sinne der Fairness.“

Eine entscheidende Bedeutung kommt allerdings dem Wettbewerb zu, in dem die rote Karte kassiert wurde. Der WFV unterscheidet zwischen Meisterschaftsspielen (ranghöchster Wettbewerb), Pokalspielen, Freundschaftsspielen und Turnierspielen (rangniedrigster Wettbewerb). Was es damit auf sich hat, verdeutlicht der WFV anhand mehrerer Beispiele: „Ein Spieler erhält in der zweiten Mannschaft seines Vereins in einem Meisterschaftsspiel eine Rote Karte und wird für drei Spiele gesperrt. Für diesen Zeitraum ist er neben den Meisterschaftsspielen der zweiten Mannschaft auch für alle Meisterschaftsspiele seines Vereins in anderen Mannschaften (erste oder dritte) so lange gesperrt, bis die zweite Mannschaft drei Meisterschaftsspiele absolviert hat. In den rangniedrigeren Wettbewerben, also Pokal, Freundschafts- und Turnierspielen, dürfte der Spieler hingegen eingesetzt werden.“

Lars Lehmann kann sich jedoch nicht vorstellen, dass die Neuerungen Auswirkungen auf das Spiel haben werden. „Vielleicht wird es vermehrt Einsprüche gegen die verhängten Sperren geben, aber damit müssen sich ja dann die Sportgerichte beschäftigen, wir Schiedsrichter sind da außen vor.“

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