Landesliga

Rückenwind für die nächsten schweren Spiele

Anspannung von dem Derby in Gerlingen: Die Hünsborner (von links): Henrik Blecker, Marcel Eichler, Peter Stein und Kevin Becker.

Foto: Meinolf Wagner

Anspannung von dem Derby in Gerlingen: Die Hünsborner (von links): Henrik Blecker, Marcel Eichler, Peter Stein und Kevin Becker. Foto: Meinolf Wagner

Gerlingen/Hünsborn.  „Wir woll’n die Mannschaft sehn.“ Die Landesliga-Fußballer von Rot-Weiß Hünsborn ließen sich am Gerlinger Bieberg von ihrem Anhang feiern.

Währenddessen gab es bei den Verantwortlichen beider Seiten keine zwei Meinungen darüber, ob dieser 2:1 (0:0)-Sieg der Hünsborner in Ordnung geht.

„Ich denke, wir haben verdient gewonnen“, brachte es dann Andreas Waffenschmidt, Trainer der Rot-Weißen, auch auf den Punkt. Besonders gefreut habe es ihn für Steffen Hatzfeld. Der hatte mit einem wahren Hammer die Hünsborner Führung in der 53. Minute erzielt. Andreas Waffenschmidt: „Es hat mich gefreut, dass er so einen raus gehauen hat und gezeigt hat, dass er es kann“.

Steilvorlage

Überglücklich war auch Marius Schneider, der sportliche Leiter der Mannschaft aus dem Dorf der Drei Könige: „Hochverdient war der Sieg schon aus meiner Sicht. Die Mannschaft hat eine hohe taktische Disziplin an der Tag gelegt“, fasste er die 90 Minuten zusammen. Und fügte hinzu: „Große Freude hat mir der Auftritt von Steffen Hatzfeld bereitet. Er hat ja die Spielführerbinde auf eigenen Wunsch weiter gegeben und man hatte den Eindruck, dass eine Last von ihm gefallen ist. Trotzdem ist er weiter Mitglied im Mannschaftsrat und trägt auch hier Verantwortung“.

Durch diesen Dreier hat sich die Hünsborner Mannschaft eine Steilvorlage und Rückenwind für die nächsten schweren Auswärtsspiele beim RSV Meinerzhagen und Borussia Dröschede geholt.

Erfrischend auch die Auftritte der Nachwuchsakteure Lukas Dettmer und auch Fabian Thiem. „Sie haben in der Vorbereitung gut gespielt. Man merkte ihnen die Entwicklung über die letzte Saison an. Hier mussten sie sich durchbeißen, als viele Stammspieler verletzt waren“, so Marius Schneider, „man konnte hier sehen, dass wir mit eigenen Leuten und einem Trainer, der sich voll mit dem Verein identifiziert hat, immer nach vorn kommen, und dass unser Weg der Richtige ist“.

In diesen Spielen geht es immer um ein bisschen mehr als um drei Punkte. Stichwort Kirmes. Dort werden zumindest am Samstag zwei verschiedene Gemütszustände sein, denn wer verliert schon gerne vor seinem Event?

Letztes Jahr war der FSV Gerlingen obenauf. Der Neuling hatte einen 2:2-Achtungserfolg in Hünsborn geholt. Andreas Waffenschmidt erinnert sich an 2016: „ Damals stand ich so bedröppelt da wie heute mein Kollege Paul-Heinz Brüser, doch ich drücke dem FSV Gerlingen für die Zukunft alle Daumen und wünsche ihm alles Gute.“

Vor Steffen Hatzfeld gewarnt

Realistisch sah der Gerlinger Trainer Paul-Heinz Brüser die Situation nach dem Schlusspfiff: „Die heutige Leistung stand im Gegensatz zu den Auftritten in der Vorbereitung. Pokale, Prämien und Turniersiege sind eine wunderbare Momentaufnahme. Sie sind kein Ersatz für die Punkte die heute Abend zu vergeben waren“, stellte der FSV-Trainer fest.

Er habe „die ganze Woche davor gewarnt, das Steffen Hatzfeld ein Spieler ist, der mit einem Lucky Punch ein Spiel entscheiden kann. Und genau das war heute der Fall“.

Bis zum Schluss hatte Paul-Heinz Brüser noch auf den Ausgleich gehofft. „Aber es hat dieses Mal nicht gereicht“. Es war sichtbar, dass die Gerlinger Offensivakteure am Freitagabend einen schweren Stand gegen gestandene Spieler wie Sascha Leicher oder Kevin Becker auf Hünsborner Seite hatten. Paul-Heinz Brüser: „Es war einfach nicht möglich für Chris Hardenack oder auch Lukas Stettner, gefährliche Situationen zu schaffen, aber auch die Anspiele auf diese beiden Spieler waren zu ungenau oder kamen nicht an.“

Sicherlich habe seiner Mannschaft „mit Tim Weber ein absoluter Strafraumspieler gefehlt“, fuhr der FSV-Trainer fort, „ aber ich denke, er wird in der kommenden Woche wieder ins Training einsteigen und möglicherweise beim Spiel in Hennen wieder im Kader stehen. Das Ziel ist es die Auftaktniederlage wieder wett zumachen“.

Ähnlich sah auch Jürgen Pechmann die Situation nach Spielende. „Aus meiner Sicht war es ein verdienter Hünsborner Sieg“, bemerkte der 1. Vorsitzende des FSV Gerlingen fair, „die Mannschaft konnte heute nicht an die Leistungen der Vorbereitung anknüpfen. Es sind eben ein paar verschiedene Schuhe. Im Derby haben Kleinigkeiten entschieden und die Mannschaft hat diesmal nicht druckvoll genug gespielt“.

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