Fußball

„ASS“: Das rät Helmut Schulte Bamenohls Nicolas Herrmann

Von Sauerländer zu Sauerländer: Helmut Schulte drückt Nicolas Herrmann für das Torwand-Duell die Daumen.

Von Sauerländer zu Sauerländer: Helmut Schulte drückt Nicolas Herrmann für das Torwand-Duell die Daumen.

Hamburg/Olpe.   Millionen schauen zu: Hier gibt Helmut Schulte SG-Stürmer Nicolas Herrmann Tipps für dessen Auftritt im Aktuellen Sportstudio und erinnert sich.

Wenn Nicolas Herrmann, der Stürmer der SG Finnentrop/Bamenohl, am Samstagabend im ZDF-Fernsehstudio in Mainz steht, werden ihm viele Tipps in den Ohren klingen. Eine Ahnung, wie man am besten auf die legendäre Torwand des „Aktuellen Sportstudios“ schießt, haben schließlich viele Freunde, Bekannte und Verwandte des 22-Jährigen, der sich – wie bereits berichtet – mit einem Wundertor aus 40 Metern im Westfalenligaspiel gegen den RSV Meinerzhagen für diesen besonderen Auftritt qualifizierte.

Schulte rät: Locker bleiben!

Wir geben dem Lichtringhauser, der an der Torwand gegen Fußball-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg antreten wird, trotzdem noch den einen oder anderen Rat mit – und zwar von einem Mann, der es wissen muss, der das Duell mit der Torwand bereits mehrfach erlebte. Der bisher vier Mal im „Aktuellen Sportstudio“ zu Gast war und den mit Nicolas Herrmann nicht nur die Liebe zum Fußball verbindet, sondern auch die Herkunft.

Auf unsere Nachfrage erzählte Helmut Schulte, ehemaliger Profi, Trainer und Manager, der bekanntlich aus Kirchveischede stammt, wie es ihm im „ASS“ erging – und was Herrmann beachten soll.

„Wenn es ans Schießen geht, benötigt er den Tunnelblick. Er muss auf den Ball schauen, auf die Torwand – und den dann einfach reinschießen. Vor allem muss er locker bleiben, schließlich hat er nichts zu verlieren“, sagte Helmut Schulte, der mittlerweile für den Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart als Betreuer von drei Spielern arbeitet, die an Fortuna Düsseldorf, Arminia Bielefeld und den Hamburger SV ausgeliehen sind.

Herrmann müsse „das Lampenfieber akzeptieren“ und dürfe nicht die Befürchtung haben, sich blamieren zu können. „Er soll sich einen lockeren Spruch ausdenken, mit dem er sein Tor kommentieren kann“, sagte Schulte, „und sich ansonsten vorstellen, dass er neben einem Kumpel steht und dem die Welt erklären muss.“

Ein großer Freund der Beidfüßigkeit

Ähnlich, wie es der heute 61-jährige Wahl-Hamburger Schulte bei seinem ersten Besuch im Sportstudio tat. „Ich war damals Trainer beim FC St. Pauli“, erzählte Helmut Schulte, „und hätte fast den Abflug verpasst, weil wir nach einem 1:1 beim Hamburger SV noch etwas feiern mussten.“ Die Kiezkicker waren unter seiner Regie in die Bundesliga aufgestiegen und hatten dem Stadtrivalen am sechsten Spieltag der Saison 1988/89 das Remis abgetrotzt.

Der damals 30-Jährige erklärte Moderatorin Doris Papperitz dann derart lebhaft seinen Klub, „dass sie mir auf den Oberschenkel fasste, um meinen Redefluss zu beenden“, erzählte der Sauerländer lachend. Sein Auftritt an der Torwart wurde ebenso legendär.

Drei Schüsse unten – verschossen. „Ich habe es sogar mit links und rechts versucht und erzählt, ich sei ein großer Freund der Beidfüßigkeit“, sagte Schulte schmunzelnd. Statt sich komplett zu blamieren, gelang ihm aber das Kunststück, oben alle drei Schüsse zu treffen. „Das hat höchstens noch Günter Netzer geschafft“, ergänzte er schmunzelnd.

Die drei weiteren Auftritte? Sie waren an der Torwand von mäßigem Erfolg gekrönt. „Ich drücke Nicolas Herrmann die Daumen“, sagte Helmut Schulte, „und wenn ein Sauerländer drei Treffer schafft, schafft ein anderer das auch. Mindestens.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben