Bezirksliga 5

Bieker lässt den Buscheid in Drolshagen erbeben

Überglücklich: Yannik Bieker, der Torschütze zum 1:0 in der 92.Minute.

Überglücklich: Yannik Bieker, der Torschütze zum 1:0 in der 92.Minute.

Foto: Lothar Linke

Drolshagen.   Der Abpfiff in Drolshagen lag zehn Minuten zurück, da stand Yannik Bieker lässig im Kabinenflur.

Und bei genauem Hinsehen stellte man erleichtert fest: Er war noch heile. Ein Bierglas in der Hand halten konnte er ebenfalls - der überglückliche Siegtorschütze des SC Drolshagen beim 1:0 (0:0) gegen den SuS Niederschelden.

Biekers Unversehrtheit war nicht selbstverständlich. Denn in der 92. Minute des Bezirksliga-Fußballspiels am „Buscheid“ stand zu befürchten, dass die Kameraden ihn erdrücken würden. Soeben hatte er die Kugel per Kopf am heraus stürzenden Gästetorwart Leon Zöller ins Netz genickt.

Burgmann wechselt den Sieg ein

Das wichtigste Tor der Saison. Und eines der wichtigsten der Vereinsgeschichte - sollte es zum Landesliga-Aufstieg des SC Drolshagen beitragen. Zumindest hat dieser Treffer den SCD in die Pole Position gebracht. Die Elf von Holger Burgmann geht mit zwei Punkten Vorsprung vor dem SV Ottfingen in den letzten Spieltag, ins Spiel bei Germania Salchendorf.

„Ich bin nur noch gelaufen,“ berichtete Yannik Bieker. Nichts wie hin zur Eckfahne! Doch da „stellten“ sie ihn. Die Mannschaftkollegen, die gesamte Ersatzbank. Kurzum: Alles, was ein Kleeblatt auf der Brust oder sonstwo trug.

Biekers Geschichte ist verrückt. Im Sommer war er von Grün-Weiß Elben gekommen, zuletzt ein halbes Jahr mit Kahnbeinbruch verletzt und erst seit zwei Wochen wieder im Training.

In der 64. Minute schickte Trainer Holger Burgmann den 1,90 Meter großen, gelernten Innenverteidiger aufs Feld - aber nicht, um innen zu verteidigen, sondern um vorne Dampf zu machen. Den SC Drolshagen zu erlösen von diesem 0:0, das im Meisterschafts-Endkampf wohl wertlos gewesen wäre. „Den Jungen kannst du bringen, der haut uns noch einen rein,“ hatte Burgmann spekuliert - und alles richtig gemacht.

Es war ein ganz harter Brocken, der SuS Niederschelden, der nicht von ungefähr die beste Rückrundenmannschaft ist. Und fast wären alle Drolshagener Träume geplatzt, als Lucas Mockenhaupt in der 77. Minute den Pfosten traf. Burgmann: „Ich glaube nicht, dass wir’s dann noch gedreht kriegen. Aber wenn du oben stehst, hast du halt auch das Quentchen Glück.“

Drolshagen war fast über die gesamte Spielzeit die Nervosität anzusehen gegen gallige und mit Herzblut gegenhaltende Niederschelder. Deren Trainer Andreas Wieczorek war nachher auch zu Recht voll des Lobes: „Wir haben einen Super-Fight hier abgeliefert, gehen erhobenen Hauptes hier runter. Ich muss auf meine Mannschaft total stolz sein.“

Ständig über Ottfingen informiert

„Wir haben in bestimmten Situationen nicht die richtige Entscheidung getroffen,“ befand Holger Burgmann, „aber ich denke, unterm Strich haben wir verdient gewonnen.“

Zum Spiel in Ottfingen hielt Betreuer Cristopher Bock eine „Standleitung“, war über die frühe und bis zum Schluss anhaltende Führung des Konkurrenten informiert.

Daher war klar, wie eminent wichtig drei Punkte sein würden für den SC Drolshagen. „Wenn du zu diesem Zeitpunkt die Tabellenführung abgibst, das wäre der Fall gewesen, dann hätte Ottfingen das Spiel in Deuz - dann besteht da nicht mehr allzu viel Hoffnung,“ sagte Holger Burgmann, „man soll dran bleiben bis zum Ende, aber man muss es auch realistisch sehen. Aber - wir sind die beste Auswärtsmannschaft und hoffe, dass das so anhält.“

SC Drolshagen: Tom Gummersbach, Schröder, Maiworm, Rieder (81. Robin Burgmann), Mester, van Gerven, Kesen, Schwarz (64. Bieker), Weuste, Jan Gummersbach, Knorn (50. Pfeiffer). - Schiedsrichter: Kleiböhmer. - Zuschauer: 380.

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