SG Attendorn/Ennest

Christof Heimes: „Wir wollen aufsteigen, müssen aber nicht“

Christof Heimes, Trainer der SG Attendorn/Ennest.

Christof Heimes, Trainer der SG Attendorn/Ennest.

Foto: meinolf Wagner / Meinolf Wagner

Attendorn.  Die Handballer der SG Attendorn/Ennest haben die Landesliga knapp verpasst. Mit Trainer Christof Heimes sprachen wir über die kommende Saison.

„Die Mannschaft zieht in der Vorbereitung gut mit und hat auch in den bisherigen Vorbereitungsspielen gegen höherklassige Mannschaften gezeigt, welches Potenzial in ihr steckt,“ ist Heimes optimistisch.

Das Ziel für 2019/20?

Christof Heimes: Nach der letzten Saison und dem nur knapp verfehlten Aufstieg muss es unser Ziel sein, ganz oben mitzuspielen.

Was könnte die Grundlage für eine erfolgreiche Spielzeit sein?

Sicher wiegt der Verlust von Marco Damjanic schwer, doch mit Christopher Schmidt, Jan Frederik Heimes und Tim Schneider sind gute Jungs zu uns gestoßen, die in die Mannschaft passen. Durch sie sind wir in dieser Saison breiter aufgestellt, als es die Mannschaft im letzten Jahr war. Vielleicht kann uns ab der Rückrunde sogar wieder Christoph Springob auf Rechtsaußen verstärken.

Wo lagen die Schwerpunkte in der Vorbereitung?

Wir müssen natürlich die Neuzugänge integrieren, die bekannten Auslösehandlungen im Angriff auffrischen und Handlungsalternativen erarbeiten. Außerdem soll die Mannschaft in der Lage sein, neben der 6:0-Deckung auch, angepasst an die Stärken der Gegner, eine 3:2:1-Deckung spielen zu können. Natürlich geht es auch darum die athletischen Grundlagen zu verbessern und fit in die Saison zu gehen.

Es war auffällig, dass in der abgelaufenen Saison eine klare Führung nicht in zwei Punkte umgewandelt wurden.

Das ist mir als externer Beobachter auch aufgefallen. Aber man darf nicht vergessen, dass die Mannschaft letztes Jahr einen niedrigen Altersdurchschnitt hatte und viele Spieler immer noch in der Entwicklung stecken. Ich bin überzeugt, dass die jungen Spieler aus den Erfahrungen lernen werden. Außerdem bringen unsere Neuzugänge die Erfahrung mit, in hektischen Spielphasen die Ruhe zu bewahren und die Hektik aus dem Spiel zu nehmen.

Welche Eindrücke haben Sie bisher gewonnen? Wo muss der Hebel angesetzt werden?

Die Mannschaft zieht in der Vorbereitung gut mit und hat auch in den bisherigen Vorbereitungsspielen gegen höherklassige Mannschaften gezeigt, welches Potenzial in ihr steckt. Doch tatsächlich müssen wir an unserer Auswärtsschwäche arbeiten und die extremen Leistungsschwankungen innerhalb eines Spieles in den Griff bekommen.

Ein Wort zu den Torleuten Jan Berkenhagen und Marcel Selter?

Sie sind ein gutes Team, was schon mal gut für das Mannschaftsklima ist. Ansonsten gilt, was auch für die ganze Mannschaft gilt: Sie können noch nicht in jedem Spiel ihr volles Leistungspotenzial abrufen, daran müssen wir arbeiten.

Könnte die SG Attendorn/Ennest nicht mehr Fans gebrauchen? Wenn man die Relegations- und Entscheidungsspiele sah, hatte die HSG Herdecke/Ende nicht einen Vorteil?

Ich fand, dass die Unterstützung durch die Fans im Relegationsspiel gegen Herdecke/Ende grandios war; aber natürlich wünscht man sich immer eine solche Unterstützung. Die müssen wir uns aber auch durch einen schönen Handball und Erfolge immer wieder erarbeiten.

Wie sieht das Fazit der Zusammenarbeit mit der Mannschaft und dem Umfeld aus?

Bisher sind meine Erfahrungen nur positiv: Es macht viel Spaß, mit dieser Mannschaft aber auch mit den Verantwortlichen wie Lars und Jannik Müller, Jörg Menzel und Rudolf Möller zusammenzuarbeiten und ich gehe davon aus, dass das auch so bleibt, wenn es in der Saison mal nicht optimal laufen sollte.

Wie lautet Ihrer Meinung nach der Kreis der Aufstiegsaspiranten. Zählt die SG Attendorn/Ennest nach der letzten Saison dazu?

Dadurch, dass ich in den letzten Jahren in anderen Ligen unterwegs war, kenne ich die Mannschaften nicht alle. Der Aufsteiger Linscheid Heedfeld ist sicher nicht zu unterschätzen, auch die Traditionsvereine aus Arnsberg und Warstein werden den Aufstieg anstreben. Aber wer weiß; letztes Jahr hatte auch nicht jeder mit Attendorn-Ennest so weit vorne gerechnet, vielleicht gibt es dieses Jahr auch ein Überraschungsteam.

Was spricht für den Aufstieg in die Landesliga?

Wir haben eine junge Mannschaft mit Spielern, von denen ich mir einen Entwicklungsschub verspreche; außerdem sind wir meiner Meinung nach in der Breite gut aufgestellt. Hinzu kommt, dass wir gerne aufsteigen möchten, aber nicht unbedingt müssen.

Was spricht dagegen?

Wie alle anderen Mannschaften auch, brauchen wir ein bisschen Glück in den entscheidenden Spielen. Auch Verletzungspech könnte eine Rolle spielen, wenn es nicht klappen sollte.

Mit der HSG Linscheid/Heedfeld ist ein starker Aufsteiger gekommen. Wie ist diese Mannschaft, wo der frühere Attendorner Marko Damjanic spielt, einzuordnen?

Eine körperlich starke Mannschaft, die die Aufstiegseuphorie sicher mitnehmen will. Wenn das gelingt, werden sie ein Wörtchen oben mitspielen.

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