Revierderby

Corona bremst Fans von Borussia Dortmund und Schalke 04 aus

Traditionsreich und aktiv: Der Schalke Fanclub BW Repetal.

Traditionsreich und aktiv: Der Schalke Fanclub BW Repetal.

Foto: Fanclub

Kreis Olpe.  Geisterspiel zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04. Das heißt für die Fanclubs: Telefonieren, umdisponieren, stornieren.

Seit 1988 gibt es Blau-Weiß Repetal und in diesen 32 Jahren hat der Schalke-Fanclub noch kein Derby in Dortmund verpasst. Am Dienstag riss diese Serie, denn anstatt des gigantischen Fußball-Events mit über 80.000 Zuschauern ist das Duell zum Geisterspiel erklärt worden. Heißt: Es findet ohne Fans statt.

Und es heißt für die Fanclubs aus dem Kreis Olpe auch: Umdisponieren. Telefonieren. Stornieren.

Mit einem Fünfziger-Bus wäre der BVB-Fanclub „Bigge Borussen“ zum Revierderby gefahren. So wie zu jedem anderen Heimspiel auch. Die Mitglieder verfügen über 30 Dauer- und 15 Tageskarten. „Die Tageskarten werden vom BVB erstattet,“ informiert Patrick Langemann, Vorsitzender der Bigge Borussen, „bei den Dauerkarten will der BVB erst abwarten, wie viele Spiele noch betroffen sind, und dann gesammelt erstatten.“

Für die Fans ist das Stadionerlebnis unwiderruflich dahin, denn ein Nachholspiel wird es ja nicht geben. Langemann: „Das ist unglücklich, weil es so richtige Heimspiele sind: Das Derby und dann das nächste Heimspiel wäre gegen die Bayern.“

Das Busunternehmen sei den Bigge-Borussen entgegengekommen, sagt Langemann. „Sie waren sehr kulant. Wir zahlen eine Stornogebühr von zehn Prozent. Damit können beide Seiten leben. Denn das Unternehmen kann schließlich genau so wenig dafür wie wir.“

Busunternehmen sind kulant

Christof Saure, Kassierer bei Blau-Weiß Repetal und zuständig für Pressearbeit, hatte schon eine Vorahnung gehabt, als Gesundheits-Minister Spahn die Aussage bezüglich der Veranstaltungen mit 1000 Zuschauern und mehr getroffen hatte. „Es ist schon traurig, klar,“ sagt der Repetaler, „aber die Gesundheit geht vor, die ist mehr wert als ein Fußballspiel.“ Für ihn sei die Entscheidung „voll akzeptabel.“

Unkompliziert ging die Stornierung der Eintrittskarten vonstatten. Saure: „Das Geld kriegen wir komplett vom FC Schalke 04 zurück.“ Der traditionelle „Derby-Brunch“, zu dem sich die Repetaler stets vor diesem speziellen Spiel treffen, ist abgesagt. Auch das Busunternehmen ist informiert. „Wir wären mit anderen Fanclubs zusammen in einem Bus gefahren, weil wir nicht so viele Auswärtskarten bekommen, zum Beispiel mit den befreundeten Fredeburgern,“ sagt Christof Saure. Das Reiseunternehmen habe die Situation „voll verstanden,“ erklärte Saure. Eine entsprechende Mail habe er umgehend erhalten.

Eventuell setzen sich die Repetaler zusammen und schauen das Spiel im TV. Auch das wird zunächst ein ungewohntes Gefühl werden. Denn zum Fernseh-Fußball gehören nun einmal auch die Fangeräusche im Hintergrund. Die fehlen nun. „Da hört man wahrscheinlich jeden Ball, jedes tok-tok. Das wird schon sehr komisch werden,“ vermutet Christof Saure. Die Bigge-Borussen haben bereits 20 Plätze in einer Olper Gastwirtschaft reserviert, um dort wollen gemeinsamen Fußball zu gucken.

Christof Saure klingt wenig zuversichtlich: „Ich habe das Gefühl, dass das erst der Anfang ist, und dass auch aus dem Heimspiel gegen Augsburg nichts wird. Ich fürchte, es kommt noch schlimmer.“

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