Corona und Fußball: Wendsches Trio wird ausgebremst

Das Tor muss leider geschlossen bleiben: Der VSV Wenden spielt nicht gegen den SC Berchum/Garenfeld.

Das Tor muss leider geschlossen bleiben: Der VSV Wenden spielt nicht gegen den SC Berchum/Garenfeld.

Foto: VSV

Kreis Olpe.  Drei heimische überkreisliche Fußballmannschaften hätten am Samstag eigentlich noch Punktspiele in der Landes- und Bezirksliga ausgetragen.

So hätte der SV Ottfingen in der Bezirksliga 5 den FC Altenhof empfangen und der VSV Wenden den SC Berchum/Garenfeld in der Landesliga.

Für diese Teams kam vielleicht die Absage an sich nicht überraschend, wohl aber ihr Zeitpunkt. Bis Mittwoch Abend konnten sie damit rechnen, dass der Fußball-Lockdown erst am 2. November in Kraft treten würde und sie ihre Spiele am Samstag noch austragen können. Doch daraus wird nichts.

Das dritte Bremsmanöver

Avdi Qaka, Trainer des Landesligisten VSV Wenden, habe „schon damit gerechnet, dass es abgesagt wird. Aber nicht unser Samstagsspiel schon“. Zu gern wäre der VSV mit einem positiven Erlebnis in die Pause gegangen, gerade nach der Enttäuschung in Brilon. „Das hatten wir noch in den Knochen“, gibt Qaka zu. So aber gehe man mit einem komischen Gefühl in die Pause. Qaka glaubt nicht, dass es vor Jahresende noch weiter geht. Aber: Nur die Hinrunde zu spielen – davon hält er nicht viel. „Nehmen wir die letzte Saison. Da war Weißtal zur Halbzeit klar Erster, beim Abbruch Fünfter. Da sieht man, was in einer Rückrunde alles passieren kann“. Er erinnert sich an seine Rüblinghauser Zeit: „In der vorletzten Saison wären wir am Ende der Hinrunde abgestiegen. Wir haben uns dann drei Spiele vor Saisonschluss gerettet“. So würden dem VSV im Falle einer „Nur-Hinrunde“ 17 Chancen genommen, den Abstieg noch abzuwenden. Dennoch sagt Qaka: „Ich bin froh, dass wir in der Hinrunde noch genügend Gelegenheiten haben, uns zu retten“.

Für den FC Altenhof ist es die dritte „Bremse“ in dieser noch jungen Saison. Bereits sein Spiel in Mudersbach war abgeblasen worden, und nun das Derby in Ottfingen zum zweiten Mal. „Die Enttäuschung ist richtig groß“, gab FCA-Trainer Mike Brado die Stimmungslage in der Mannschaft wieder, „von dem einen oder andren habe ich auch gehört, dass er das alles nicht verstehen kann“.

Brado selbst ist auch alles andere als glücklich: „Wenn ich überlege, was die Vereine alles an Hygienekonzepten ausgeklügelt haben, wie diszipliniert die Jungs das umgesetzt haben, mit Gesichtsschutz in der Kabine – und wenn man die Statistik liest, dass es offiziell keinen Fall gab, der beim Fußball übertragen worden ist, sondern zumeist im privaten Bereich, da muss ich es zwar akzeptieren, auch wenn’s mir schwer fällt“.

Der Trainer kann die Entscheidung von Politik und Verband „nicht nachvollziehen“. Am Mittwoch haben noch Spiele stattgefunden, komplette Spieltage, „und dann dürfen wir Samstag nicht mehr aktiv sein? Für mich ist das widersprüchlich“, sagt Brado, „die klare Aussage der Politik war der 2. November“. Er denkt an die Kinder: „Die dürfen nicht spielen, sehen aber, dass die Bundesliga spielt. Das verstehen die doch nicht“. Daran sehe man aber; „dass sich der Profifußball immer weiter entferne“.

Das Argument, dass es im Profifußball um viel Geld geht, akzeptiert Brado nicht. Auch ein Amateurverein erleidet für seine Verhältnisse schwere Einbußen im Lockdown. Hinzu komme ein weiterer Effekt: „Corona ist für viele eine psychische Belastung. So hätte man dreimal die Woche einen Ausgleich, ein bisschen Normaliät. Aber dann wird einem auch das genommen“.

Fritten werden eingefroren

Als Trainer muss Brado nun zusehen, dass er die Mannschaft motiviert: „Ich habe den Jungs gesagt: Irgendwann wird sich zeigen, wer am besten aus dieser Zwangspause wieder raus gekommen ist“, kündigte er an. Ärgerlich sei, dass dies genau in einen tollen Lauf des FC Altenhof fällt: Zuletzt hatte die Elf vom Winterhagen 9:0-Tore erzielt. Wie geht es weiter? Im Dezember hat der FCA noch drei Spiele. Brado: „Wenn dieser Lockdown bis Ende November gilt, dann frage ich mich: Wie sollen wir uns dann wieder vorbereiten?“

Auch beim SV Ottfingen, dem Gastgeber des Bezirksliga-Derbys gegen Altenhof, war man vorbereitet. „Rüdiger Wurm hat es geschafft, dass der SVO ein genehmigtes Hygienekonzept hatte“, berichtete Geschäftsführer Pierre Schürholz, „wir hätten theoretisch 500 Zuschauer auf den Platz lassen können, haben dann 300 vorgeschlagen“. Für die Ottfinger fallen nun Einnahmen weg, ihm wäre Getränkeverkauf gestattet gewesen - übrigens auch bei der Zweiten Mannschaft, die ebenfalls gespielt hätte. Auch darauf wäre der Verein eingestellt gewesen. Pierre Schürholz: „Aber jetzt mussten wir die Fritten erst mal einfrieren“. Hoffentlich dürfen die bald ins Fett...

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