Pandemie

Coronavirus: Handballer setzen Spielbetrieb ab sofort aus

Handball wird in Westfalen vorerst nicht mehr gespielt.

Handball wird in Westfalen vorerst nicht mehr gespielt.

Foto: Robert Michael

Olpe/Attendorn.  Der erste größere Verband hat Konsequenzen aus den Coronafällen gezogen und setzt den Spielbetrieb für längere Zeit aus.

Jetzt legt der Corona-Virus den Handball lahm: Der westfälische Handballverband gab am Donnerstagnachmittag bekannt, dass der Spielbetrieb auf Verbandsebene bis zum 19. April ausgesetzt wird. Danach wird entschieden, ob die Saison zuende gespielt, oder annulliert wird. Bereits beendet wurde die Saison im Jugendbereich.

„Der Spielbetrieb im Kinder- und Jugendbereich wird ab Donnerstag für die Saison 2019/2020 eingestellt“, heißt es wörtlich in der Mitteilung des Verbandes. Empfohlen wird den Vereinen auch, bis dahin den Trainingsbetrieb ruhen zu lassen, um die Infizierungsgefahr möglichst zu minimieren.

Auswirkungen für überkreisliche Vereine

„Der Handballverband Westfalen empfiehlt den Trainingsbetrieb vorerst einzustellen, jedoch sollte hierbei vor allem ein enger Austausch mit den örtlichen Gesundheitsämtern und Ordnungsbehörden stattfinden. Dabei gilt es stets das Thema mit Bedacht und Besonnenheit anzugehen“, erklären die

Betroffen sind damit alle Spiele des TV Olpe in der Handball-Landesliga, sowie alle Partien der SG Attendorn/Ennest in der Bezirksliga Südwestfalen. Nachdem zunächst alles auf einen normalen Spieltag hindeutete, änderte sich im Laufe des donnerstags die Nachrichtenlage und immer mehr Verbände beschlossen, am Wochenende nicht zu spielen.

Absagen auch im Profibereich

Selbst im Profibereich fielen unter anderem die Spiele des TuS Ferndorf in der zweiten Bundesliga, sowie das Spitzenspiel der Dritten Liga zwischen dem HV Wilhelmshaven und Eintracht Hagen. Die Sorge um die Verbreitung des Corona-Virus ist groß. Auch auf Kreisebene.

„Sowas habe ich in diesem Ausmaß noch nicht erlebt“, gesteht Klaus Krass, Vorsitzender des Handballkreises Lenne-Sieg. Krass muss sich als Kreisvorsitzender nicht zwangsläufig an die Vorgaben aus Westfalen halten.

Der Würdinghausener Funktionär, der seit Jahrzehnten im Handball tätig ist, „muss sich nicht zwangsläufig für die Absetzung der nächsten Spiele entscheiden. „Aber der Druck wird schon enorm groß. Deshalb werde ich mich auch der Empfehlung des Verbandes anschließen und den Spielbetrieb entsprechend aussetzen“, betont Krass, der gemeinsam mit seinem Stellvertreter Cornelius Vowinckel die Entscheidung gefällt hat.

„Ich bekomme zig Anrufe von den Vereinen und von Eltern, die besorgt fragen, ob denn gespielt wird. Wenn man sieht, dass ganze Städte alle Großveranstaltungen absagen, dann wäre es unverantwortlich wenn wir uns nun hinstellen und sagen, bei uns wird aber gespielt“, verrät Krass.

Neubewertung am 19. April

Wie schwierig die Lage zu bewerten ist, verdeutlicht der Trainer der HSG Lennestadt-Würdinghausen sehr anschaulich. „Hätte mich um 14 Uhr jemand angerufen und gefragt, ob wir spielen, dann hätte ich ihm gesagt, dass ich keinen Grund sehe, um nicht zu spielen. Als um 16 Uhr dann die Meldung vom Verband kam, sah das bereits ganz anders aus. In den Nachbarkreisen wurde ja auch alles abgesagt. Da können wir nicht die tapferen Gallier spielen und alles einfach so weiterlaufen lassen“, betont Krass.

Eine Neubewertung der Situation soll dann am 19. April erfolgen. „Wir gucken genau, wie sich die Lage bis dahin entwickelt und werden dann gemeinsam mit dem Verband und dem DHB entscheiden, wie es weitergeht“, sagt Krass abschließend.

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