Darts

Dartliga Olpe: Im Kreis fliegen die Pfeile scharf

Markus Müller und Sven Krämer sind zwei Spieler der ersten Stunde und heute in offizieller Funktion in der Liga tätig. 

Markus Müller und Sven Krämer sind zwei Spieler der ersten Stunde und heute in offizieller Funktion in der Liga tätig. 

Foto: Tim Cordes

Kreis Olpe.  Mehr als 500 Sportler im Kreis Olpe stehen regelmäßig am Dartboard und lassen die Pfeile fliegen.

Gigantische Stimmung, Menschen, die auf den Tischen tanzen. Verrückte Kostüme und tausende Augenpaare, die auf eine kleine Scheibe starren. In den vergangenen Jahren erlebte der Dartsport einen wahren Boom. Auch im Kreis Olpe sind Phil Tayler, Michael van Gerwen oder Max Hopp keine Unbekannten. Noch lange bevor der Sport zum Kult wurde, gab es im Kreis Olpe bereits eine äußerst vitale Szene, die heute sogar zwei Bundesligisten empor gebracht hat. Zwei, die die Entwicklung von Beginn an mitverfolgt haben, sind

Die Anfänge

Da standen sie nun und warteten auf Kundschaft. Ende der 1980er Jahre wurde die Attendorner Gaststätte Kotani zur Keimzelle der Dartszene im Kreis. Aufsteller installierten dort mehrere Dartautomaten, die schnell viele Spieler anzogen. Daraus entwickelte sich die Attendorner Stadtliga. „Die Attendorner hatten damals eine florierende Kneipenszene, in der viel Dart gespielt wurde. Das begann so 1988“, erklärt Markus Müller, einer der Darter der ersten Stunde. In den folgenden Jahren wuchs die Zahl der Automaten und somit auch die Zahl der Aktiven im Kreis Olpe.

1992 installierte die Firma Lütticke dann erstmals eine Kreisliga des DSAB (Deutscher Spielautomatenbund), dem Dachverband für E-Dart in Deutschland. Seitdem wird im Kreis gespielt. „Als wir Ende der 1980er angefangen haben, gab es den DSAB noch nicht“, erklärt Müller. Bis 1999 betreute Ralf Rademacher aus Benolpe die Liga, bevor sie eine Pause einlegte und vier Jahre später wiederbelebt wurde. „Es gab aber weiterhin Mannschaften in Olpe, Attendorn und Lennestadt, die sich dann freien Ligen im Hochsauerland und dem Siegerland angeschlossen haben“, erinnert sich Müller.

2003 haben die Verantwortlichen beschlossen, wieder eine neue Liga ins Leben zu rufen. „Im Siegerland ging es damals langsam bergab, man spielte ständig in den gleichen Ligen. Dann sind wir ins Spiel gekommen“, schmunzelt Müller, der gemeinsam mit Sven Krämer, dem heutigen Ligasekretär die Südwestfalenliga ins Leben rief. „Der Name Sauerlandliga war damals schon durch die Hochsauerländer belegt, aber Südwestfalenliga passt auch besser, da sich inzwischen die Siegerlandliga aufgelöst hat und wir die Mannschaften übernommen haben“, weiß Müller.

Die Liga

Zwei Meisterschaftsrunden gibt es im Jahr. Die nächste startet am 7. März. Gespielt wird in der Regel samstags. In der abgelaufenen Saison nahmen 53 Mannschaften am Spielbetrieb teil. Davon vier aus dem Märkischen Kreis, neun aus dem Siegerland, die restlichen 40 spielen im Kreis Olpe. 506 Spieler treten regelmäßig ans Board. „Der Hauptkern ist das Dreieck Olpe/ Attendorn/ Lennestadt. In Drolshagen gibt es inzwischen auf Initiative von Mario Huppertz noch einige Mannschaften. In Finnentrop zum Beispiel gibt es inzwischen gar keine mehr. Kirchundem ist auch ein freies Gebiet, da es dort nicht so viele Kneipen gibt“, schildert Müller den Ist-Zustand.

Neben dem Kotani sind auch die Bürgerstube Olpe und der Big Ben in Meggen die Hochburgen im Kreis. Dabei teilen sich mehrere Mannschaften ein Lokal. In der Bürgerstube sind demnächst alleine neun Mannschaften beheimatet. Mit den „Sharpshooters“ aus Drolshagen und „DC Mimimi“ aus Olpe gibt es im Kreis sogar zwei Bundesligisten. Auf Kreisebene gibt es verschiedene Kreisligen, sowie die darüber angeordnete Bezirksklasse.

Der Modus

Beim Dart wird unterschieden zwischen dem klassischen Steeldart auf die Korkscheibe und dem E-Dart, das hier in den Kneipen praktiziert wird. Zugelassene Automaten stammen von den Firmen Lütticke und Feibel. Spielberechtigt sind Aktive ab 16 Jahren. „Mit Erziehungsberechtigten dürfen theoretisch auch 14-Jährige schon spielen. Das ist aber wegen der Spielzeiten problematisch“, erklärt Müller.

In den unteren Kreisligen spielen die Darter 301 Punkte, mit dem so genannten Singles Out. Das heißt, anders als bei den Dartern im TV muss das Leg nicht mit einem Wurf ins Doppelfeld beendet werden. In der obersten Kreisliga gilt bereits das Master Out. Das bedeutet, dass ein Leg mit einem Wurf in ein Doppel- oder Triplefeld beendet wird.

Ab der Bezirksliga zählt dann der bekannte Modus 501 mit Double Out. Der Halbjahresbeitrag im Spielbetrieb beträgt sieben Euro, hinzu kommt das Spielgeld, das in die Automaten geworfen werden muss. Pro Team und Spieltag sind das zwischen 20 und 25 Euro. Durchschnittlich drei Stunden dauert eine Partie. Die Ergebnisse der Spiele werden von den Teamcaptains per Whatsapp an Sven Krämer gemeldet, der sie dann in das System einpflegt.

Die Mannschaften

Der Fantasie bei der Namensgebung sind fast keine Grenzen gesetzt. Fast keine. „Sexistische oder rechtsradikale Namen gehen natürlich nicht“, nennt Markus Müller die Ausnahme. Alter schützt vor dem Dartsport nicht. Die ältesten Spieler im Kreis sind jenseits der 70, viele Aktive sind bereits seit den Anfangstagen mit dabei.

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