Bezirksliga 5

Das heiße Rennen geht auf die Zielgerade

Die Partie zwischen Germania Salchendorf und dem SC Drolshagen am Sonntag hat entscheidenden Charakter.Hier setzt sich SCD-Routinier (schwarzes Trikot) gegen den Salchendorfer Jan-Philipp Gelber durch.

Die Partie zwischen Germania Salchendorf und dem SC Drolshagen am Sonntag hat entscheidenden Charakter.Hier setzt sich SCD-Routinier (schwarzes Trikot) gegen den Salchendorfer Jan-Philipp Gelber durch.

Foto: meinolf Wagner

Drolshagen/Ottfingen.   Die Achterbahnfahrt in der Fußball-Bezirksliga 5 geht in die entscheidende Runde und wird am Sonntag ihren Abschluss finden.

Mit zwei Punkten Vorsprung vor dem SV Ottfingen geht Spitzenreiter SC Drolshagen in den letzten Spieltag.

Der Schlussakkord findet für beide Mannschaften im Siegerland statt. Die Schauplätze sind nur etwa drei Kilometer voneineinder entfernt. In der Wüstefeld-Arena in Salchendorf gastieren die Drolshagener und in der Irle-Arena in Deuz der SV Ottfingen.

Ein Ausruhen gibt es für beide Mannschaften nicht, denn sie werden mit offenem Visier zu Werke gehen. „Wer Meister werden will, der muss bei uns gewinnen“, orakelte Thomas Scherzer, Trainer von Germania Salchendorf, schon nach dem 1:0-Sieg des SV Ottfingen im Wüstefeld.

Vorteile

Der SC Drolshagen ist die beste Auswärtsmannschaft der Liga. Er spielt einen aggressiven und lauf intensiven Fußball. Die Schützlinge von Trainer Holger Burgmann überzeugen als Mannschaft im Gesamtpaket. Dafür spricht, dass der Ausfall von Taktgeber Sebastian Wasem als Team weitgehend aufgefangen wurde.
Der SV Ottfingen hat die leichtere Aufgabe beim Absteiger TuS Deuz, der vor Wochenfrist eine 0:8-Klatsche beim SC LWL kassierte. SVO-Trainer Benjamin Simon verfügt über eine erfahrene Mannschaft. Sie ist in der Lage, in Stresssituationen wie gegen Germania Salchendorf die Spiele in der Schlussphase zu entscheiden. Dennoch: „Ich bezweifele ein wenig, ob der SC Drolshagen Punkte in Salchendorf liegen lässt “, resümiert Karl-Heinz Linke, sportlicher Leiter. „Wir planen die Relegation, denn der SC Drolshagen hatte in den letzten Spielen immer die Nase vorne“.

Ausgangsposition

Spitzenreiter SC Drolshagen ist Meister, wenn er siegt, ohne Wenn und Aber. Der SV Ottfingen hat es selbst nicht mehr in der Hand, aus eigener Kraft den Titel und Aufstieg zu schaffen. Ein Sieg beim TuS Deuz ist Voraussetzung.

Kader

„Ausschlagend ist die mannschaftliche Geschlossenheit. Der Teamgeist und die Jungs wollen unbedingt Meister werden“, betont Tobias Stahlhacke der sportliche Leiter des SC Drolshagen. „Wir haben über viele Jahre schon zusammengespielt“.


Der Kader des SV Ottfingen ist mit viel Erfahrung ausgestattet. Auch spricht die individuelle Klasse für die Mannschaft von Trainer Benjamin Simon. „Es sind noch einige Spieler angeschlagen und wegen der Relegation ist die geplante Mannschaftsfahrt schon abgesagt worden“, sagte Karl-Heinz Linke.

Druck

„Selbstverständlich haben wir Druck, das haben wir schon in den letzten Spielen gehabt, aber auch personell. Uns fehlen Sebastian Wasem, Christopher Koch oder auch Jannis Rothstein“, bilanzierte der Trainer Holger Burgmann vom SC Drolshagen, „aber die Mannschaft kann mit der Situation umgehen, das war gegen Fortuna Freudenberg beim 2:1 und auch gegen den Niederschelden beim 1:0 so.“ Mit einem Scheitern beschäftige man sich im Vorfeld nicht. Burgmann: „Das kann man immer noch machen, wenn es nicht geklappt hat“.

„Wir haben den Druck zu gewinnen, aber der größere Druck herrscht beim SC Drolshagen, denn der muss bei Germania Salchendorf bestehen“, betonte Benjamin Simon, Trainer des SV Ottfingen. „Natürlich ist es enttäuschend, dass wir in diese missliche Lage gekommen sind, aber in den Auswärtsspielen waren wir zu unterschiedlich“. Weiter gab Simon zu verstehen: „Wir werden mit dem dünnen Kader der letzten Wochen anreisen und ich hoffe, dass Fabian Kolb wieder zur Verfügung steht“.

Drumherum

Als Verein ist der SC Drolshagen für die Landesliga gerüstet, und der Sportplatz Buscheid auch. Es sind großzügig angelegte Kabinen vorhanden und die Parkplatzsituation wird sich durch den Neubau des Kindergartens entspannen. Personelle Überlegungen stehen auch schon im Raum.

Für die kommenden Spielzeit ist der Kader des SV Ottfingen mit 27 Spieler deutlich breiter aufgestellt. Das Sportheim ist in die Jahre gekommen und deshalb wird es einen Neubau geben.

Sportliche Leitung

Tobias Stahlhacke, SC Drolshagen: „Wenn mir einer vor der Saison gesagt hätte, dass wir um die Meisterschaft spielen hätte ich einige Fragezeichen gehabt. Dass sich mein Kollege Karl-Heinz Linke mit einem Titel verabschieden will, kann ich verstehen“.

Karl-Heinz Linke, sportlicher Leiter SV Ottfingen: „Nach der 2:4-Niederlage gegen den Kiersper SC zu Hause ist für mich eine Welt zusammengebrochen. Ich habe eine Woche gebraucht, um wieder in die Spur zu kommen. Vielleicht haben wir auch den einen oder anderen Fehler in der Vergangenheit gemacht“. Dem Mitbewerber zollt er Respekt: „Die sportliche Entwicklung ist der Grundstein des SC Drolshagen und begann bereits in der letzten Saison. Glückwunsch dafür.“

Trainer

Holger Burgmann ist ein Glücksfall für die Mannschaft und den gesamten Verein SC Drolshagen, denn er setzt die erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers Matthias Würde unvermindert fort. Er hat die Mannschaft noch weiter entwickelt.

Im Gegensatz zu seinem Drolshagener Kollegen ist Benjamin Simon ein junger Trainer. Er kam ganz unverhofft in die Position des Cheftrainers, als Sascha Lichtenthäler kurzfristig absagte.

Während Drolshagen und Ottfingen um die Meisterschaft kämpfen, sind die Spiele der anderen Fußball-Bezirksligisten aus dem Kreis Olpe ohne Bedeutung für Auf- und Abstieg.

Das gilt für das Kreisderby zwischen dem VfR Rüblinghausen und dem SC LWL 05. Beide Mannschaften haben den Klassenerhalt am vorletzten Wochenende klar gemacht und treffen bereits am heutigen Freitag um 19.30 Uhr im vorgezogenen Spiel in Rüblinghausen aufeinander. „Natürlich wollen wir zum Abschluss der Saison noch einmal gewinnen“, erklärte VfR-Coach Avdi Qaka und kündigte an: „Unsere Nachwuchsspieler werden wir auch wieder mit einbauen.“ Der SC LWL präsentierte sich zuletzt in Torlaune: Am vergangenen Sonntag schoss die Elf von Dawid Jaworski den TuS Deuz mit 8:0 vom Platz, zuvor hatte er 6:1 in Plettenberg gewonnen.

Beim Absteiger SG Hickengrund will der FC Altenhof am Sonntag um 15 Uhr zum Abschluss noch einmal punkten. „Ein Dreier am letzten Spieltag gibt immer ein gutes Gefühl für die kommende Vorbereitung“, erklärte der Altenhofer Trainer Oliver Mack.

Am Ende ist es doch noch eine enttäuschende Saison für den SV 04 Attendorn geworden. Der Absteiger aus der Fußball-Landesliga spielt schon seit einigen Wochen im Titelrennen der Bezirksliga keine Rolle mehr und muss aufpassen, den fünften Tabellenplatz nicht noch zu verlieren. Das letzte Saisonspiel bestreiten die seit Wochen personell gebeutelten Hansestädter beim TuS Plettenberg. Hier trifft der SV 04 mit TuS-Trainer Kosta Michaelidis auf einen ehemaligen Attendorner und mit Abwehrspieler Dustin Langenberg auf einen Rückkehrer. Anstoß im Lennestadion ist am Sonntag um 15.30 Uhr.

Den Abschied als Trainer hat sich Matthias Kremer bestimmt anders vorgestellt. In den beiden letzten Meisterschaftsspielen kassierte die SG Serkenrode/Fretter gegen das Schlusslicht TuS Müschede und den Spitzenreiter TuS Langenholthausen immerhin 13 Gegentreffer. Damit hat die SG im zweiten Bezirksligajahr schon 86 Gegentore auf dem Konto. Jetzt hofft Kremer, dass die Frettertaler zum Schluss bei den Sportfreunden Birkelbach etwas holen. Anstoß in Birkelbach ist am Sonntag um 15 Uhr.

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