100 Jahre SpVg Olpe

„Das ist etwas ganz Besonderes“

Björn Schneider, Vorstandsmitglied der SpVg Olpe.

Björn Schneider, Vorstandsmitglied der SpVg Olpe.

Foto: Michael Meckel

Olpe.   Das Stadtfest ist gerade vorbei, da steht in Olpe die nächste große Feier an.

Die Spielvereinigung Olpe feiert am Freitag, 24. Mai ab 19.19 Uhr am Kreuzberg ihren 100. Geburtstag. Wir sprachen mit Björn Schneider, Vorstandsmitglied und Sportlicher Leiter des Fußballvereins.

Wie groß ist die Vorfreude?

Björn Schneider: Riesig! Der 100. Geburtstag ist etwas ganz Besonderes. Ich freue mich total auf diesen Abend.

Mit wie vielen Gästen rechnen Sie?

Das ist schwer zu sagen; 250 bis 300 sollten es schon werden.

Gibt es Personen, auf die Sie sich besonders freuen?

Hoffentlich kommen viele ehemalige Weggefährten; da waren schon ein paar Granaten dabei.

Was bekommen die Gäste alles geboten?

Das Motto der Party lautet „Ein Wiedersehen mit alten Freunden“ – und genau das soll es auch sein. Im Mittelpunkt steht ganz klar das Treffen aller ehemaligen Haudegen. Es wird einen offiziellen Teil geben, wir werden die Chronik vorstellen und eine kleine Talk-Runde mit ehemaligen Kapitänen haben. Dann steht das Wiedersehen der alten Freunde, Musik, Tanz, schlichtweg ein schöner, gemütlicher Abend im Vordergrund.

Gibt es ein besonderes Highlight?

Auf besondere Highlights wie „der Prominente im Sack“ haben wir bewusst verzichtet.

Zur Chronik: Wer hat alles daran gearbeitet?

Mehrere Leute. Hervorzuheben sind Michael Olberts, Dietmar Gurres und Ludger Heuel. Nach allem was ich gehört habe, wohl Tausende von Stunden. Das war eine unfassbare Arbeit.

Was war für Sie das schönste und negativste Ereignis bei der SpVg?

Als Spieler waren die Aufstiege in die Landesliga 1999 und in die Verbandsliga 2008 die Höhepunkte. Der verpasste Aufstieg mit der verlorenen Relegation gegen Avenwedde 2003, gepaart mit der unnötigen Entlassung von Ottmar Griffel, ärgern mich bis heute. Heute freue ich mich als E-Jugendtrainer über die Entwicklung unserer jungen Wilden. Die haben noch richtig Bock auf Fußball. Am schönsten ist, dass ich meine besten Freunde bei der SpVg Olpe kennengelernt habe. Das bleibt für immer.

Wie groß ist bei Ihnen die Erleichterung, dass vor der großen Feier im Abstiegskampf alles entschieden ist und Sie nicht noch ins Finale gegen den VSV Wenden müssen?

Groß. Auf das Abstiegs-Derby am letzten Spieltag hätten wohl beide Vereine keine Lust gehabt. Als wir unsere 100 Jahresfeier terminierten, wussten wir, dass wir quasi „all in“ gehen. Es hat ja zum Glück geklappt.

Nach dem Abstieg im letzten Jahr und 14 Abgängen galt die SpVg Olpe bei vielen „Experten“ als Abstiegskandidat Nummer eins....

Trotz der zahlreichen Abgänge war uns klar, dass die Jungs, die uns die Treue gehalten haben und die Jungs, die dazugekommen sind, absolut landesligatauglich sind. Das große Plus dieser Mannschaft war von Beginn an ihr Herz und ihre Leidenschaft! Trotz des kleinen Kaders, trotz der zahlreichen Ausfälle, die Truppe ist immer ohne zu jammern marschiert. Hinzu kommt natürlich, dass unser Trainer-Trio Thomas Hütte, Mounir Saida und Guido Dömer einen Top-Job gemacht hat.

Allerdings wurde es in der Rückrunde schon ein wenig eng. Kamen da schon manchmal böse Erinnerungen an die letzte Saison auf, als es am Ende zum Abstieg kam?

Natürlich spukte einem nach der vorherigen Saison auch mal der „worst case“ im Kopf rum. Einen weiteren Abstieg hätten wir vermutlich nicht verkraftet.

Die zweite Mannschaft hat den direkten Aufstieg verpasst und muss in die Relegation. Woran hat es gelegen?

Das ist schwer zu sagen. Im vorletzten Heimspiel gegen den RSV Listertal gab es eine Szene, in der wir das 2:0 machen müssen und im Gegenzug das 1:1 kriegen. Das hat der Mannschaft gefühlt den Stecker gezogen. Ich bin aber sicher, dass die Jungs im Aufstiegsspiel nochmal alles raushauen werden. Sie sollen sich für eine tolle Saison belohnen.

Zurück zur Landesliga-Mannschaft. Wie sehen die Planungen für die nächste Saison aus?

Unser Kader bleibt fast komplett zusammen, bislang sind vier Neuzugänge fix. Wir können deutlich entspannter in die Zukunft blicken als zum gleichen Zeitpunkt des vergangenen Jahres.

Sie selbst haben als Sportlicher Leiter mal die „Notbremse“ gezogen, sprich einen Trainerwechsel vollzogen. Wie sehen Sie die Entwicklung in Sachen Trainerwechsel in der Bundesliga und auch in den Amateurligen?

Wir haben in den zehn Jahren ein einziges Mal die Notbremse gezogen, und zwar bei Marek Lesniak. Das tut uns auch bis heute noch weh, da Marek ein ganz netter Kerl ist. Den Abstieg konnten wir dadurch übrigens auch nicht mehr verhindern. Trainerentlassungen sind generell undankbar und führen dementsprechend auch unangenehme Gespräche mit sich. Mittlerweile werden ja sogar Tabellenführer- und Meistertrainer entlassen. Das Problem ist, dass man schlichtweg als Außenstehender nicht weiß, was intern los ist. Wenn das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer zerrüttet ist, ist das vermutlich der letzte Ausweg. Ob das moralisch dem Trainer gegenüber korrekt ist, insbesondere im Amateurbereich? Ich denke nicht!

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