Fußball-Bezirksliga 5

Dawid Jaworski nicht mehr Trainer von RW Lennestadt

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RW Lennestadt Dawid Jaworski

RW Lennestadt Dawid Jaworski

Foto: Michael Meckel

Grevenbrück.  Das Spiel gegen seinen langjährigen Ex-Verein SC LWL 05 am kommenden Sonntag entgeht Dawid Jaworski.

Denn der 37-Jährige ist ab sofort nicht mehr Trainer des Fußball-Bezirksligisten Rot-Weiß Lennestadt.

Spiry Vormweg wird den Posten zunächst bis zur Winterpause übernehmen. Ihn unterstützen der jetzige Co-Trainer Lukas Heuel und Kapitän Christopher Dietermann.

Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte, war die 1:7-Klatsche am vergangenen Sonntag beim Tabellennachbarn FC Freier Grund. War das schon ein Signal, dass die Mannschaft nicht mehr mitzog, ein Indiz dafür, dass sie nicht mehr hinter Jaworski stand? Das mochte Jens Kurzenacker, Ressortleiter Öffentlichkeitsarbeit/Marketing, nicht bejahen. Personelle Probleme waren sicherlich ein Grund für das 1:7. Kurzenacker: „Es war so, dass der Kader schon sehr dezimiert war. Aber ob es dann gleich mit 1:7 gegen einen Tabellennachbarn ausgehen musste, das haben wir uns natürlich auch gefragt.“

1:7 bringt Fass zum Überlaufen

Auch Dawid Jaworski hatte nicht das Gefühl, dass die Mannschaft nicht mehr hinter ihm gestanden habe. Diese Befürchtung hätte man hegen können, nachdem am 1. November publik geworden war, dass die Zusammenarbeit zwischen RW Lennestadt und Jaworski ohnehin zum Saisonende auslaufen würde.

Aber das Gegenteil war, zumindest kurzfristig, der Fall. Der Ex-Trainer: „Das erste Spiel nach dieser Entscheidung war das gegen Rothemühle, wo wir zwar 1:3 verloren haben, aber ein wirklich ein überragendes Spiel gezeigt haben, das wir nicht verlieren mussten. Da hatte ich den Eindruck, die Mannschaft lebt noch.“ Aber dann folgte das böse Erwachen bei Freier Grund. „Ein komplettes Versagen war das“, sagte Jaworski.

Nun hat RW Lennestadt eine große Fangemeinde, auch bei Auswärtsspielen. Hatte sich da schon Missstimmung breit gemacht? Kurzenacker: „Natürlich kommt da Unmut auf. Wem schmeckt schon eine Niederlagenserie mit zum Teil desaströsen Ergebnissen? Jedem, der RWL im Herzen hat, tut das weh.“ Aber am Ende entscheidet der Vorstand darüber, ob es mit dem Trainer weitergehe. Nicht die Fans.

Die Bruchlandung bei Freier Grund war die vierte Niederlage in Folge; in diese Negativserie fiel auch das 3:7 gegen den SV Ottfingen. „Es sind jetzt noch drei Spiele bis zur Winterpause. Man muss nur auf die Tabelle schauen und sich ausmalen, was passiert, wenn wir die allesamt verlieren.“ Sollte es so weitergehen wie es in den letzten vier Spielen verlief, dann ist dieses Schreckensszenario nicht ausgeschlossen. „Und dann kannst du das Ganze schon zur Winterpause abhaken“, befürchtete Jens Kurzenacker. Zwei Heimspiele hat RWL bis dahin noch: Gegen den SC LWL 05 am Sonntag, und gegen den VfR Rüblinghausen zum Jahresabschluss. Dazwischen liegt das Auswärtsspiel beim Tabellenzehnten FC Eiserfeld.

Kein Glaube mehr an die Wende

Letztlich habe man „nicht mehr das Gefühl gehabt, dass von Dawid eine Trendwende hätte eingeleitet werden“ könne, fuhr Jens Kurzenacker fort. Aber ein Impuls vom Trainer, der einen Umschwung einleiten könne, sei erforderlich gewesen. Nur: „Die Hoffnung, dass sich bis Weihnachten noch Veränderungen einstellen würden, hatten wir gar nicht mehr“, ließ Jens Kurzenacker durchblicken. Dennoch zeigte sich Dawid Jaworski zumindest „ein bisschen überrascht“, wie er zugab. „Ich hatte schon gehofft, dass ich noch Punkte holen könnte vor der Winterpause.“ Und noch gegen den SC LWL spielen dürfte. „Mit denen hätte ich mich noch gern duelliert. Mit Sebastian Arens als Co-Trainer, da gibt es eine Freundschaft zwischen uns.“

Am Dienstag, vor dem Training, fand das entscheidende Treffen zwischen dem Trainer und dem Sportvorstand statt. „Es war ein sehr sachliches Gespräch über die Situation“, berichtete Jens Kurzenacker, „es war auch nicht so, dass das Ganze in Emotionen unterging, wie das vielleicht anderswo mal, passiert.“ Intensiv sei die Unterredung gewesen, klar. Aber auf eines legt Jens Kurzenacker Wert: „Wir gehen nicht im Bösen auseinander. Wir wollten das Verständnis füreinander aufrechterhalten, und das ist uns auch gelungen. Ich werde einen Teufel tun, irgendetwas Schlechtes über Dawid Jaworski loszuwerden. Das würde dem Ganzen nicht gerecht.“

Auch Jaworski bestätigt die sachliche Atmosphäre des Gesprächs und dass man im Guten auseinander gegangen sei. „Ich habe Verständnis für die Entscheidung, dass der Schritt jetzt gemacht wurde.

Anschluss halten

Nun erhoffe man sich durch das Team rund um Spiry Vormweg einen Motivationsschub innerhalb der Mannschaft, um dem Ziel Klassenerhalt wieder ein Stück näher zu kommen. Jens Kurzenacker: „Bei Dawid Jaworski möchten wir uns für seine engagierte Arbeit in den letzten Monaten bedanken. Wir wünschen ihm für seine private und sportliche Zukunft alles Gute.”

Dass zum Saisonende Schluss sein würde in Grevenbrück, ist seit gut drei Wochen klar. Einen neuen Verein hat Dawid Jaworski noch nicht in Aussicht. „Keine Gespräche. Wenn es trainertechnisch nicht klappen sollte, muss ich die Schuhe nochmal schüren“, lachte er. Warum nicht, mit gerade mal 37 Jahren.

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