Westfalenliga

Denkwürdiger Saisonauftakt der SG Finnentrop/Bamenohl

Das 1:0 für die SG Finnentrop Bamenohl: Tobias Kleppel (links) kommt vor Wiemelhausens Fabrizio Leone an den Ball und trifft.

Das 1:0 für die SG Finnentrop Bamenohl: Tobias Kleppel (links) kommt vor Wiemelhausens Fabrizio Leone an den Ball und trifft.

Foto: Lothar Linke

Finnentrop/Bamenohl.  Jubelszenen, Schockmomente und allgemeines Haareraufen: Diesen Saisonauftakt wird die SG Finnentrop/Bamenohl so schnell nicht vergessen.

Und das weniger wegen des 3:2 (2:1)-Sieges gegen Concordia Wiemelhausen zum Westfalenliga-Start, sondern wegen der Begleitumstände.

Dies gilt vor allem für zwei Mitwirkende: Mike Schrage und Moritz Kümhof. Die beiden SG-Spieler waren in der 67. Minute im Mittelkreis böse mit den Köpfen zusammengestoßen und blieben minutenlang am Boden liegen.

Betretene Stille

Mike Schrage blutete stark. Um die Spieler kümmerten sich Betreuer beider Seiten. Betretene Stille herrschte auf der gesamten Platzanlage, Hoffen und Bangen bei Zuschauern und Verantwortlichen.

Bis Applaus aufkam. Erleichterter Applaus, als beide wieder aufstehen und den Platz verlassen konnten. Doch an Weiterspielen war nicht zu denken, das sah jeder Laie. Kümhof trug einen Kopfverband, Mike Schrage ein dickes, mittlerweile rot gefärbtes „Kissen“ über der stark blutenden Nase. Er kam ins Krankenhaus Lüdenscheid, Moritz Kümhof wurde nach Lennestadt gebracht. Auf diesem Wege beiden beste Genesung.

Und das Spiel? Sein erstes Kapitel schrieb Tobias Kleppel unter dem Titel „die Schweren macht er, die Einfachen nicht.“ In der 6. Minute tauchte er allein vor dem Tor auf, nahm den Ball volley, Torwart Roll klärte mit Fußabwehr. Anspruchsvoller war Kleppels Abschluss dann in der 19. Minute. Mike Schrages flachen Freistoß verlängerte er blitzgescheit zum 1:0 ins lange Eck.

Dass Wiemelhausen schon ein größeres Kaliber war, zeigte sich danach. Der Ausgleich in der 28. Minute war verdient. Aber die SG machte es ihnen in dieser Szene auch leicht. Über Scherff und Yeboah konnten die Wiemelhauser sich unbehelligt bis zum Torschützen Luca Sundermann durchkombinieren.

Phillip Henes’ sehenswertes 2:1

Entschädigt für diesen Rückschlag wurden die Heimfans dann noch vor dem Halbzeitpfiff. Mit einem echten Schmankerl, serviert vom Kapitän persönlich. Phillip Hennes bekam 25 Meter vor dem gegnerischen Tor den Ball, legte ihn sich vor, und drosch ihn, als er auftickte, mit Wucht unter die Torlatte zum Finnentrop/Bamenohler 2:1. Der Drall machte die Flugbahn zur Bogenlampe, Concordia-Torwart Roll hätte vielleicht eine Chance gehabt, hätte er auf der Torlinie gewartet. Aber welcher Keeper steht dort in einer solchen Spielsituation?

21 Minuten nur spielte Hasan Dogrusöz, schaffte es aber, in diesem kurzen Zeitfenster zum auffälligsten SG-Akteur zu werden. Nur drei Minuten nach seiner Einwechslung foulte ihn Armel-Aurel Nkam, Christopher Hennes verwandelte den Elfer zum 3:1.

Es folgte eine Salve von vergebenen Chancen, die den Augenzeugen die Haare zu Berge stehen ließen, und an denen auch Dogrusöz, der zwar richtig Wirbel machte, aber unglaubliches Pech an den Füßen hatte, beteiligt war. „Sie hätten uns abschießen können,“ gab Gästetrainer Jürgen Heipertz zu. Doch statt mit vier, fünf Toren hinten zu liegen, kam seine Elf trotz Unterzahl - Sundermann hatte in der 57. Minute Gelb-Rot gesehen - durch Dennis Gumpert auf 2:3 heran. Dass die SG tatsächlich noch zittern musste - auch das gehört zu den Kuriositäten dieser Partie.

SG: Shaqiri, Lang, Kleppel, Christopher Hennes, Mike Schrage (74. Laurits Strotmann), Heiko Entrup, Lasse Strotmann, Kümhof (74. Papadopoulos), Phillip Hennes, Fischer, Herrmann (68. Dogrusöz).

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