Westfalenliga

Der lang ersehnte Sieg des FC Lennestadt ist endlich da

Steffen Hebbeker (Nummer 3) im Zweikampf der Torschützen gegen den Iserlohner Johannes Zottl.

Steffen Hebbeker (Nummer 3) im Zweikampf der Torschützen gegen den Iserlohner Johannes Zottl.

Foto: Philipp Stange

Lennestadt.   Nach 13 Spielen ohne Sieg hat es der FC Lennestadt wieder gewonnen.

Auf die schmunzelnd gemeinte Frage des Berichterstatters, ob FCL-Coach Jürgen Winkel denn noch das Gefühl eines Sieges kennt, nahm der Halberbrachter den Ball gekonnt auf und antwortete postwendend „nur aus Trainingsspielen.“ Seit Mitte Oktober lechzten alle, die es mit dem FC Lennestadt halten, nach dem süßen Gefühl eines „Dreiers“ und als nach dem Abpfiff des 4:2-Sieges prasselnder Applaus auf die Akteure herab regnete, merkte man wie viele Steine den FCL Anhängern von der Seele plumpsten.

Von Beginn an ließ der FC Lennestadt den FC Iserlohn kommen. Mit einer guten Höhe der letzten Abwehrkette hielt man den Gast in der Anfangsphase gekonnt vom eigenen Tor weg. Längere Ballstafetten der Waldstädter verliefen ohne große Gefahr oder Ertrag.

Der Westfalenliga-Aufsteiger wich ein wenig vom nominellen 4-4-2 System ab und agierte leicht asymmetrisch in einem 4-4-1-1, wo Co-Trainer Moritz Thöne als „hängende Spitze“ Florian Friedrichs mit Bällen füttern sollte. Was im späteren Spielverlauf noch von Erfolg gekrönt sein sollte.

In der ersten halben Stunde hatten beide Teams nichts Zwingendes im letzten Drittel zu verzeichnen. Sieht man von einem Hochstein Linksschuss und einer knapp verpassten Chance von Friedrichs auf der einen Seite und zwei Halbchancen vom FCI, die im Abwehrverbund geklärt wurden, ab. Winkel: „Wir wollten anfangs tiefer stehen. Das klappte auch gut bis zu dem individuellen Fehler.“ Gemeint war die 32. Minute Nach einem schnell ausgeführten Freistoß verloren die Hausherren die Kugel und per Schnittstellenpass besorgte Johannes Zottl gegen die aufgerückte FCL-Defensive die Führung für die Gäste.

Steffen Hebbeker erzielt das 1:1

Nach der Pause kam der FCL dann aber wie ausgewechselt aus der Kabine. Winkel: „Wir haben uns 10 bis 15 Meter höher aufgestellt und sind aktiv drauf gegangen.“ Die FCL-Maschine lief nun auf Hochtouren. Sechs Minuten nach Wiederanpfiff besorgte Steffen Hebbeker den Ausgleich. Gouranis und Daniel Schmidt hatten vorher die Iserlohner Abwehr ausgehebelt.

Von der erneuten Führung der Gäste ließ sich die Winkel-Elf nicht beirren. Direkt im Gegenzug fiel der Ausgleich. Moritz Thöne per „Zuckerpass“ auf Friedrichs, der seinen ersten Streich zelebrierte und kurz darauf Thöne selbst per fulminanten Schuss in die lange Ecke ließen die Herzen der Anhänger höher schlagen.

Einziger Wermutstropfen: Marvin Gouranis holte sich nach einer guten Stunde durch ein Einsteigen gegen den Gegenspieler die rote Karte ab. Aber auch mit zehn Spielern war der FCL klar Herr im Haus. Endgültig den Deckel drauf machte Friedrichs nach einem unnachahmlichen Antritt mit dem 4:2. So zog ein glücklicher FCL-Trainer Resümee: „Nach den Toren ist das Selbstbewusstsein bei jedem wieder da gewesen. Jeder von den Jungs hat nach der roten Karte nochmal zehn Prozent drauf gepackt. Keine Ahnung, wie das ging. Da merkt man, was Erfolgserlebnisse ausmachen können.“ Und verabschiedete sich verdientermaßen mit der Aussage „Erst mal Bier trinken.“

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