Leichtathletik

Der Unverwüstliche unter den Volksläufen

Startschuss zum Herbstwaldlauf Fretter im Sportpark Giebelscheid.

Startschuss zum Herbstwaldlauf Fretter im Sportpark Giebelscheid.

Foto: SC Fretter

Fretter.  Seit 55 Jahren gibt es den Herbstwaldlauf des Skiclub Fretter. Eine Ewigkeit im schnelllebigen Sport.

Etwas Stolz schwang schon mit bei Joachim Sasse: „Wir sind der zweitälteste Volkslauf in Westfalen,“ sagte der Leichtathletik-Trainer des Skiclubs Fretter, „ich glaube, in Altastenberg gibt es einen, der noch etwas älter ist.“

Sasse spricht vom Herbstwaldlauf in Fretter, und der findet am Samstag, den 21. September zum 55. Mal statt. Eine phänomenale Zahl ist das für sich allein schon. Aber nimmt man das „Läufe-Sterben“ dieser Zeiten hinzu, um nur das Aus des Biggesee-Marathons als Beispiel zu nennen, sind diese 55 Jahre erst recht ein Traumwert.

Wie schafft man so etwas? „Gute Frage. Aber es liegt wohl daran, dass man immer noch die Leute hat, die es machen wollen,“ sieht Joachim Sasse einen treuen Stamm von Organisatoren als Grund für das gesegnete Alter dieses Laufs. „Das haben wir über Jahre schon. Früher war es Hermann Brutscheid, der das Ganze voran getrieben hat, dann die Heimes-Brüder über die ganzen Jahre ebenfalls.“

Immer ansprechbar

In den letzten zehn, zwanzig Jahren habe sich die Mannschaft zwar nach und nach ausgetauscht. Dennoch weiß der Verein immer noch Menschen in seinen Reihen, die mit anpacken. „Das ist in erster Linie Stefan Kramer, der die ganze Organisation übernommen hat,“ nennt Joachim Sasse den 1. Vorsitzenden des Skiclubs, „dazu kommt mein Bruder Matthias und ich auch.“ Außerdem seien ältere Athleten, oder Eltern der Kinder, die vom Skiclub sehr unterstützt werden, immer ansprechbar. Ob es gilt, Kuchen zu spenden oder Würstchen zu verkaufen. Ein Geben und Nehmen halt.

Zugute kommt dem Klub auch die Funken- und Prinzengarde. „Das ist ja nochmals ein ganzer Pool von Helfern für die Streckenposten und Absperrungen beispielsweise. Das sind schon so um die zwanzig Mann, die man da in den Wald schickt.“ Wenn der Verein diese Ehrenamtlichen nicht hätte, „dann wäre der Lauf möglicherweise auch schon aufgegeben worden.“

Ist er aber nicht. Und das trotz eines Faktors, den man nun beileibe nicht als Standort-Vorteil bezeichnen kann. Sasse stimmt da zu: „So ein bisschen sind wir schon an der Ecke. Vor allem, wenn man sich im Vergleich dazu Wenden oder Olpe anschaut mit ihrer Nähe zur Autobahn und zu Ballungszentren wie Siegen.“ Wenn man dagegen einen Kreis von etwa zehn Kilometer um die Kirche in Fretter ziehe, „dann kommen da nicht viele Leute zusammen,“ drückt es Sasse aus, „es ist schwierig, Menschen von weiter weg anzulocken, die sich überhaupt auf den Weg machen hierher.“

Die Teilnehmerzahlen sind mit 200 bis 300, Biker eingerechnet, stabil, Man ist zufrieden, jedenfalls in den letzten Jahren. Gut angenommen werde das Hobby-Mountainbike-Rennen mit Strecken über 20 Kilometer und für die ambitionierteren Hobby-Fahrer über 40 Kilometer.

Bike-Rennen zieht

Das Bike-Rennen ist seit acht Jahren Bestandteil des Events, „das zieht schon mal mehr als 100 Leute mehr an, plus Zuschauer,“ weiß Joachim Sasse. Ansonsten sei es ein „überschaubarer Lauf“, wie Joachim Sasse es formuliert.

Die Resonanz an jenen September-Samstagen in Fretter hängt auch maßgeblich davon ab, ob der Herbstwaldlauf zu einer Laufserie gehört oder nicht. „In irgend einem Jahr hatten wir mal keiner Serie angehört, da merkte man doch, dass die Teilnehmerzahlen in die Knie gegangen sind,“ erinnerte sich Joachim Sasse.

Teil des Hochsauerland-Laufcups

Im letzten Jahr war der Herbstwaldlauf Fretter noch ein Teil der Trailrun-Challenge, in diesem Jahr ist er der vorletzte Lauf des Hochsauerländer-Laufcups. Joachim Sasse: „Dadurch, dass der Fretteraner Lauf relativ spät ist im Jahr, sind viele dabei, die unbedingt noch einen Lauf haben müssen, um in die Wertung zu kommen. Die kommen dann natürlich.“

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