TV Olpe

Die gleichen und ungleichen Handballbrüder

Tom Fuhrmann (rechts) und Ben Fuhrmann vom TV Olpe.

Tom Fuhrmann (rechts) und Ben Fuhrmann vom TV Olpe.

Foto: Meinolf Wagner

Olpe.   Keine Straße ohne Schlaglöcher - und solche taten sich in der Karriere von Ben und Tom Fuhrmann, dem Handball-Brüderpaar des TV Olpe, schon auf.

Ben verhindert Tore, während sein Bruder Tom als gefährlicher Rückraumspieler mit Torgarantie beim Landesligisten in Erscheinung tritt. Es sind zwei ganz unterschiedliche Charaktere. Was ja einer Mannschaft nicht schadet. Zwei sehr unterschiedliche Wege, die in der kleinen Adolf-Wurmbach-Halle in Littfeld begannen und in Olpe wieder zusammen liefen.

Beide leben ihren Sport. „Für mich gab es immer nur den Handball und keine andere Sportart“, betonte Tom Fuhrmann. Dass galt im Jugendbereich in Ferndorf, wie auch beim RSV Eiserfeld - und in dieser Hinsicht auch für Ben Fuhrmann, den es in die „große, weite Handballwelt“, zum TV Großwallstadt, verschlug.

In der Handball-Hochburg Ferndorf wurde Tom Fuhrmann gefördert und gefordert, seine Anfänge wurden von Mirza Sijaric, heute sportlicher Leiter beim Zweitligisten TuS Ferndorf, angeschoben. Richtig los ging es in der A-Jugendbundesliga unter dem Siegerländer Urgestein Frank Wulfestieg. Tom Fuhrmann: „Die Gegner waren der TV Großwallstadt, TSG Münster, HG Saarlouis oder der VfL Gummersbach.“ Diese Zeit habe ihn geprägt, sagt er. Er musste Lehrgeld zahlen, sieht die Zeit aber auch als „unbezahlbaren Lernprozess“.

Harter Wettbewerb

Noch ein Jahr A-Junioren unter dem heutigen Olper Trainer Jo Braun, dann führte der Weg des torgefährlichen Rückraumspielers weiter nach oben. Ein harter und steiniger Weg. „Als Jugendspieler war ich fester Bestandteil in der Oberligamannschaft, aber es war ein harter Wettbewerb, um in die Mannschaft zu kommen“, blickt Tom Fuhrmann auf seine ersten Schritte im Männerhandball zurück. Weil der Kontakt zu seinem früheren Trainer Jo Braun nie abgerissen war, landete Ben Fuhrmann zum TV Olpe. „Ich hatte richtig Bock auf diese Mannschaft. Mein Ziel war und ist es, mit meiner Erfahrung weiter zu helfen.“ Er bezeichnet es als „Glücksfall“, mit Wael Horri noch zusammenspielen zu dürfen. Tom Fuhrmann über den ehemaligen tunesischen Nationalspieler: „Ein Handball-Künstler, von dem ich viel gelernt habe.“

Wie wie bei seinem Bruder Tom begann Ben Fuhrmanns Weg in der Adolf-Wurmbach-Halle in Littfeld. Nur dass es für ihn mit 13 Jahren in die weite Handball-Welt ging: Zur Handball-Akademie beim TV Großwallstadt. „In den ersten Wochen war ich alleine auf mich gestellt, und ich bin in der Zeit nicht nach Hause gefahren“, erinnert sich Ben Fuhrmann an seine Zeit im Frankenland, „so war das vom Verein gewollt, damit wir uns besser eingewöhnen konnten.“

Jan Redmann, der später Co-Trainer bei Rimpar wurde, und Milos Putera, Torhüter beim Bundesligisten DhfK Leipzig, haben den Ben Fuhrmann entscheidend gefördert und ihm manchen Tipp an die Hand gegeben.

Alles gut und schön, aber warum hat es nicht zum ganz großen Wurf gereicht? „Der Faktor war zum Teil ich selbst. Das das entscheidende Quäntchen Motivation hat eventuell manchmal gefehlt“, so die ehrliche Bilanz von Ben Fuhrmann, „aber auch strukturelle Veränderungen im Verein, ganz speziell im Nachwuchsbereich, waren nicht unbedingt fördernd“.

Haften geblieben sind bei ihm die Begegnungen mit der Vereinslegende schlechthin: Manfred Hofmann. Der hat beim TV Großwallstadt und im deutschen Handball alles erreicht, wurde 1978 Weltmeister. „Alle im Verein, und ganz besonders Hoppes, haben immer hinter mir gestanden“, erinnert sich der Torhüter im Gespräch mit unserer Zeitung an individuelles Training, Technik-Training und seine eigenen Methoden.“ Hoffmann sei „ein sehr bodenständiger Mensch, der nie den Star raus gekehrt hat. Einfach ein Super-Typ.“

Der Weg vom Siegerland nach Franken war für Ben Fuhrmann eine große Umstellung. Frühstück, Schule und tägliches Training. Auf diesen disziplinierten Ablauf legte man beim früheren Europapokalsieger großen Wert. Wurden die Ansprüche nicht erfüllt, war die Trennung fällig. Der ehemalige Chef der Handball-Akademie Manfred Hofmann der diese Einrichtung ehrenamtlich leitete, hat entsprechende Ansprüche: „Die berufliche und schulische Ausbildung steht bei uns unabdingbar im Vordergrund. Wir lassen uns regelmäßig über die schulischen Leistungen informieren. Sollten dann Mängel von den Lehrkräften und Trainern im Team festgestellt werden ziehen wir die Zügel an.“ Die Höchstrafe sind Trainings- und Spielpause.

Entdeckt wurde Ben Fuhrmann in einem Länderpokalspiel. „Wir haben ihn dann zum Probetraining eingeladen“, berichtete Manfred Hofmann.

Vor einem Jahr dann hat sich die Situation von Ben Fuhrmann total verändert. „Vom Leistungssport in den Breitensport ist eine große Umstellung“, erklärte er, „ich habe beim TV Olpe super Bedingungen vorgefunden, ein toller und familiärer Verein.“ Auch geht sein Blick in die Zukunft: „Hier kann ich auch den Grundstein durch meine Ausbildung zum Industriekaufmann legen, denn es gibt ein Leben nach dem Sport. Dann muss man auf stabilen Füßen stehen.“

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