Westfalenliga

Dirk Hennecke und das Eigentor in der Nachspielzeit

Vor 16 Monaten: Dirk Hennecke (rechts) im Duell mit dem damaligen FCL-Kapitän Moritz Thöne. Inzwischen ist Hennecke Cheftrainer des FSV Gerlingen und Thöne spielender Co-Trainer des FC Lennestadt.

Vor 16 Monaten: Dirk Hennecke (rechts) im Duell mit dem damaligen FCL-Kapitän Moritz Thöne. Inzwischen ist Hennecke Cheftrainer des FSV Gerlingen und Thöne spielender Co-Trainer des FC Lennestadt.

Foto: Michael Meckel

Gerlingen.  Für Dirk Hennecke, den Trainer des FSV Gerlingen, war es wohl einer der bittersten Minuten seiner Karriere.

Am 22. April 2018, im sechstletzten Landesliga-Spiel der Saison, standen sich am Bieberg der FSV Gerlingen und der Tabellenzweite FC Lennestadt gegenüber. Bis zur 70. Minute führte Gerlingen 1:0. Florian Friedrichs glich mit einem genialen Heber zum 1:1 aus.

Dann kam die erste Minute der Nachspielzeit. Und da unterlief Dirk Hennecke, dem spielenden Co-Trainer des FSV Gerlingen, ein Eigentor per Kopfball. Schlusspfiff.

Ein Treffer mit Folgen. Für den FCL war der 2:1-Sieg ein wichtiger Schritt zum späteren Aufstieg, Gerlingen rutschte auf den letzten Nichtabstiegsplatz ab. Mit drei Punkten Vorsprung auf Altenhof.

„Ja, das war schon bitter“

Dirk Hennecke, seit einem Jahr Cheftrainer des FSV Gerlingen, nimmt das Ereignis heute mit Humor: „So richtig kann ich mich gar nicht mehr daran erinnern. Aber jetzt kommen die Erinnerungen langsam wieder hoch. Ja, das war schon bitter. So ein Erlebnis gönne ich keinem meiner Spieler. Und letztlich ist ja auch alles gut gegangen.“ Das kann man wohl sagen.

Am Sonntag stehen sich beide Mannschaften eine Etage drüber, in der Westfalenliga, gegenüber. Für den FSV Gerlingen ist es das erste Westfalenliga-Spiel. Die Vorfreude auf das Spiel und das neue Umfeld ist riesig. Wir sind froh, dass es endlich richtig los geht. Test- und Meisterschaftsspiele sind einfach zwei verschiedene Sportarten“, so Dirk Hennecke.

Attraktiver Auftaktgegner

Und auch auf den FC Lennestadt als Auftaktgegner freut sich der FSV-Trainer: „Ich hätte nach unserem letzten Spiel gegeneinander nie gedacht, dass wir uns so schnell in einer Liga höher wiedersehen würden.“ Denn es war ja am Ende recht eng für den FSV Gerlingen im Aufstiegsrennen. Erst in der Relegation war der Sprung in die Westfalenliga perfekt. Dirk Hennecke: „Der FC Lennestadt als Gegner macht das Auftaktspiel noch attraktiver. Beide Mannschaften haben sehr treue Fans. Deshalb hoffe ich am Sonntag auch auf eine gute Kulisse.“

Vor dem Auftaktgegner hat Dirk Hennecke großen Respekt. „Was den FC Lennestadt vor allem auszeichnet, ist ihre Nervenstärke. Das hat die Mannschaft in der letzten Saison gezeigt, als sie im Endspurt noch den Klassenerhalt geschafft haben.“

Besonders freut sich Dirk Hennecke auf das Wiedersehen mit FCL-Trainer Jürgen Winkel. Der FSV-Trainer: „Wir waren mal Kollegen. Jürgen ist ein Top-Typ. Es spricht für ihn, dass er seit vielen Jahren bei einer der besten Mannschaften im Kreis Olpe arbeitet und erfolgreich ist. Wir haben immer gerne gegen den FC Lennestadt gespielt. Es ist schön, dass es jetzt wieder um Punkte geht“.

Auf Kirmes nach Wiemelhausen

Eine Woche nach dem FCL-Spiel muss Aufsteiger FSV Gerlingen bei Concordia Wiemelhausen antreten. Am Kirmes-Sonntag. „Sicher ist das ärgerlich“, sagt Dirk Hennecke, „aber ich habe gute Gespräch mit deren Trainer Jürgen Heiperz geführt. Und ich habe Verständnis, dass sie das Spiel nicht verlegen. Generell waren sie dazu bereit, aber einige Wiemelhauser Spieler müssen samstags arbeiten. Da würden wir ja auch nicht verlegen. Wir müssen die Situation annehmen, wie sie ist.“

Genauso wie die nicht gerade optimalen Vorzeichen insgesamt. Die Liga mit 17 Mannschaften sei nicht optimal und diskussionswürdig. Aber man könne das alles eben nicht beeinflussen.

„Wir wissen, dass es für uns schwer wird, die Liga zu halten. Wir sind von den 17 Mannschaften die einzige, die noch nie in der Westfalenliga gespielt hat,“ sagt Dirk Hennecke und verspricht: „Nach der eher durchwachsenen Vorbereitung müssen wir zusehen, dass wir schnell in Schwung kommen. Ich bin optimistisch. Mit unseren drei Neuzugängen bin ich sehr zufrieden. Wir werden aus unseren Möglichkeiten das Beste machen.“

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