Christian Bölsing

Ein Handballer durch und durch

Christian Bölsing setzt sich im Benefizspiel gegen den TuS Ferndorf durch.

Christian Bölsing setzt sich im Benefizspiel gegen den TuS Ferndorf durch.

Foto: Meinolf Wagner

Lennestadt/Olpe.   Der Wechsel von Christian Bölsing von Lennestadt/Würdinghausen nach Olpe ab 2019/20 gehört zu den spektakuläreren in der heimischen Handballszene.

Ein Spieler, dessen Stärken in den Eins-gegen-eins-Situationen und großem Kampfgeist liegen, der aber in schwierigen Momenten im Spiel immer zielführende Lösungen parat hat. 54 Tore in 11 von 19 Spielen in der aktuellen Saison sind schon ein eindrucksvolles Bewerbungsschreiben. „Er passt in unsere Mannschaft und durch Christian habe ich zusätzliche Möglichkeiten in der Spielgestaltung“, erklärte der Olper Trainer Jo Braun, „und er passt auch als Typ in unser Spiel.“

Christian Bölsing berichtet von „vielen guten Gesprächen mit Jo Braun und mit dem sportlichen Leiter Steffen Schmidt. Bölsing: „Deshalb war meine Entscheidung für den TV Olpe frühzeitig klar“. Was ihn freut: „Ich kenne viele Spieler noch aus meiner Zeit der A-Juniorenbundesliga wie Tom Fuhrmann, Daniel Strack, Lars Heinrich oder auch Alex Dröge. Mein Ziel ist es, mit voller Motivation die Aufgabe in Olpe anzugehen.“

Noch aber zählt die HSG Lennestadt/Würdinghausen. Bölsing: „Bei meinem jetzigen Verein werde ich bis zur letzten Minute alles geben, den besten Platz zu erreichen. Vielleicht kann ich mich als Meister verabschieden. Eine ganz schwierige Aufgabe. Natürlich ist mein aktueller Verein nicht über meine Pläne begeistert.“

Karriere vorgezeichnet

Christian Bölsing wird beim TV Olpe sowohl spielen, als auch als Jugendtrainer im Einsatz sein. Außerdem ist er Schiedsrichter. Erfahrungen als Trainer im Nachwuchsbereich sammelte Christian Bölsing bei seinem jetzigen Verein Lennestadt/Würdinghausen. „Die Aufgabe habe ich mir mit Philipp Theis und Patrick Bulle geteilt.“

Christian Bölsing ist Handballer durch und durch, Jugendtrainer und Schiedsrichter. „Ich habe Christian aus pädagogischen Gründen zu einem Schiedsrichter-Lehrgang geschickt“, erinnert sich sein jetziger Trainer bei der HSG, Klaus Kraß, „es hat sich gelohnt“. Die Karriere des Lennestädters war vorgezeichnet. Christian Bölsing konnte nicht anders. Seine Mutter Helga war eine exzellente Rückraumspielerin. „Meine Mama hat mich als Kind immer mit in die Halle genommen“, sagte Christian Bölsing, „nach der B-Jugend bin ich zum TuS Ferndorf und habe dort in der A-Jugendbundesliga West unter Trainer Frank Wulfestieg gespielt. Es war eine Zeit, die mich geprägt hat und der entscheidende Schritt, allein die Erfahrung und im Training immer an die absolute Leistungsgrenze zu gehen“, betonte Bölsing.

Hier ging es gegen den VfL Gummersbach, gegen die Juniorenakademie TV Großwallstadt oder den TV Hüttenberg - auch heute noch Schwergewichte in der Jugendbundesliga. Anschließend führte Bölsings Weg zur SG Attendorn/Ennest in die Bezirksliga. Hier machte er seine ersten Schritte im Seniorenbereich nach einem Jahr beim TuS Ferndorf III. Der Lennestädter Handballmacher Klaus Kraß brachte ihn weiter nach vorne und so war es logisch, dass er nach zwei Jahren in Attendorn den Weg zur HSG Lennestadt/Würdinghausen und wieder mit Kraß im Doppelpack einschlug.

Wertvolle Erfahrungen

Der Weg dieser beiden sollte sich noch öfter kreuzen. Neben dem Spiel auf dem Parkett hatte Christian Bölsing auch den Blick über den Tellerrand, denn es gibt noch ein Leben nach dem Sport. Sein beruflicher Weg wurde von Christian Bölsing zielstrebig voran getrieben. Das Ziel war Erzieher im Kinder- und Jugendbereich. Ein anspruchsvoller Beruf, der auch in der Ausbildung seine Ansprüche hat. Das Berufskolleg in Olpe gab die Basis für den weiteren Berufsweg. Es folgten vier Praktika und ein Anerkennungsjahr, sowie zwei Jahre auf der Schulbank. „Ich konnte Erfahrungen in den Kindergärten, aber auch bei meinem jetzigen Arbeitgeber Martinswerk Dorlar sammeln“, erklärte Christian Bölsing, „dort wird der ganze Mann gefordert, denn ich arbeite in einem Schichtdienst“. Weiter gab Bölsing zu verstehen: „Sollte ich aus beruflichen Gründen beim Training fehlen, werde ich in Eigeninitiative für meine Fitness sorgen“.

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