Fußball-Kreisliga B

Fabian Schmidt: „Ich weiß nicht, wie man sowas machen konnte“

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Fabian Schmidt, Trainer der SG Finnentrop/Bamenohl II.

Fabian Schmidt, Trainer der SG Finnentrop/Bamenohl II.

Foto: Lothar Linke

Rahrbachtal/Bamenohl.  Für das Spitzenspiel der Fußball-Kreisliga B am Sonntag um 14.30 Uhr haben sich der SV Rahrbachtal und Finnentrop/Bamenohl II gut warmgeschossen.

Während die erstplatzierten Gäste mit einem satten 8:1 bei Bleche/Germinghausen ihren Sechs-Punkte-Vorsprung auf die Rahrbachtaler verteidigten, untermauerten diese ihren zweiten Tabellenrang mit 6:4 bei der SG L.O.K. Wir sprachen mit Fabian Schmidt, dem Trainer der Finnentrop/Bamenohler Zweiten.

Die Tormaschinen der Liga treffen im Sportpark Rahrbachtal aufeinander. Beide Mannschaften sind oberhalb der 50er-Grenze. Sehen die Zuschauer am Sonntag ein 5:5 oder 6:5 oder 5:6?

Ich hoffe nicht. In dieser Liga kommt es auch nicht auf das eine Spitzenspiel an, sondern wie konstant du durch die Saison kommst. Das haben wir bisher ganz gut gemacht.

Die erste Mannschaft spielt in der Oberliga, die zweite in der Kreisliga B. Fünf Klasen Unterschied. Wie wird Ihre Mannschaft zuschauermäßig beachtet?

Bei den Heimspielen der Ersten ist schon der eine oder andere Zuschauer früher da. Wenn wir unter der Woche spielen, auch. Auswärts sind es zumeist Eltern von Spielern, die mitkommen. Aber das ist halt unser Los. Es kommt öfter vor, dass Gästevereine mehr Fans mitbringen als von uns dann da sind.

Jeder Verein hat seine Philosophie. So zum Beispiel, dass alle Seniorenmannschaften gleich sind und gleich behandelt und gepflegt werden. Ist das bei der SG auch so?

Das ist bei uns absolut so. Das war mir früher schon sehr wichtig (Fabian Schmidt war Sportlicher Leiter des Vereins, d.Red). Das haben meine Nachfolger auch so weitergeführt. Da kann man echt nichts sagen. Wir werden genau so ausgestattet, mit Trainingsanzügen zum Beispiel, wir kriegen genau so Zuschüsse für eine Weihnachtsfeier und was auch immer. Unsere erste Mannschaft muss genau so wie die zweite und dritte Mannschaft Arbeitsstunden leisten im Verein. Da gibt es keine Zwei- oder Dreiklassengesellschaft.

Ralf Behle ist Trainer der Oberliga-Mannschaft, Sie waren lange Sportlicher Leiter. Sie beiden kennen sich sehr lange. Ein Vorteil?

Ja, auf jeden Fall. Dadurch, dass man weiß, wie der andere tickt, weiß man auch, wann man ihn anspricht, wenn man was möchte. Das passt, so gut kennen wir uns. Es ist schon ein gutes Zusammenspiel. Natürlich hat jeder auch seine Ideen, muss auf seine Mannschaft gucken. Ich kann alles nachvollziehen. Wir geben auch zur Ersten ab, gerade in der Vorbereitung. Wenn Urlaubszeit ist, spielen Leute aus der Zweiten bei der Ersten. Mir ist klar, dass die Erste Priorität hat.

Beim Spiel in Bleche wirkten mit Julian Scheppe und Lasse Strotmann zwei etatmäßige Spieler aus der Oberligamannschaft mit. Also herrscht ein ausgeglichenes Geben und Nehmen?

Das haut schon hin. Alles gut. Das liegt auch immer daran, wie die Verletztensituation in der Ersten ist, wie ist der Kader generell. Ansonsten sind wir auch dafür da, Spieler, die aus einer langen Verletzungszeit rauskommen, wieder heranführen. Tobi Kleppel zum Beispiel hat zum Saisonanfang ein, zwei Spiele bei uns gemacht, weil er da noch kein Thema in der Ersten war, obwohl er ein Superspieler ist. Das ist auch für uns eine tolle Sache, solche Spieler bei uns zu haben, aber sicher auch für den Spieler an sich, dann lieber 60 oder 90 Minuten in der Zweiten zu kriegen und dann wieder in die normale Trainingswoche der Ersten zu gehen.

Ist es ein formuliertes Vereinsziel, dass die zweite Mannschaft so nah wie möglich unterhalb der Ersten spielt? Also Kreisliga A oder höher?

Der Sprung zur Bezirksliga ist groß. Ich möchte mal behaupten, dass die ersten vier, fünf Mannschaften der Kreisliga B auch in der A-Liga mithalten können. Wir haben ja auch schon regelmäßig gegen A-Kreisligisten getestet, und es war ja nicht so, dass wir da hoffnungslos unterlegen waren. Das waren alles Spiele auf Augenhöhe.

Wen würden Sie als Führungsspieler Ihrer Mannschaft sehen?

Es gibt Leistungsträger, Führungsspieler, das kann auch schonmal gleich sein, aber es gibt auch Spieler, die von der Führung der Mannschaft nicht so da sind, die aber jede Woche performen. Und es gibt Typen wie Bene Feldmann. Der ist ein absoluter Führungsspieler und Leistungsträger und enorm wichtig bei uns und für die jungen Spieler. Er haut sich immer voll rein und gibt gute Hilfestellungen mit an die Hand. Der geht schon voran, von der Moral, von der Einstellung.

In der Kreisliga A spielen drei Reservemannschaften mit recht unterschiedlichem Erfolg. Der FC Lennestadt steht ganz oben, Gerlingen und LWL in der unteren Hälfte. Beobachten Sie das, kann man von den Vereinen etwas abschauen?

Wir machen auch schonmal Testspiele gegeneinander, wenn wir gegen FC Lennestadt II gespielt haben, unterhält man sich auch mit Thomas Stemmer über diese Thematiken, wie macht ihr das? Im Grund ist es überall gleich mit den zweiten Mannschaften, da macht’s nicht einer besser oder schlechter. Es hängt auch vieles von der Personalsituation in den Vereinen ab.

Zu Ihnen persönlich: Sie haben Erfolg als Trainer von Finnentrop/Bamenohl II. Können Sie sich eine weitere Trainerkarriere, auch bei einem anderen Verein, vorstellen?

Tatsächlich würde ich mich damit erst beschäftigen, wenn dann irgendwie so etwas mal wäre, aktuell haben wir dieses Riesenprojekt mit den Jungs, wir sind ein eingeschworener Haufen, und es macht Spaß. Mit so einer Truppe kann man sich auch als Trainer noch weiterentwickeln. Ich habe meine B-Lizenz im Sommer allerdings nicht umsonst gemacht. Ich sehe aber auch, was das für ein großer Aufwand ist im Seniorenbereich. Gerade in dieser 19er-Liga.

Die ist in der Tat groß…

Ich weiß nicht, wie man sowas machen konnte. Wir sind hier auf dem Land, wir haben Schichtarbeiter, wir haben hier keine große Universitätsstadt, das heißt, die Jungs sind weiter weg zum Studieren. Da sind Spiele unter der Woche einfach deutlich schwieriger. Und dann so viele Spiele. Das ist zu viel in meinen Augen. Das ist nicht mehr Kreisligafußball. In der Landesliga, in der Westfalenliga, da leben die Jungs noch mehr für den Fußball. Hier ist es so: Okay, ich habe Schicht, oder die, die in Köln oder Frankfurt studieren, kommen nur fürs Wochenende. Dann lieber eine kleine Liga und nur Spiele an Wochenenden. Allein durch den frühen Start in die Rückrunde ist es einfach schwierig eine Vorbereitung zu planen, abgesehen von der Witterung. Nahe zu allen anderen Ligen fangen drei, vier Wochen später an, gegen wen soll man denn Testspiele bestreiten?

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