Basketball

FC Finnentrop lässt sich nicht unterkriegen

Freut sich über den ersten Sieg nach langer Durststrecke: Spielertrainer Pepe Rushiti (Nummer 12) vom FC Finnentrop.

Freut sich über den ersten Sieg nach langer Durststrecke: Spielertrainer Pepe Rushiti (Nummer 12) vom FC Finnentrop.

Foto: volkher pullmann

Finnentrop.  Einen Sieg in anderthalb Jahren verbuchten die Basketballer des FC Finnentrop bis zum vergangenen Wochenende.

Eigentlich eine deprimierende Bilanz. Eine Serie, die die knallharte Analyse herausfordert. Aber darum geht es hier nicht.

Vielmehr soll das Positive an dieser Geschichte herausgehoben werden. Nämlich die Antwort auf die Frage: Wie schafft es der Trainer, die Truppe immer wieder auf’s Neue zu motivieren? Unzählige Beispiele aus vielen Sportarten gibt es, in denen Mannschaften aufgeben, wenn die Punkte einfach nicht kommen. Nach zehn Spielen, nach der Hinrunde, nach der Saison.

Sehr viele junge Leute

Nicht so beim FC Finnentrop. Und weil für die Motivation in erster Linie der Trainer zuständig ist, geht diese Frage auch an Perparim Rushiti. Der 27-Jährige coacht die Bezirksliga-Basketballer aus Finnentrop seit Saisonbeginn.

Wie machen Sie das mit der Motivation? „Das Gute ist, dass wir sehr viele junge Leute haben. Leute, die nie aufgeben, sondern Lust haben, immer weiter zu machen,“ antwortet Rushiti. Das merke man auch an der hohen Trainingsbeteiligung. „Wir haben durchgehend die Halle voll. Was ich unheimlich bemerkenswert finde.“

Doch: Wenn sich Niederlage an Niederlage reiht, wird es immer schwerer, die richtigen Worte nach dem Spiel zu finden. Das zwanzigste „Kopf hoch“ zieht irgendwann nicht mehr. Perparim Rushiti widerspricht da auch nicht: „Natürlich wiederholt man sich irgendwann und kommt sich ein Stück weit unglaubwürdig vor.“

Aber auch nur ein Stück weit. Denn offenbar tragen die Worte der Trainers nach und nach Früchte. „Die letzten Spiele haben schon gezeigt, dass der Trend in die richtige Richtung geht,“ sagt Rushiti, „die Spiele wurden immer knapper.“ Nicht nur das: Am vergangenen Wochenende durften sich die FCF-Basketballer über einen Sieg freuen. 59:52 hieß es gegen den TuS Fellinghausen, immerhin Tabellenfünfter.

Vor der Saison hatte die Mannschaft einen gravierenden Umbruch zu überstehen. Perparim Rushiti: „Stimmt. Ich bin auch Jugendtrainer und versuche, die Jungs in die erste Mannschaft hochzuziehen. Da kam jetzt ein größerer Schwung, die uns auch weitergeholfen haben.“

Womit die Philosophie des FC Finnentrop mit Leben gefüllt wird. „Ohne Jugend würde der Basketball irgendwann aussterben,“ weiß Rushiti, „das sieht man auch bei anderen Vereinen in der Region. Wir wählen den nachhaltigeren Weg.“

Der Großteil der Spieler kommt aus Finnentrop. Aber es sind auch etliche Akteure dabei, die im Attendorner Raum wohnen, in Grevenbrück, Elspe, Meggen. Der FCF-Trainer bestreitet nicht, dass die Lage dem FC Finnentrop etwas entgegenkommt. Der nächstgelegene Verein ist weit weg, und damit auch die Konkurrenz auf dem „Spielermarkt“. Perparim Rushiti: „Das ist richtig, ja. Wir hatten auch teilweise Leute aus Siegen dabei. Studenten, zu der Zeit, als ich selber noch Student war. Die sind sogar mit dem Zug von Siegen nach Finnentrop gefahren. Was auch nicht selbstverständlich ist.“

Mit dem Zug nach Finnentrop

Das sind wahrhaftig Idealisten, die großes Herzblut mitbringen. „Die haben in der Tat extrem Lust auf den Sport und nehmen nicht nur weite Fahrten in Kauf - sondern auch solche Durststrecken,“ so Rushitis Erfahrung.

Perparim Rushiti ist seit Saisonbeginn sportlich verantwortlich für die erste Mannschaft, war zuvor vier Jahre Jugendtrainer und ist, seitdem er 18 Jahre ist, Abteilungsleiter. Daher wusste er genau, was ihn in dieser Spielzeit erwarten würde. „Ich bin selber ja immer dabei, spiele auch noch mit.“ Wer, besser gesagt, was ebenfalls mitspielte, war das Glück. Denn: „Zur Sommerpause sind zwei griechische Spiele zu Jungs gestoßen, zwei erfahrenere Leute,“ berichtet Rushiti, „die haben durch Zufall mitgekriegt, dass hier Basketball gespielt wird, und waren plötzlich da.“

Vor allem die Erfahrung tut dem jungen Team gut. Zumal im vergangenen Jahr mit Ahmet Korkmaz ein Trainer-Routinier aus beruflichen Gründen wegfiel. Rushiti: „Da waren wir gezwungen, die Jüngeren viel spielen zu lassen.“

Nun gehören die Finnentroper Basketballer einem Verein an, der ja den Namen „Fußballclub“ trägt. Wie groß ist die Unterstützung? „Es ist in den letzten Jahren immer besser geworden. Ich kenne das von anderen Vereinen, da ist das nicht so stark,“ antwortet Rushiti. Mischung Fußball/Basketball - „das ist ja für den Verein auch ein Alleinstellungsmerkmal.“

Wie wird die Saison noch verlaufen? Wir wollen den Schwung mitnehmen, das eine oder andere Spiel gewinnen. Das Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden.“

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