Westfalenliga

FC Lennestadt kassiert in Neheim 0:5 in acht Minuten

SC Neheim - FCL: Die große Chance für Florian Friedrichs zum 1:0

SC Neheim - FCL: Die große Chance für Florian Friedrichs zum 1:0

Foto: Michael Meckel

Neheim.  Beim Westfalenliga-Spiel SC Neheim steht es bis zur 67. Minute 0:0 und nach 75. Minuten 5:0

Kopfschütteln bei den zahlreich mitgereisten Fans des FC Lennestadt. Nach der 0:8-Niederlage in Wanne-Eickel kassierte die Mannschaft von Trainer Jürgen Winkel am Sonntag beim SC Neheim mit 0:5 (0:0) ihre zwei hohe Auswärtsklatsche. Damit rutschte der FCL auf den vierten Platz der Fußball-Westfalenliga ab.

Und was die Sache noch bitterer macht: Alle fünf Neheimer Tore fielen zwischen der 67. und 75. Minute.

„Ich bin maßlos enttäuscht. Es ist unglaublich, wie wir uns in rund zehn Minuten haben abschlachten lassen. Es war eigentlich ein typisches 0:0-Spiel zwischen zwei schwachen Mannschaften. Sicher kann man dann mal mit 0:1 verlieren, aber niemals 0:5“, echauffierte sich Andreas Eickelmann, der Vorsitzende des FC Lennestadt.

Auch FCL-Trainer Jürgen Winkel rang nach dem Abpfiff zunächst nach Worten, fand sie schließlich aber doch: „Es ist schwierig. Es war ein sehr zerfahrenes Spiel mit wenig Spielansätzen auf beiden Seiten. Ich hatte eigentlich das Gefühl, das Spiel plätschert so vor sich hin und wird 0:0 ausgehen. Aber dann haben wir den Gegner wieder zu Toren eingeladen. In der zweiten Halbzeit haben wir unzählige Fehler gemacht. Und wenn bei uns einmal die Tür aufgeht, dann geht sie, wie auch schon in Wanne-Eickel, richtig auf.“

Was man den Gästen aus Lennestadt als Entschuldigung zu Gute halten kann: Sie mussten auf mehrere wichtige Leistungsträger verzichten. Steffen Hebbeker fehlte im Mittelfeld an allen Ecken und Enden. Kurzfristig fiel auch noch Samuel Eickelmann verletzt aus. Und Florian Friedrichs war deutlich anzumerken, dass er aufgrund von Knieproblemen nicht fit war. Bis auf eine sehr gute Situation war der FCL-Torjäger abgemeldet.

Florian Friedrichs hat 1:0 auf dem Fuß

Das Spiel wäre vielleicht anders gelaufen, wenn Florian Friedrichs in der 18. Minute nach einem Freistoß von links das 0:1 erzielt hätte. Da stand der FCL-Kapitän völlig frei vor Neheims Torwart Justin Schröter, der den Ball abwehren konnte. Die zweite gute FCL-Chance hatte Christian Schmidt, dessen Kopfball in der 30. Minute nur knapp vorbei flog. „Vor der Pause hatten wir sogar die besseren Chancen. Leider sind wir zu leichtsinnig mit ihnen umgegangen“, winkte Jürgen Winkel ab. So ging es mit einem 0:0 in die Kabinen.

Nach der Pause lief bei den Gästen fast gar nichts mehr zusammen. Die Neheimer bekamen allmählich Oberwasser. In der 55. Minute hatte der FCL noch Glück, als Gianluca Greco eine scharfe Hereingabe von Nettesheim knapp verpasste.

Ja, und dann folgten zwischen der 67. und 75. Minute eben die ganz bitteren 480 Sekunden für den FC Lennestadt. Zunächst lief Johannes Thiemann nach einem Abwehrfehler allein auf Kevin Schulte zu und erzielte das 1:0. 60 Sekunden später gab es einen langen Ball. Die Gäste konzentrierten sich auf einen im Abseits stehenden Neheimer und blieben stehen. Doch der Neheimer griff nicht ins Geschehen ein. Burak Yavuz nutzte den Fauxpas, lief allein aufs FCL-Tor zu und erzielte das 2:0. Es ging Schlag auf Schlag weiter: Patrick Nettesheim (69.), Gianluca Greco (72.) und Johannes Thiemann (75.) schraubten das Ergebnis in eine bis kurz zuvor kaum für möglich gehaltene Höhe von 5:0.

Jürgen Winkel legte nach dem Debakel den Finger in die Wunde und nahm die Spieler in die Pflicht: „In den letzten drei Wochen haben wir immer nur mit zwölf oder 13 Leuten trainiert. Der eine baut ein Häuschen der andere hat Schule, der nächste hat dies und der andere das. Auf diesem Niveau wird das irgendwann bestraft. Wir müssen schnell sehen, dass wir die Kuh wieder in die richtige Richtung lenken. Letzte Wochen Wochen hatten wir gegen Wiemelhausen noch Pech mit einer Schiedsrichterentscheidung, aber heute hat man in der zweiten Halbzeit gesehen, dass die Fehlerquellen bei uns viel zu hoch sind. Und diese Fehler macht man, wenn die letzte Spritzigkeit fehlt.“

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