Oberliga

Finnentrop/Bamenohl: Spektakel am Anfang und am Ende

Phillip Hennes (Nummer 17) wuchtet den Ball zum vermeintlichen 2:2 ins Tor. Doch der Schiedsrichter sieht ein Abseits.

Phillip Hennes (Nummer 17) wuchtet den Ball zum vermeintlichen 2:2 ins Tor. Doch der Schiedsrichter sieht ein Abseits.

Foto: Lothar Linke

Finnentrop/Bamenohl.  Finnentrop/Bamenohl liegt nach fünf Minuten gegen Rheine mit 0:2 hinten und kämpft sich toll zurück. Camprobin rettet Punkt in der Nachspielzeit.

Das Schmuckstück ragte in den Herbsthimmel. Gemeint ist die neue Anzeigetafel in der H&R-Arena. Doch 93 Minuten lang war sie aus heimischer Sicht kein schönes Bildmotiv, zeigte sie doch den gastgebenden Fußball-Oberligisten SG Finnentrop/Bamenohl ausschließlich im Rückstand. Erst dann wurde das gute Stück zumindest halbwegs fotogen. Dank Rafael Camprobin. Der erzielte in der Nachspielzeit noch den umjubelten Ausgleich gegen den FC Eintracht Rheine.

Per Vollspann ins Glück

Camprobin war überglücklich. „Ich habe erst den Moritz Kümhof abgeschossen und von dem aus ist der Ball genau zu mir zurückgeprallt,“ schilderte der junge Spieler seine große Sekunde, „dann habe ich den Ball direkt auf den Linken bekommen und sofort abgezogen“. Vollspann. Durch mehrere Spielerbeine hindurch zischte der Ball zum 2:2 ins Rheiner Tor. SG-Trainer Ralf Behle hatte mit der Einwechslung Camprobins in der 63. Minute ein gutes Händchen bewiesen.

Nach fünf Minuten herrschte ungläubiges Staunen. Der Gast lag mit 2:0 vorn. Kälter als die Finnentrop/Bamenohler kann man nicht erwischt werden. Colin van den Berg hatte nach 30 Sekunden einen von Ingmar Klose abgewehrten Ball im Nachschuss versenkt, Felix Frank legte per Weitschuss nach. Effektiver geht es nicht.

Dabei waren sich wohl die meisten, die es mit der SG hielten, sicher: Heute sind wir an der Reihe mit dem ersten Sieg. Und das erste Tor der Finnentrop/Bamenohler Oberliga-Geschichte machte tatsächlich Hoffnung. Weil es ebenfalls früh fiel. Heiko Entrup trug sich in die Vereinschronik ein. Er hämmerte nach sieben Minuten die Kugel aus spitzem Winkel ins Netz der Gäste.

Finnentrop/Bamenohl biss sich ins Spiel zurück, riss immer mehr Spielanteile an sich und hätte, gemessen an den Chancen, als Sieger vom Platz gehen müssen. „In der ersten Halbzeit hätte es von den Chancen her 4:4 stehen können. Da müssen wir uns ankreiden, dass wir die Tore nicht machen“, sagte Ralf Behle, „in der zweiten Halbzeit war es noch deutlicher, gefühlte 80 Prozent, Rheine hat nur noch gesehen, dass sie den Kasten hinten sauber hielten“. Aber die Gäste setzten ihre Stiche, überbrückten das Mittelfeld mit Rasanz. Und kaum zu stoppen: Ihr Linksaußen Luca Ehler, der in der 42. (Außenpfosten) und 45. Minute (Latte) mit zwei Alu-Treffern seine Gefährlichkeit zeigte.

Pech im Spiel

Letztlich aber war es gehöriges Pech, das den SG-Dreier verhinderte. Schusspech, wie bei Moritz Stanges Lattenkracher in der 23. Minute aus 25 Metern. Oder Schiedsrichter-Entscheidung. So hatte Phillip Hennes in der 84. Minute den Ball per Kopf ins Netz gewuchtet. Die Fahne war oben. Abseits.

Mehr als umstritten, köpfte Hennes doch aus einer Spielertraube heraus, von denen mindestens ein Gegner dem Tor näher war als er. Behle: „Ich habe immer den Mund gehalten, aber so langsam stinkt’s mich an. Das ist jetzt das vierte Spiel, wo die Nadel, wenn solche Entscheidungen sind, zu Gunsten des Gegners ausschlägt. Sonst Hochachtung vor dem Team. Nach dem 0:2 so zurück zu kommen, davor ziehe ich den Hut“.

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