SG Finnentrop/Bamenohl

Gibt’s 2020 noch Fußball? André Ruhrmann ist eher skeptisch

André Ruhrmann, Sportlicher Leiter der SG Finnentrop/Bamenohl (links), mit dem SG-Vorsitzenden Franz-Josef Cwiklinski.

André Ruhrmann, Sportlicher Leiter der SG Finnentrop/Bamenohl (links), mit dem SG-Vorsitzenden Franz-Josef Cwiklinski.

Foto: Michael Meckel

Finnentrop/Bamenohl.  Dass die Fußball-Saison noch in diesem Jahr wieder aufgenommen wird, glaubt André Ruhrmann, Sportlicher Leiter der SG Finnentrop/Bamenohl, nicht.

So bitter kann Fußball sein. Oberligist SG Finnentrop/Bamenohl musste sich am Mittwoch gegen den Ex-Regionalligisten TuS Haltern nach einer sehr starken Leistung mit einem 2:2 begnügen. Damit verpasste der Aufsteiger am Tag vor dem Beginn der Corona-Zwangspause der Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz.

„Die Enttäuschung über die den verpassten Sieg ist natürlich groß. Die drei Punkte hätten uns sehr gerade jetzt vor der Corona-Zwangspause gutgetan“, sagte André Ruhrmann, der Sportliche Leiter der SG Finnentrop/Bamenohl. Was die Sache noch ärgerlicher machte: Bis zur 81. Minute stand es durch Tore von Hasan Dogrusöz (34.) und Moritz Kümhof (58.) 2:0 für die SG.

Und auch Trainer Ralf Behle war vom Spiel seiner Mannschaft bis zur 81. Minute sehr zufrieden: „Das war eine super engagierte Leistung. Die 2:0-Führung war gerechtfertigt. Haltern hatte bis dahin ja nur einmal auf unser Tor geschossen.“

Oerterers ganze Klasse

Aber ein ganz ärgerlicher Fehler von Gordon Meyer brachte die Wende und die Gäste aus Haltern zurück ins Spiel. Völlig unbedrängt spielte er einen Rückpass. Zum Entsetzen seiner Mitspieler und des SG-Anhangs genau in den Lauf von Stefan Oerterer, der seinen Gegenspieler abschüttelte und zum 2:1 einschoss.

André Ruhrmann nahm den jungen SG-Mittelfeldspieler in Schutz: „Klar war das ärgerlich. Aber ich mache Gordon da keinen Vorwurf. Er gehörte für mich vorher zu den besten Spielern. Außerdem hat man da die ganze Klasse von Stefan Oerterer gesehen, der den Ball super abgeschirmt und dann eingeschoben hat.“ Und auch Trainer Ralf Behle stellte sich hinter Gordon Meyer: „Die Jungs sind alle erst 18 oder 19 Jahre alt. Da dürfen sie auch noch Fehler machen.“

Aber damit war das „Drama“ noch nicht vorbei. In der Schlussphase traf Robin Entrup Pfosten und Latte und es hätte nach einem Foul an Hasan Dogrusöz einen Elfmeter für die SG geben müssen. „Das passt leider in die aktuelle Situation“, ärgerte sich André Ruhrmann. Und auch Ralf Behle war nach dem Spiel nicht so sehr erbaut über den nicht gegebenen Strafstoß: „Das tut schon enorm weh. Und es zerrt schon ein wenig an den Nerven, wenn so etwas fast jede Woche passiert.“

Doch für André Ruhrmann steht letztlich das Positive dieser Partie im Vordergrund: „Die Mannschaft hat eine sehr gute Entwicklung gemacht. Das ist das Wichtigste. Wir haben gegenüber den ersten Spielen an Robustheit und Tempo gewonnen. Was uns noch etwas fehlt, ist die Coolness, so ein Spiel wie gegen Haltern siegreich über die Ziellinie zu bekommen.“ Da sieht Ruhrmann auch den einzigen Vorwurf, den er seiner Mannschaft gegen Haltern machen „Wir hätten das dritte Tor machen müssen.“

Das Glück erzwingen

An der Entwicklung gelte es nun, nach der Corona-Zwangspause anzuknüpfen. „Wir müssen nach dem Lockdown da weiter machen, wo wir aufgehört haben. Wir müssen dabei noch eine Schüppe drauflegen und unser Glück erzwingen“, fordert André Ruhrmann.

Dass die Saison noch in diesem Jahr wieder aufgenommen wird, glaubt André Ruhrmann übrigens nicht: „Ich bin skeptisch, dass wir 2020 noch einmal spielen werden. Bis Ende November läuft eh nichts. Wir haben unsere Anlage auch komplett gesperrt. Und vor dem Restart haben die Vereine eine Vorlaufzeit von zwei Wochen. Dann haben wir schon Mitte Dezember und eh Winterpause.“

Durch die Corona-Zwangspause sei die Aufgabe für die SG im Abstiegskampf nicht leichter geworden. André Ruhrmann rechnet vor: „Bei fünf Absteigern ist die Aufgabe eh schon schwer genug. Jetzt müssen wir damit rechnen, dass am Ende nur die Hinrunde gezählt wird. Das heißt, dass wir nur noch zehn Spiele Zeit haben, um die nötigen Punkte zu holen.“

Für den erneuten Lockdown hat André Ruhrmann einerseits Verständnis, der Sportliche Leiter der SG Finnentrop/Bamenohl glaubt aber nicht, dass die Beschränkungen nicht unbedingt die Richtigen treffen. Ruhrmann: „Dass etwas getan werden musste, um Alte und Kranke zu schützen, ist klar. Ich glaube aber nicht, dass der Fußball für die Verbreitung von Corona verantwortlich ist. Wir hatten auf dem Platz alles gut im Griff. Problematischer waren die Fahrten und die Kabinen.“

Allerdings ist Ruhrmann froh, dass jetzt alle Planungssicherheit haben: „Es ist besser, jetzt auszusetzen statt Geisterspiele durchzuführen. Das wäre der Tod des Amateursports gewesen. Die vielen Spielausfälle durch Verdachtsfälle und Spielern in Quarantäne ließen im Endeffekt keinen fairen Wettbewerb mehr zu. Außerdem war es auch den vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern und Verbandsverantwortlichen nicht mehr zumutbar.“

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