Westfalenliga

Finnentrop/Bamenohl nur auf dem Papier klarer Favorit

Auch Nicolas Herrmann (Mitte, gegen Sinsen) muss gegen Hassel noch mehr Verantwortung übernehmen als schon in den letzten Wochen.

Auch Nicolas Herrmann (Mitte, gegen Sinsen) muss gegen Hassel noch mehr Verantwortung übernehmen als schon in den letzten Wochen.

Foto: martin droste

Gelsenkirchen.  Eine undankbare Aufgabe wird für die SG das Westfalenliga-Fußballspiel bei Schlusslicht YEG Hassel am Sonntag um 15 Uhr.

Auf dem Papier sieht es nach einer klaren Favoritenstellung des Tabellenzweiten SG Finnentrop/Bamenohl aus. Aber auch nur auf dem Papier. Denn gegenüber dem Kraftakt beim 3:0-Heimsieg gegen Sinsen hat sich die personelle Lage der Gäste weiter zugespitzt. Beim Vizemeister ist nach dem Ende der Sommerferien die Urlaubszeit ausgebrochen. Mit Hasan Dogrusöz, Tim Schrage und Tobias Kleppel fehlen aus diesem Grund gleich drei Leistungsträger in Gelsenkirchen. Heiko Entrup, der gegen Sinsen auf die Zähne gebissen hat und grippegeschwächt in die Partie gegangen war, lag unter der Woche im Bett. Sein Vetter Robin zog sich am Sonntag nach 20 Minuten eine Oberschenkelzerrung zu. Dazu fehlt weiter der spielende Co-Trainer Mike Schrage.

Einen Lichtblick gibt es für SG-Trainer Ralf Behle. Moritz Kümhof hat nach seinem folgenschweren Zusammenprall mit Mike Schrage die ersten Einheiten ohne Probleme absolviert. Behle:; „Ich hoffe, dass Moritz gegen Hassel dabei ist“.

Neuzugang Mervan Aydin freute sich nach dem 3:0-Erfolg gegen Sinsen mit seinen neuen Mannschaftskollegen noch in Zivil. Der 19-Jährige ist im Aufbautraining. Für Sonntag könnte es knapp werden.

Moritz Kümhof wieder im Training

Das gilt auch für Ali Yasar Yilmaz. Der junge Innenverteidiger kommt vom Oberliga-Aufsteiger RSV Meinerzhagen und könnte schon gegen Hassel im Kader stehen. Noch müssen aber letzte Dinge mit der Pass-Stelle abgeklärt werden. „Wir sind uns mit dem Verein und dem Spieler einig“, bestätigte Andre Ruhrmann, Sportlicher Leiter der SG Finnentrop/Bamenohl. „Es wird schon eng“, macht sich Ralf Behle nichts vor. Den Satz „Die Mannschaft stellt sich von selbst auf“ will der Gästecoach aber nicht unterschrieben.

Ohnehin würde der Kirchhundemer aus der angespannten personellen Situation am liebsten kein Thema machen: „Ich habe absolutes Vertrauen zu den Jungs“, setzt Behle auf die Spieler, die jetzt Verantwortung übernehmen müssen. Auch gegen Sinsen hat man (fast) keinen Unterschied zwischen den Kickern gesehen, die vor noch nicht allzu langer Zeit in der Bezirksliga gespielt haben, und denjenigen, die schon länger in der Westfalenliga zu Hause sind. „Wir können in den letzten Jahren nicht so viel falsch gemacht haben“, schmunzelt Ralf Behle.

Nummer zwei in Gelsenkirchen

Vom letzten Tabellenplatz der Platzherren lässt sich Behle nicht täuschen. „Hassel ist ein harter Brocken“. Nach seinen Informationen sind pünktlich zum Gastspiel der Sauerländer im Ruhrgebiet fast alle Spieler aus dem Türkei-Urlaub zurück. Seit vier Jahren spielen die Gastgeber in der Fußball-Westfalenliga, mal mit dem Nachbarn SC Hassel, Viktoria Resse oder dem SV Horst 08. In der Saison 2019/20 fallen die Derbys allerdings aus. YEG Hassel ist nach dem übermächtigen FC Schalke 04 endlich die Nummer zwei im Gelsenkirchener Fußball.

Der aktuelle Kader besteht fast ausschließlich aus Spielern mit türkischen Wurzeln. Einzige Ausnahme: Torhüter Lukas Peto, der vom SV Schermbeck verpflichtet wurde. „Wir sind absolut in der Lage, oben mitzumischen“, ist Trainer Savas Turhal optimistisch in die neue Saison gegangen.

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