DFB-Westfalenpokal

Finnentrop/Bamenohl raus mit Applaus

Doppelt hält besser: Die Meinerzhagener Musa Mankay Sesay und Marcel Kandziora (von rechts) versuchen, den  Finnentrop/Bamenohler Lasse Strotmann am Flanken zu hindern.

Doppelt hält besser: Die Meinerzhagener Musa Mankay Sesay und Marcel Kandziora (von rechts) versuchen, den Finnentrop/Bamenohler Lasse Strotmann am Flanken zu hindern.

Foto: Lothar Linke

Finnentrop/Bamenohl.  Einen tollen Pokalkampf lieferte die SG Finnentrop/Bamenohl dem klassenhöheren Oberligisten RSV Meinerzhagen vor 1089 Zuschauern.

Hut ab, Finnentrop/Bamenohl. Obwohl er fast die gesamte zweite Halbzeit in Unterzahl spielte, lieferte der Westfalenliga-Spitzenreiter dem Oberliga-Zweiten RSV Meinerzhagen im Fußball-Westfalenpokal vor 1089 Zuschauern einen tollen Fight und schied mit dem 1:3 (0:0) ehrenvoll in Runde zwei aus dem Wettbewerb.

Das sah auch Demir Mutlu, Trainer des RSV so: „Finnentrop/Bamenohl hat den Klassenunterschied egalisiert,“ zollte er dem Gastgeber hohen Respekt, „nicht, weil wir es schlecht gemacht haben, sondern weil es Finnentrop/Bamenohl gut gemacht hat.“ Und auch sein Gegenüber Ralf Behle sah seine SG-Elf als „moralischen Sieger“ – und eine Leistung, auf die man aufbauen könne. Für Zündstoff aber sorgten nachher bestimmte Schiedsrichterentscheidungen. So die knallrote Karte gegen den SG-Abwehrspieler Burhan Tuncdemir in der 47. Minute wegen einer Notbremse gegen Ron Berlinski.

Der Falsche sieht „Rot“

Der Schiri hatte den Falschen erwischt. „Ich war’s,“ gab Torwart Armend Shaqiri, der gleichauf mit Tuncdemir aus dem Strafraum geeilt war, zu. Auch Gästetrainer Mutlu intervenierte beim Linienrichter. Ebenso vergeblich wie Tuncdemir selbst. „Er hat nur geantwortet: Das ist meine Entscheidung. Gehen Sie runter!,“ gab Tuncdemir nachher die Konversation wider. Aus dem Freistoß entstand das 0:1 durch Pascal Beilfuß, der die Hereingabe von Fisnik Zejnullahu ins Netz lenkte.

Der Traum vom Weiterkommen schien innerhalb von nur vier Minuten zu zerplatzen, als der RSV auf 2:0 erhöhte. Auch diesem Treffer ging eine hoch umstrittene Szene voraus, der Handelfmeter-Pfiff, genau gesagt. Eine Flanke von Hakan Demir soll Philip Fischer mit der Hand geblockt haben. Der verstand nachher die Welt nicht mehr. „Ich hatte den Arm angelegt,“ versicherte Fischer, „der Ball hat mich getroffen.“ Es half alles nichts. Schiedsrichter Selim Erk (Herne) zeigte auf den Punkt, Fisnik Zejnullahu vollstreckte in der 51. Minute. Zu allem Überfluss schickte Erk den Finnentrop/Bamenohler Coach Ralf Behle hinter die Bande. „Ich habe gesagt: Das ist lächerlich. Wenn er meint, dass das schon eine Beleidigung ist...“, wunderte sich Behle nachher.

Von draußen sah er eine verrückte zweite Halbzeit, in der der Oberligist über weite Strecken dem 3:0 näher war als der Gastgeber dem Anschluss. Der Favorit kontrollierte das Geschehen voll und vergab die endgültige Entscheidung , als Berlinski in der 77. Minute den Pfosten traf.

Kümhof macht es kurz spannend

Doch dann war es doch die SG Finnentrop/Bamenohl, die es wieder spannend machte. Als Moritz Kümhof in der 89. Minute den Anschluss schaffte, kam die gigantische Kulisse noch einmal richtig in Wallung, und wer weiß, wie es ausgegangen wäre, hätte Tobias Kleppel in der Nachspielzeit nicht aus guter Position haarscharf neben das Tor gezielt.

Im Gegenzug fiel das 1:3 für den RSV Meinerzhagen. Dass der Schiedsrichter dabei nicht auf das Abseits-Zeichen des Assistenten regierte, war ein weiterer Aufreger. Immerhin der letzte des Abends.

Finnentrop/Bamenohl: Shaqiri, Tuncdemir, Christopher Hennes, Tim Schrage (65. Kleppel), Mike Schrage (83. Lang), Strotmann, Kümhof, Phillip Hennes, Fischer, Stange (88. Gräwe), Herrmann.

S chiedsrichter: Selim Erk (Herne).

Zuschauer: 1089. - Rote Karte: Tuncdemir (47., Notbremse).

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