Fußball-Oberliga

Finnentrop/Bamenohl: Spiel gegen TuS Haltern ohne Zuschauer

Ralf Behle, Trainer der SG Finnentrop/Bamenohl, rechnet am Mittwoch mit einem engen Spiel gegen den TuS Haltern.

Ralf Behle, Trainer der SG Finnentrop/Bamenohl, rechnet am Mittwoch mit einem engen Spiel gegen den TuS Haltern.

Foto: Michael Meckel

Finnentrop/Bamenohl.  Kaum Atempause für die SG Finnentrop/Bamenohl. Nur drei Tage nach dem Spiel bei den SF Siegen muss die Elf von Ralf Behle am Mittwoch wieder ran.

Im Sauseschritt geht’s weiter in der Fußball-Oberliga. Am Mittwoch um 19.45 Uhr steht in der H&R-Arena die nächste Aufgabe an. Zu Gast ist der TuS Haltern.

Seit Dienstag Mittag steht fest: Das Spiel findet unter Ausschluss von Zuschauern statt. Damit kommt die SG Finnentrop/Bamenohl einer entsprechenden Anweisung vom Ordnungsamt der Gemeinde Finnentrop nach.

Ursprünglich sollten 300 SG-Fans das Spiel gegen den ehemaligen Regionalligisten live verfolgen können. Tickets für das Duell mit dem TuS waren bereits im Verkauf. Nun aber steht fest, dass das Meisterschaftsspiel in der H&R Arena komplett unter Ausschluss von Zuschauern steigen wird. Darauf einigte sich der Vorstand der SG am Vormittag.

Der Inzidenzwert im Kreis Olpe, der beschreibt, wie viele Neuinfektionen mit dem Corona-Virus es pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen in einer Stadt gegeben hat, liegt aktuell bei 118.

In personeller Hinsicht ist eines klar: Die SG muss diese Herausforderung ohne Lasse Strotmann angehen. Der hatte in Siegen die Rote Karte wegen einer vermeintlichen Notbremse gesehen. Umstritten war die nicht mehr geltende Doppel-Bestrafung, bekanntlich folgte der Karte im gleichen Zug auch noch der Strafstoß zum 2:0. Schiedsrichter Liedtke hatte die Chance, eines von beiden vor der Spielfortsetzung zurückzunehmen und ebendiese doppelte Bestrafung zu verhindern.

„Es ist kein Thema, dass man einen Fehler macht, dazu steht und den zurücknimmt“, blickte Trainer Ralf Behle zurück, „aber es waren auch noch andere Entscheidungen fraglich“. Der Eckball, der zum 0:1 führte, war keiner, der Assistent auf der gegenüber liegenden Seite zeigte diesen an. Heiko Entrup blieb ungeahndet, ein Handspiel, nach dem der Ball ins Aus rollt, ebenso. „Das ist ärgerlich. Das sind vier krasse Fehlentscheidungen. Und dann läuft ein Spiel natürlich in eine Richtung, die einem nicht gefallen kann“.

Den „Vorwurf“ die SG zu bevorteilen, konnte man bislang kaum einem Schiedsrichter machen. „Okay, bis auf’s Paderborn-Spiel. Da ist das Pendel ein bisschen zu unseren Gunsten ausgeschlagen, muss man auch sagen“, erinnerte Ralf Behle an das spektakuläre 5:4.

„Auch an die eigene Nase fassen“

Dennoch: „Wir müssen uns auch an die eigene Nase packen“, spielte Behle auf den Fehler im Aufbauspiel, an, der zur Elferszene führte, dazu kritisierte er nicht genutzte Chancen, vor allem die in der ersten Halbzeit. Ralf Behle: „Wir wollen nicht alles auf den Schiedsrichter abwälzen. Aber wenn beides zusammen kommt an einem Tag, dann wird es schwierig zu gewinnen. Trotzdem haben die Jungs einen Super-Job gemacht“. Wenn es gelingt, diese Leistung zu konservieren, „dann holen wir am Mittwoch den zweiten Dreier, davon bin ich fest überzeugt“, zeigte sich Ralf Behle entschlossen.

Sechs Punkte aus neun Spielen lautet die Ausbeute. Zufrieden? „Von den Punkten her ist es sicherlich ein bisschen zu wenig, wenn man jetzt die reine Punktezahl bewerten sollte“, antwortete der SG-Trainer, „ich denke, was wir alle so ein wenig unterschätzt haben - und da schließe ich auch mit ein - ist die Qualität in der Liga, auch was die Breite angeht“. Die sei extrem hoch. „Was uns extrem weh tut, ist das Thema Handlungsschnelligkeit und auch der Sprintschnelligkeit. Das ist der Hauptunterschied“. Da gelte es, Gegenmaßnahmen zu finden, so wie es in Siegenzeitweise zu sehen war, „dass wir Ballbesitz haben, wie wir es am Sonntag in einigen Phasen ganz gut hatten, dass wir es bis ganz vorne durchspielen“. Darüber hinaus müsse man die mit den eigenen Mitteln versuchen, die individuelle Klasse, die die Gegner haben, taktisch auszugleichen“.

Enge Partie

Haltern wird eine enge Partie, schätzt Ralf Behle. „Sie werden hoch motiviert anreisen, sie stehen ein paar Punkte über uns, haben nicht so viel, zu verlieren“. Die Mischung von jungen und erfahrenen Spielern stimmt. Erst vor drei Wochen verpflichtete der TuS den 19-jährigen Ionannis Orkas, der zuletzt beim Regionalligisten Rot-Weiss Essen unter Vertrag gestanden hatte.

Seit 2016 haben die Halterner einen der wohl stärksten Angreifer in ihren Reihen: Stefan Oerterer, der bis vor vier Jahren im Trikot der SpVgg Erkenschwick in der Oberliga Angst und Schrecken verbreitete und seitdem in Haltern. Allein in dieser Liga kommt der heute 32-Jährige auf 150 Tore in 210 Spielen, davon 33 in seiner Glanz-Saison 2013/14. Allein drei Mal wurde Oerterer, genannt „Ö“ , Torschützenkönig der Oberliga, ist zwei Mal in die Oberliga und einmal in die Regionalliga aufgestiegen – allerdings „nur“ sportlich, denn die SpVgg Erkenschwick verzichtete, und Oerterer ging.

In dieser Spielzeit traf Oerterer bislang ein Mal. „Die Offensive in den Griff zukommen, darauf kommt es an“. Was beide Gegnergemeinsam haben: Sie setzen vorzugsweise auf Spieler aus der näheren Umgebung. „Wobei Haltern, was das angeht, eine Nasenspitze voraus ist. Aber wenn wir das nochmal so hinkriegen wie in Siegen, dann holen wir den Dreier“.Wie Lasse Strotmann ersetzt wird, war am Montag noch offen. In Siegen hatte Ralf Behle Moritz Kümhof auf die Verteidigerposition gestellt. Dass das gegen den TuS Haltern auch der Fall sein wird, darf als ausgeschlossen betrachtet werden. Kümhof gehört ins Mittelfeld, dort ist er enorm wertvoll, „wir haben schon zwei, drei Gedanken, wie wir das lösen. Wir werden das auffangen, da bin ich guter Dinge“. Fraglich ist Heiko Entrup, er ist in Siegen auf die Schulter gefallen. Ansonsten bleibt alles beim Alten.

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