Landesliga

FSV Gerlingen erwischt Traumstart gegen Olpe

Gerlingens Tim Weber (rechts) zieht wuchtg ab. Sandro Steglich kann ihn zwar nicht mehr blocken, doch der Ball geht ohnehin vorbei. 

Gerlingens Tim Weber (rechts) zieht wuchtg ab. Sandro Steglich kann ihn zwar nicht mehr blocken, doch der Ball geht ohnehin vorbei. 

Foto: Lothar Linke

Gerlingen.  Landesliga-Tabellenführer FSV Gerlingen gewann der Derby gegen die SpVg Olpe mit 3:0.

Thomas Hütte beschrieb die Gefühlslage an der Olper Trainerbank um die achte Minute recht bildhaft: „Wir haben da ein bisschen gerungen: Was passiert denn hier gerade?“

Damit spielte der Trainer der SpVg Olpe auf das 0:2 an, das seine Mannschaft in Gerlingen soeben hat schlucken müssen, und über das ungläubige Staunen darüber, wie früh es fiel. „Das wollten wir natürlich nicht zulassen., Wir wollten so lange wie möglich das 0:0 halten, und auch nach vorne spielen. Aber da ist unser Plan natürlich komplett über den Haufen geworfen worden.“ Am Ende stand eine Olper 0:3 (0:2)-Niederlage beim Landesliga-Spitzenreiter. Der geht seinen Weg, hat alle sechs Rückrundenspiele gewonnen.

Michel Schölers großes Spiel

Für Gerlingen war die 2:0-Führung nach acht Minuten ein Auftakt, den er sich so nicht hätte träumen lassen. „So wünscht man sich den Start. Für uns ging es extrem gut los, was will man mehr,“ freute sich FSV-Trainer Dirk Hennecke.

Das 1:0 erzielte Michel Schöler, gestern der beste Mann auf dem Platz, nach fünf Minuten; zum 2:0 traf Lukas Rademacher, nachdem Tim Weber einen Pass von Schöler wunderbar weitergeleitet und durchgesteckt hatte. Beide Tore waren klasse herausgespielt.

Den Olpern gebührt Anerkennung dafür, dass sie sich durch diesen Doppelschlag nicht haben aus der Bahn werfen lassen. Schnell nahmen sie, auch begünstigt durch zunehmende Gerlinger Passivität, den Faden wieder auf und starteten gute Offensiv-Aktionen, als sei nichts gewesen - und hatten auch ihre Chanen.

Und wer weiß, wie es gelaufen wäre, wäre der Querschläger des Gerlinger Abwehrspielers Henrik Boßert in der 43. Minute zum Eigentor geworden. Der konnte nachher drüber lachen - weil Torwart Christoph Sauermann die vom eigenen Kameraden auferlegte Prüfung glänzend bestand: „Den mach’ ich sowieso nicht rein,“ scherzte Boßert, „dafür bin nun mal Verteidiger. Den hätte ich auch vorn nicht ‘rein gemacht.“

Dass die Gerlinger mit 17 Gegentoren in 20 Spielen eine bärenstarke Abwehr haben, ist bekannt. Dennoch wäre vielleicht mehr drin gewesen für die recht gut kombinierenden Olper, hätten sie vorn mehr Durchschlagskraft, mehr Effizienz. „In der Box, wo es um Tore geht, da waren wir nicht präsent und nicht torgefährlich genug,“ musste Thomas Hütte nachher einsehen.

Allerdings mussten sich die Gerlingerm, wie Dirk Hennecke es ausdrückte, „auch bei Christoph Sauermann bedanken, weil wir doch recht schlafmützig aus der Kabine gekommen sind.“ Hennecke habe gewarnt: Ein 2:0 ist schnell gekippt. Fast wäre er bestätigt worden, hätte Sauermann einen Kopfball von Jannik Buchen in der 51. Minute nicht sensationell pariert. „Den hab ich schon drin gesehen“ gestand Hennecke. Dessen Forderung „wir müssen aus dem Passiv-Rhythmus rauskommen und auf das dritte Tor gehen,“ wurde dann erhört, als Dominik Zimmermann in der 60. Minute - auf Vorarbeit von Michel Schöler -. das 3:0 erzielte.

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