Fußball

FSV Gerlingen fiebert Westfalenliga-Premiere entgegen

Auf wackligen Füßen steht der Einsatz von Gerlingens spielendem Co-Trainer Florian Brüser (rechts).

Auf wackligen Füßen steht der Einsatz von Gerlingens spielendem Co-Trainer Florian Brüser (rechts).

Foto: Michael Meckel

Gerlingen.  Das erste Westfalenliga-Spiel seiner Vereinsgeschichte bestreitet der FSV Gerlingen am Sonntag um 15 Uhr am Bieberg.

Und zur Premiere kommt mit dem FC Lennestadt auch gleich einer der beiden Lokalrivalen aus dem Kreis Olpe. Die Gerlingern fiebern dem Spiel entgegen. „Wir freuen uns auf das Abenteuer Westfalenliga. Es ist alles angerichtet. Jetzt müssen wir nur noch ein ordentliches Fußballspiel sehen“, sagt Stefan Büdenbender, der Sportliche Leiter des FSV.

Und natürlich hofft Stefan Büdenbender auch auf einen würdigen Rahmen, sprich viele Zuschauer für die Partie. „Wenn zwei der drei besten Mannschaft gegeneinander spielen sollte schon der ein oder andere Zuschauer mehr kommen. Im Vorfeld hatte ich mich mit Tobias Stahlhacke, dem Sportlichen Leiter des SC Drolshagen, abgestimmt, dass wir uns nicht gegenseitig die Zuschauer wegnehmen. Deshalb war es toll, dass das Spiel Drolshagen gegen Wenden bereits am Freitag stattfand“, lobt Stefan Büdenbender die Zusammenarbeit mit den Nachbarvereinen.

Vorbereitung ist Schnee von gestern

Sowohl Stefan Büdenbender als auch Trainer Dirk Hennecke hoffen, dass ihr Mannschaft gut aus den Startlöchern kommt. „Die Vorbereitung war absolut suboptimal,“ blickt der Sportliche Leiter zurück, „aber das ist Schnee von gestern. Wir haben das aufgearbeitet. Die Mannschaft hat gut trainiert. Auch die Neuzugänge sind gut dabei. Ich habe aber auch nichts anderes erwartet. Jetzt hoffen wir, dass wir da weitermachen, wo wir in der vergangenen Saison aufgehört haben.“

Dem stimmt Dirk Hennecke zu: „Die Vorbereitung war sicher durchwachsen. Das hatte mehrere Gründe, unter anderem die Urlaubssituation. Vor allem die Vorstellung beim Gemeindepokal am Bieberg war nicht das, was wir uns vorgestellt haben. Aber das ist jetzt abgehakt. Ich bin froh, dass es endlich los geht.“ Wichtig sei es, dass sich seine Mannschaft in der neuen Umgebung nun so schnell wie möglich in Schwung komme und punkte. „Aber“, so betont Dirk Hennecke, „es wird bestimmt vier bis fünf Wochen dauern, bis wir wirklich wissen, wo wir wirklich stehen.“

Das erste Erfolgserlebnis soll möglichst am Sonntag gegen den FC Lennestadt geben herausspringen. Dirk Hennecke hat großen Respekt vor den Gästen: „Wir sind nicht chancenlos. Und ich hoffe, dass wir unsere Leistung am Sonntag auf den Platz bringen können. Aber es wird eine sehr schwere Aufgabe.“ Der FC Lennestadt habe viel Erfahrung und eine sehr eingespielte Mannschaft. Hennecke: „Darüber hinaus haben sie einige sehr gute Einzelspieler, was wir beim der 1:2-Niederlage im letzten Landesligaspiel vor 14 Monaten am Beispiel Florian Friedrichs leidvoll erfahren mussten. Ich wäre zum Start erstmal mit einem Punkt zufrieden.“

Fragezeichen hinter Co-Trainer Florian Brüser

Nur der Langzeitverletzte Steffen Schuchert ist auf jeden Fall nicht dabei. Ein dickes Fragezeichen steht allerdings hinter dem spielenden Co-Trainer Florian Brüser, der verletzt ist. Auch wieder dabei ist Steffen Scheppe nach seiner schweren Kopfverletzung am Ende der letzten Saison. „Er hat eine angefertigte Carbon-Maske. Ob er schon gegen den FC Lennestadt spielen wird, weiß ich natürlich nicht. Aber es ist ein gutes Zeichen, dass er wieder dabei ist“, freut sich Stefan Büdenbender.

Der FC Lennestadt hofft, im dritten Anlauf, endlich einmal mit einem Sieg in die Westfalenliga starten zu können. „Für das Selbstvertrauen wäre es sehr wichtig, mal mit einem Erfolgserlebnis zu starten, um nicht wieder sofort unter Druck zu geraten“, sagt FCL-Trainer Jürgen Winkel. Er weist die Favoritenrolle von sich: „Wir müssen weiter den Ball flach halten. Es wäre sicher schön, mit einem Sieg bei einem Aufsteiger zu starten. Aber Gerlingen hat eine sehr gute Mannschaft. In die Westfalenliga aufzusteigen, das ist schon was.“ Zudem verweist der FCL-Trainer auf die Ex-Olper David Ohm, Philipp Bredebach und Christoph Sauermann, die über Westfalenliga-Erfahrung verfügen. Winkel: „Außerdem ist sicher noch die Aufstiegseuphorie vorhanden. Wir müssen also höllisch aufpassen.“

Auch Jürgen Winkel ist froh, dass es endlich los geht. „Die Vorbereitung war eher durchwachsen. Wegen Urlaubs haben am Ende einige wichtige Spieler gefehlt und einige waren auch angeschlagen. Dadurch musste ich viel improvisieren. Letztlich waren die Spiele wenig aussagekräftig. Gut, dass jetzt die Meisterschaft beginnt. Aber es wird sicher noch vier Wochen dauern, bis wir wirklich wissen, wohin die Reise geht“, so Winkel.

Silas Haase erleidet Kreuzband-Anriss

Auch der FC Lennestadt kann fast aus dem Vollen schöpfen. So ist Florian Friedrichs, den in der Vorbereitung eine Knochenhautentzündung am Schienbein plagte, einsatzbereit. Lediglich Silas Haase wird längerfristig fehlen. Haase zog sich im Testspiel in Eslohe einen Kreuzband-Anriss zu. „Das ist schon ärgerlich und bitter, denn Silas war auf einem sehr guten Weg“, bedauert Jürgen Winkel den längeren Ausfall des jungen Innenverteidigers.

Kurios: In den vergangenen Jahren standen sich der FSV Gerlingen und der FC Lennestadt nur zweimal in einem Meisterschaftsspiel gegenüber. In der Landesliga-Saison 2017/18 gab es in im Henselstadion ein 1:1 und am 22. April 2018 am Gerlinger Bieberg einen 2:1-Sieg für den späteren Aufsteiger FC Lennestadt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben