Landesliga 2

FSV Gerlingen kann in Hüsten Fußballgeschichte schreiben

Die Fans des FSV Gerlingen dürften auch in Hüsten zahlreich vertreten sein.

Die Fans des FSV Gerlingen dürften auch in Hüsten zahlreich vertreten sein.

Foto: Lothar Linke

Gerlingen.   Nach zwei Jahren Abstiegskampf geht es für den FSV Gerlingen nun darum, beim SV Hüsten die Chancen auf die Westfalenliga am Leben zu erhalten.

Den ersten Matchball hat der FSV Gerlingen in Hohenlimburg vergeben. Aber der Fußball-Landesligist vom Bieberg, der in den beiden vergangenen Jahren gegen den Abstieg gespielt hat, kann immer noch Fußballgeschichte schreiben.

„Wenn wir das schaffen, wäre das eine der größten Sensationen, über die Grenzen unseres Ortes hinaus“, fiebert Gerlingens Sportlicher Leiter Stefan Büdenbender dem Endspiel am Sonntag in Hüsten und der möglichen Aufstiegsrelegation Christi Himmelfahrt gegen den Tabellenzweiten der Landesliga 4 entgegen.

Das wäre – Stand jetzt – der SC Westfalia Kinderhaus aus dem Münsterland, der nur noch bei einer Niederlage von den Verfolgern SV Eintracht Ahaus und SC Münster eingeholt werden kann.

Mit den Teams aus dem Münsterland hat sich Dirk Hennecke „eigentlich noch gar nicht so richtig beschäftigt“, nur so ein bisschen „gegoogelt“. Gerlingens Trainer konzentriert sich auf den ersten Schritt. Und das ist das letzte Meisterschaftsspiel beim Tabellenzehnten SV Hüsten.

Das Team vom Bieberg benötigt noch einen Punkt, dann kann Verfolger Erlinghausen machen, was er will. Erst danach wird sich FSV-Coach Hennecke u.a. beim ehemaligen Gerlinger Spieler Johannes Heine melden, der in Münster studiert und Informationen für die Relegation sammeln.

Katerstimmung ist verflogen

Von Enttäuschung nach dem ersten vergebenen Matchball in Hohenlimburg ist „bei keinem mehr etwas zu spüren“, betont Stefan Büdenbender. „Die Katerstimmung nach dem 0:1 war relativ schnell verflogen“, glaubt der Sportliche Leiter nicht, dass diese Partie noch eine Rolle spielt.

Büdenbender lenkt den Blick stattdessen nach vorne und erinnert daran, „was wir alles in dieser Saison erreicht haben“. Jetzt wollen sich die Gerlinger die Spielzeit in der Verlängerung – sprich Aufstiegsrelegation - „veredeln“.

Das Nachsitzen an Christi Himmelfahrt nimmt der Landesligist gerne in Kauf. Wo die Partie, die über den Sprung in die Westfalenliga entscheidet, angepfiffen wird, steht noch nicht fest. Stefan Büdenbender tippt angesichts der geografischen Lage von Sauer- und Münsterland auf die Mitte irgendwo im Hagener Raum oder Ruhrgebiet.

Vorsicht vor Hüstens Offensive

„Wir freuen uns auf die hoffentlich beiden letzten Spiele“, geht der Sportliche Leiter nach außen hin „ganz entspannt“ in das Saisonfinale.

„Es wird kribbeln am Sonntag“, macht sich Dirk Hennecke nichts vor. Aber diesmal ist es für den 38-jährigen „ein positives Kribbeln“. In den beiden letzten Jahren ging am Bieberg das Abstiegsgespenst umher. Ein 2:2 wie im Hinspiel würde dem Tabellenzweiten im Hochsauerland reichen.

Aber Vorsicht: Der SV Hüsten (82) hat nach Erlinghausen die meisten Tore in der Landesliga 2 geschossen. Angeführt wird die bärenstarke Offensive von den Torjägern Steffen Kern (25) und Philipp Völker (20). Die vermeintliche Schwachstelle der Gastgeber ist die Defensive mit 70 Gegentreffern.

Anspannung steigt

Für Hüsten kündigt Dirk Hennecke zwar „Vollgas“ an, was aber eher einer „kontrollierten Offensive“ entspricht. „Wir werden nicht auf Teufel heraus stürmen. Das ist ohnehin nicht unser Spiel. Wir werden unsere Chancen bekommen und müssen sie dann nutzen“, sagt Hennecke.

Je näher der Anpfiff am Sonntag rückt, je mehr wird es kribbeln. „Die Nervosität wird da sein, wir müssen sie so schnell wie möglich ablegen“, weiß Gerlingens Trainer natürlich um die nervliche Anspannung.

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