Landesliga

FSV Gerlingen zeigt gegen Menden Riesen-Moral

Enge Bewachung für Tim Weber.

Enge Bewachung für Tim Weber.

Foto: Lothar Linke

Gerlingen.   Eine „phänomenale Moral“ bescheinigte Dirk Hennecke, Trainer des Landesliga-Tabellenführers FSV Gerlingen, seiner Mannschaft.

Was er meinte, ließ sich nicht nur an der Torfolge ablesen. Auf diesem Sektor machten die Gerlinger im Spitzenspiel der Fußball-Landesliga aus einem 0:1-Rückstand gegen den Dritten BSV Menden innerhalb von fünf Minuten einen 2:1-Sieg. Noch mehr aber beeindruckte Hennecke, wie die Mannschaft einen Vorfall wegsteckte, der allen, die in miterlebt haben, noch länger in den Knochen gesteckt haben dürfte.

Ohne Verschulden beider Seiten

Es war in der 38. Minute, als der Gerlinger Mittelfeldspieler Steffen Scheppe und sein Mendener Gegenpart Daniel Bald ohne Verschulden einer der beiden Seiten etwa 25 Meter vor dem Mendener Tor im Kampf um den Ball mit den Köpfen zusammen prallten.

Während der Gästespieler weitermachen konnte, musste der Gerlinger Spieler mit dem Notarztwagen abtransportiert werden. „Ich hoffe nicht, dass es so schlimm ist, wie es im ersten Moment aussah. Und es sah wirklich übel aus,“ berichtete Dirk Hennecke. Entsprechend „unglaublich“ sei es für ihn gewesen, wie die Mannschaft zurück gekommen sei.

Dass überhaupt Tore fallen würden an diesem Tag, danach sah es am Bieberg bis weit in die zweite Halbzeit nicht aus. Es herrschte Chanen-Flaute, und es musste in der 58. Minute schon eine umstrittene Handspiel-Entscheidung herhalten, um den ersten Treffer einzuleiten. Pascale Stahl soll die Kugel mit dem Arm gespielt haben. Was er nachher im Kabinengang rigoros abstritt und sich mit der rechten Hand auf die linke Schulter schlug. Dorthin ist der Ball gegangen. Wie auch immer: Die Freistoß-Hereingabe köpfte Jan Kießler zur Mendener Führung ein.

Und wenn die Vokabel, „phänomenal“ schon einmal strapaziert wurde, dann kann sie auch auf das 1:1 angewendet werden. Philipp Bredebach kam von der Bank, lief in Position und traf mit seiner allerersten Ballberührung. Eine Flanke von David Ohm zog er ins lange Eck. Mehr Joker geht nicht. „Ich hab die Innenseite hingehalten,“ kommentierte er sein Husarenstück lässig. Marcel Laube legte in der 72. Minute per Foulelfmeter, den Andreas Gerlach an Lukas Rademacher verursacht hatte, und der ein Klarer war, das 2:1 nach.

Eigentlich hatten die Gerlinger allen Grund zur Freude, sportlich war es ein Tag wie gemalt für sie, zumal bald die Niederlage des Verfolgers Hohenlimburg durchsickerte und der FSV nun sechs Punkte vorn liegt.

Aber dass es Wichtigeres gibt als Fußball, wurde in diesen Minuten deutlich. „Ich hätte die drei Punkte heute gern eingetauscht, wenn das mit Steffen nicht passiert wäre,“ sagte Dirk Hennecke, „wenn man unten in der Kabine saß, was da für eine Stimmung herrscht, und das obwohl wir heute mit 2:1 gewonnen haben, dann weiß man, was diese Verletzung von Steffen für die Mannschaft bedeutet.“

Mit Genesungswünschen eröffnete auch Gästetrainer Kevin Hines sein Statement: „Ich wünsche, dass es dem Spieler schnell besser geht. Sowas braucht kein Mensch. Da ist das Ergebnis am Ende des Tages zweitrangig.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben