Walking Football

Fußball ein Laufsport? Hier nicht!

Friedhelm Gabriel (vorn links) hat Walking Football in Helden ins Leben gerufen.

Friedhelm Gabriel (vorn links) hat Walking Football in Helden ins Leben gerufen.

Foto: Till Gabriel

Helden.  Der FSV Helden bietet Walking Football an, eine Variante insbesondere für die, die nicht mehr am Senioren- oder Altliga-Betrieb teilnehmen können.

Es ist schon ein kurioses Bild, was sich donnerstags in der FSV-Arena in Helden ergibt. Während sich auf dem Kunstrasenplatz die erste Fußballmannschaft intensiv auf die kommende Aufgabe in der Kreisliga A vorbereitet, geht es auf dem benachbarten Kleinspielfeld gemäßigter zu. Dort wird seit einigen Wochen „Walking Football“ gespielt. Fußball im Schritttempo gewissermaßen.

Organisiert wird das Ganze von Friedhelm Gabriel. Der 54-jährige Finanzbeamte war einst selbst für den FSV Helden aktiv, am regulären Altherrenbetrieb kann er aufgrund von Verletzungen und anhaltenden Kniebeschwerden nicht mehr teilnehmen.

Durch Zufall entdeckt

Für die Alternative sorgt er seit einigen Wochen selbst: „Ich bin im Internet aus Zufall auf Walking Football gestoßen und war gleich interessiert. Nachdem ich mich weiter informiert hatte, habe ich gleich potenzielle Mitstreiter angerufen.“

Friedhelm Gabriel sieht in dieser besonderen Fußballvariante insbesondere für diejenigen, die wie er durch Verletzungen oder Altersbeschwerden nicht mehr am Senioren- oder Altliga-Betrieb teilnehmen können, eine tolle Gelegenheit „endlich mal wieder auf dem Fußballplatz zu stehen.“

Da nicht gelaufen werden darf und das Spiel weitestgehend körperlos ablaufen soll, werden Muskeln, Knochen und Gelenke geschont. „Es macht trotzdem großen Spaß und in Bewegung und ins Schwitzen kommt man auch im Gehen“, lacht Gabriel.

Steigende Beliebtheit

Seinen Ursprung fand „Walking Football“ in England. Selbst Länderspiele hat es schon gegeben. Auch in Deutschland erfreut sich die Geh-Variante steigender Beliebtheit. So besitzen bereits einige Bundesligaklubs, unter anderem Bayer 04 Leverkusen und der FC Schalke 04, Altherren-Teams, die lieber gehen als laufen.

Grätschen ist tabu

Die Regeln sind ein Mix aus olympischem Gehen, Futsal und normalem Fußball. Wie beim Gehen muss stets ein Bein den Boden berühren, ansonsten wird abgepfiffen und dem Gegner ein Freistoß zugesprochen. Ähnlich wie bei der Hallenfußballvariante Futsal gibt es keinen Einwurf, der Ball wird wahlweise eingekickt oder -gerollt. Grätschen sind tabu, auch Körpereinsatz ist nicht erwünscht, wenngleich sich dieser nicht immer vermeiden lässt. Auch Kurzpass-Fanatiker Pep Guardiola hätte wohl seine Freude am Walking Football, denn der Ball muss flachgehalten und darf maximal auf Hüfthöhe gespielt werden. Eine besondere Regel ist das Ausführen der Eckstöße, die von jedem Punkt der Torauslinie ausgeführt werden dürfen, vorausgesetzt einer Mindesttorentfernung von drei Metern. Meist wird auf kleinem Feld mit kleinen Toren gespielt, was allerdings je nach Teamgröße variiert werden kann.

Im Repetal treffen sich donnerstagabends nach anfänglichen Schwierigkeiten mittlerweile konstant sechs bis zehn Personen zum Geh-Fußball. „Wir freuen uns weiterhin über jeden Neuzugang. Alter, Talent und Geschlecht spielen keine Rolle“, sagt Friedhelm Gabriel, „es ist einfach schön wieder auf dem Platz zu stehen und Fußball zu spielen.“

Wer mehr über Walking Football in Helden erfahren oder selbst mal mitkicken möchte, kann sich bei Friedhelm Gabriel, Telefon: 0160/96852042, informieren.

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