Umfrage

Fußball im Corona-Krisengebiet: Reisen mit mulmigem Gefühl

Diese Bilder sind vorerst Vergangenheit: Fußballfans ohne Maske.

Diese Bilder sind vorerst Vergangenheit: Fußballfans ohne Maske.

Foto: martin droste / WP

Kreis Olpe.  Die Corona-Bestimmungen haben sich im Kreis Olpe, seit Mittwoch Risiko-Gebiet, verschärft.

Das trifft auch den Fußball. Inwieweit, das haben wir bei Vereinsverantwortlichen erfragt.

Joachim Schlüter (Vorsitzender des VfR Rüblinghausen): „Wir haben unser Hygienekonzept und werden natürlich verstärkt darauf achten, dass sich die Zuschauer auch daran halten. Als Änderung kommt ja dieses Mal hinzu, dass die Zuschauer auch auf ihren Plätzen während des Spiels einen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen. Da sind wir mit unseren Ordnern natürlich gefragt, dass sich alle Zuschauer daran halten. Dass diese Neuerung Auswirkungen auf die Zuschauerzahl hat, kann ich mir nicht vorstellen. Wer das Spiel sehen will, der kommt, auch wenn er eine Maske tragen muss. Wir werden zwischen 20 und 25 Helfer im Einsatz haben, um alle Regeln einhalten zu können.“

Thomas Bassitta (Vorstandsmitglied des SV 04 Attendorn): „Wir sehen uns sehr gut vorbereitet für die neuen Auflagen. Unser Hygienekonzept steht und hat sich in den vergangenen Heimspielen bereits bewährt. Wir haben von der Stadt und auch dem Kreis viel Lob für unsere Umsetzung bekommen. Was das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes angeht, ist die Vernunft eines jeden Zuschauers gefragt, sich auch daran zu halten. Wir haben aber auch viele Ordner im Einsatz, die darauf achten werden, dass sich die Besucher daran halten. Abhalten wird die neue Regelung keinen, das kann ich mir nicht vorstellen. Vielmehr ist die Entwicklung ja so, dass seit Jahren eigentlich immer die gleichen Leute zu den Spielen kommen. Und die werden sich auch nicht an den neuen Regeln stören. Die kommen, um Fußball zu gucken und dass sie eine Maske tragen müssen, wird sie nicht stören.“

Kai Müller (Vorsitzender des FSV Gerlingen): „Wir spielen am Wochenende in Herne, einem weiteren Risikogebiet. Da fragten schon einige Spieler nach, ob das Spiel denn stattfinden würde. Aber es wird gespielt, wenn es keinen positiven Fall gibt.

Die Ansteckungsgefahr beim Spiel selbst ist minimal. In den Kabinen und den Wegen außerhalb werden wir uns natürlich an die Maskenpflicht halten. Für unser Heimspiel nächste Woche haben wir unser Hygienekonzept und haben die Ordner angewiesen, darauf zu achten, dass alle Zuschauer Masken tragen. Sollte den Ordnern oder einem Vorstandsmitglied jemand auffallen, der seine Maske nicht trägt, dann werden wir diesen mit einem Platzverbot belegen. Das werden wir äußerst konsequent umsetzen.“

Björn Schneider (Vorstandsmitglied der SpVg Olpe): Im Kreuzbergstadion Olpe gastiert Rot-Weiß Hünsborn zum Kreisderby. Nur: Was tun, wenn sich ein Zuschauer sich weigert, den Mund- und Nasenschutz aufzusetzen? „Ich denke, wir werden die Betreffenden ermuntern, die Maske aufzusetzen, im Sinne aller“, antwortete Björn Schneider, „und wenn sich einer weigert, werden wir ihn des Feldes verweisen müssen“.

Der Verein denkt darüber nach, mehr Ordner aufzubieten. Schneider: „Wie ich unsere Zuschauer kenne, sind die sehr vernünftig. Ich gehe nicht davon aus, dass es Probleme gibt“. Stand gestern ist der SpVg erlaubt, Wurst und Getränke anzubieten. Schneider: „Den Leuten zuzumuten, zwei Stunden nichts zu essen und nichts zu trinken, das geht nicht“.

Noch keine Antwort hat die SpVg Olpe darüber, wie viele Zuschauer zugelassen sind. Sind es die 20 Prozent des Fassungsvermögens? Björn Schneider lacht: „Wenn wir 20 Prozent der zugelassenen Zuschauer reinlassen dürfen, haben wir kein Problem“. Klar: Das wären 1000 Fans. Tausend. Denn die offizielle Kapazität des Stadions liegt bei 5000. Stellt sich die Frage, ob nicht sogar Zuschauer fern bleiben, weil sie keine Lust haben, zwei Stunden lang die Maske zu tragen. Björn Schneider: „Da kann ich keinem böse sein, aber wir freuen uns über jeden, der kommt“.

Andreas Eickelmann (Vorsitzender des FC Lennestadt): Fußball-Westfalenligist FC Lennestadt reist von einem Risikogebiet ins andere. Denn Dortmund, wo der TuS Bövinghausen zuhause ist, trägt dieses „Prädikat“ seit gestern ebenfalls.. „Ich sehe das sehr skeptisch“, sagt Eickelmann. Was dem FCL blühen könnte: „Wir müssen befürchten, dass wir von Dortmund ohne zu duschen, nach Hause fahren müssen“.

Man reise mit mulmigem Gefühl nach Dortmund, und das nicht im Bus, sondern in einzelnen Pkw. Im Bus gelte: Maske die ganze Fahrt über, nichts essen, nichts trinken. „Dann fahren wir lieber mit Pkw“. Wenngleich es im Bus viel schöner sei, die gemeinsame Fahrt fördere auch die Kameradschaft. Eickelmann lacht: „Ich bin immer gern mit dem Bus mitgefahren. Da hattest du irgendwo am Halterner See verloren, in Dortmund warst du schon beim Unentschieden kurz vor Lüdenscheid hattest du gewonnen“.

Was Dortmund betrifft, hat Eickelmann so seine Erfahrungen: „Bei unserem Spiel in Schüren haben wir nicht eine Flasche Wasser gekriegt. Wegen Corona. Und draußen standen die Zuschauer, soffen Bier und lagen sich in den Armen. Jeder Verein macht es anders“.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben