Aufstieg

Grenzenloser Jubel in Hützemert und Rhode

Der Hützemerter SV nach dem 11:0 gegen Rothemühle II

Foto: Volkher Pullmann

Der Hützemerter SV nach dem 11:0 gegen Rothemühle II Foto: Volkher Pullmann

Rhode/Hützemert.  Der Hützemerter SV und der TuS Rhode haben im zweiten Anlauf den Aufstieg in die Fußball-Kreisliga A geschafft.

Jubelnd und erleichtert lagen sich die Spieler und Verantwortlichen des TuS Rhode in den Armen. Nachdem vergangene Woche der erste Matchball in Listerscheid vergeben wurde, feierte der TuS einen 2:1 Erfolg über die SG Albaum/Heinsberg und damit den Aufstieg in die Kreisliga A.

„Das war ein echtes Herzschlagfinale“, atmete Bärbel Schulze, Leiterin des Ressort Fußball-Senioren, tief durch. „Die Anspannung war spürbar hoch und ich bin froh, dass wir nicht noch eine Woche warten mussten.“ Der Mannschaft von Trainer Thomas Hütte war die Bedeutung der Partie durchweg anzumerken. Selbst die frühe Führung durch Johannes Schoppe brachte keine Sicherheit (7.). Thomas Hütte war stolz auf seine Truppe: „Heute sind wir mit Nicolas Schwade und Lukas Hesse mit zwei A-Jugendlichen angetreten, haben eine junge Mannschaft in dieses wichtige Spiel geschickt. Diese hat das richtig toll gelöst und sich belohnt.“ Kurz nach Wiederanpfiff erhöhte Johannes Knorn auf 2:0 (49.), bevor Henrik Kordes in der Schlussphase den Anschlusstreffer erzielte (79.).

Sechs Jahre nach dem Abstieg aus der Kreisliga A schaffte der TuS Rhode nun die Rückkehr, im vierten Jahr hat Thomas Hütte als Trainer das Zepter in der Hand, der die Rhoder nach dem zwischenzeitlichen Abstieg in die Kreisliga C zurück in die B führte und nun ins fünfte Jahr geht. „Das 1:0 war der 500. Treffer unter Thomas Hütte“, jubelte Bärbel Schulze, während der Erfolgstrainer es treffend zusammenfasste: „Das ist jetzt der Lohn für die Schinderei und Quälerei.“ Torjäger Miki Frtunic, mit 40 Jahren ältester Rhoder Akteur, lobte nochmals die junge Mannschaft: „Das ist eine tolle Entwicklung. Unsere Nachwuchsspieler haben das super durchgezogen und den verdienten Lohn geerntet. Wir konnten uns ja sogar den Luxus leisten, ein Spiel zu verlieren. Insgesamt ist das einfach klasse und das wird jetzt richtig gefeiert.“

Hützemerter SV

„Wir woll’n den Hupertz seh’n, wir woll’n den Hupertz seh’n“ – und dann brachen endgültig an der Eulenbuche alle Dämme. Als Aufstiegstrainer Frank Hupertz den Schlachtruf seiner Jungs hört, war ihm klar, was die Stunde geschlagen hatte. Nachdem die Fußballer des Hützemerter SV zuvor brav abgewartet hatten, solange ihr „Chef“ der WP Rede und Antwort stand, nahm er Reißaus – erfolglos. Die Bierdusche war nicht zu vermeiden.

Während sich bei den Fans der Jubel in Grenzen hielt – zu selbstverständlich wurde das 11:0 (3:0) gegen den Vorletzten vom SV Rothemühle 2 und der damit verbundene sichere Gang in die Kreisliga A aufgenommen – war die Freude bei den Aktiven grenzenlos. Zu viele sportliche Rückschläge musste der Verein in den letzten Jahren verkraften. Nach fünf Jahren Bezirksliga führte der Absturz in der Kreisliga B.

Die kontinuierliche Aufbauarbeit von Trainer Hupertz machte sich bezahlt. „Mit den beiden Rückkehrern Timo Halbe vom SV Ottfingen und Robert Theile vom FC Altenhof kam viel Erfahrung in die Mannschaft,“ blickte Hupertz auf den Saisonstart zurück. Gemeinsam mit der Routine dieser Hützemerter Gewächse und einer jungen erfolgshungrigen Mannschaft spielte der HSV in der Saison immer oben mit.

„Es war schon unser Ziel, oben mitzuspielen, Platz drei oder vier hatten wir schon im Visier“, so der Erfolgscoach weiter, „mit dem jetzt besiegelten Aufstieg ist uns das ganz gut gelungen.“ Ob es sein erster großer Erfolg sei? „Ja, vorerst.“ Da hört man viel Ehrgeiz heraus. Aber die Saison ist ja noch abgeschlossen. Zwei Spieltage fehlen noch. „Jetzt wollen wir auch Meister werden, wir haben es in eigener Hand.“

Wie sieht die personelle Perspektive aus? Julian Ziegeweidt, Vorsitzender des HSV, nennt die Problematik, die sich nicht nur mit dem demografischen Wandel erklären lässt: „Es mangelt an Nachwuchs. Fußball ist schon lange kein Selbstläufer mehr. Wir wollen mit jungen Leuten arbeiten und werden aber mit der SG Schreibershof eine Spielgemeinschaft eingehen.“

Zwei Jahre war Frank Hupertz allein verantwortlich. Die Früchte seiner Arbeit dokumentieren sich an der ausgelassenen Freude seiner Truppe.. „Er hat schon für die neue Saison unterschrieben“, atmet der Vereins-Boss durch und weiß die Mannschaft in besten Händen. Unterstützt wird Hupertz im neuen Spieljahr von Timo Halbe, der auf dem Feld kürzer treten will, aber als Co-Trainer zur Verfügung steht. „Zunächst aber wollen wir die Spannung hochhalten, um oben zu bleiben“, will Huperz noch keine Titel-Vorschusslorbeeren – der Titel fehlt ihm ja schließlich noch.

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