Neujahrsturnier

Große Tradition steht vor dem Aus

Ein Bild, das es in der Rundturnhalle sobald nicht mehr geben wird: Das Internationale Tischtennis-Neujahrsturnier steht vor dem Aus. 

Ein Bild, das es in der Rundturnhalle sobald nicht mehr geben wird: Das Internationale Tischtennis-Neujahrsturnier steht vor dem Aus. 

Foto: Martin Droste

Attendorn.  Das Internationale Tischtennis-Neujahrsturnier des TV Attendorn ist seit vielen Jahren der erste Höhepunkt im Sportjahr des Kreises Olpe.

Jetzt steht die traditionsreiche Großveranstaltung in der Rundturnhalle vor dem Aus. Nach „einem längeren Abwägungsprozess“, so Tischtennis-Abteilungsleiter Dr. Johannes Wilkmann, wurde die 33. Auflage des Neujahrsturniers abgesagt. „Uns tut das allen sehr leid, aber es hat keinen Zweck“, ist Wilkmann die Enttäuschung deutlich anzumerken.

„Lange damit gerungen“

Vereinschef Andreas Ufer spricht von einer Entscheidung, die den Verantwortlichen nicht leicht gefallen sei. „Wir haben lange damit gerungen“, betont der 1. Vorsitzende des Turnvereins Attendorn. Aber am Ende blieb Wilkmann und Co. wohl keine andere Wahl.

Der Knackpunkt war der Turnierausfall 2016. Damals wurden in der Rundturnhalle Flüchtlinge einquartiert. Die Dreifach-Sporthalle stand monatelang nicht für den Vereins- und Schulsport zur Verfügung.

Der Ausfall verstärkte eine Entwicklung, die schon eingesetzt hatte. Trotz des großen Einsatzes von Abteilungsleiter Dr. Johannes Wilkmann, Turnierleiter Roland Eggers und Chef-Statistiker Oliver Maczioschek gingen die Teilnehmerzahlen zurück und erreichten nie mehr das Niveau früherer Jahre, mit Spitzenwerten von über 500 Aktiven. Vor allem im Mädchen- und Damenbereich ließen die Meldungen deutlich nach.

Auch sind die Zeiten vorbei, als sich in der Herren-S-Klasse deutsche und internationale Zelluloidkünstler tummelten. „Da geht die Tür auf, und auf einmal kommen fünf Chinesen herein“, brachte es Turnierleiter Roland Eggers einmal auf den Punkt. Einen Stammgast hatten Zuschauer und Organisatoren besonders ins Herz geschlossen: Altmeister Wilfried Lieck aus Lüdenscheid, im Tischtennis eine Legende.

Immer weniger Helfer

Bis zuletzt schaffte es Gastgeber TV Attendorn, eine quantitativ gut besetzte Herren-S-Klasse – das Aushängeschild des Neujahrsturniers - an den Start zu bringen. Aber es fehlte zunehmend die Klasse vergangener Jahre. Das lag auch daran, dass die Spielpläne der 1. und 2. Bundesliga keine Rücksicht auf die Traditionsveranstaltung in Attendorn genommen haben.

Hinzu kommen vereinseigene Probleme. Für die vielen Arbeitsstunden einer solchen Großveranstaltung standen aus unterschiedlichen Gründen immer weniger Helfer zur Verfügung. Allein die Logistik mit dem Transport sowie Auf- und Abbau der Tischtennisplatten hat es in sich und sorgt für Spät- und Nachtschichten. Dazu kommen drei intensive Turniertage.

Am Ende blieb den Verantwortlichen keine andere Wahl, als das 33. Internationale Tischtennis-Neujahr abzusagen. „Das ist vom Aufwand so nicht mehr zu stemmen“, berichtet TVA-Vorsitzender Andreas Ufer. „Wir haben schon das ganze Jahr darüber nachgedacht“, haben sich Dr. Johannes Wilkmann und der Abteilungsvorstand die Entscheidung nicht leicht gemacht. Zumal alle Verantwortlichen beim Turnverein wissen, dass damit das endgültige Aus für dieses über Südwestfalen hinaus bekannte Turnier besiegelt sein dürfte.

„Das Turnier war eine überregionale Werbung für die Stadt Attendorn“, bedauert Rüdiger König das Aus. Der Vorsitzende des Stadtsportverbandes zeigt allerdings Verständnis für den Schritt. „Ein solches Turnier ist eine enorme Kraftanstrengung. Da müssen alle an einem Strang ziehen.“

Gerhard Kleinke ist zusammen mit Roland Eggers ein Mann der ersten Stunde. 16 Jahre stand der Attendorner an der Spitze der Tischtennis-Abteilung und war bei allen 32 Neujahrsturnieren mit seiner Ehefrau Marlies im Einsatz. Kein Wunder, dass der 82-Jährige das Aus bedauert. „Da blutet mir schon ein bisschen das Herz. Aber nicht nur mir.“

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