Handball

Handball: So soll es mit dem Spielbetrieb weitergehen

Kreisvorsitzender Klaus Kraß will das Konzept des Handballverbandes Westfalen „nach unten umsetzen“.

Kreisvorsitzender Klaus Kraß will das Konzept des Handballverbandes Westfalen „nach unten umsetzen“.

Foto: mewa / Mewa

Kreis Olpe.  „Der Handballverband Westfalen stellt die Weichen für den weiteren Saisonverlauf“, verkündet der Verband auf seiner Internetseite.

Was das für die höherklassigen Mannschaften von der Oberliga bis zur Landesliga bedeutet, hat der HV Westfalen nach einer Video-Konferenz des Präsidiums mit den Vorsitzenden der Handballkreise einstimmig festgelegt. „Das ist eine sehr gute Sache“, lobt Vorsitzender Klaus Kraß das vorgelegte Konzept und will es nach Möglichkeit in seinem Handballkreis Lenne-Sieg übernehmen. Höher als Bezirksliga spielen im Kreis Olpe die Landesliga-Herren des TV Olpe und der SG Attendorn/Ennest sowie die Landesliga-Frauen der SG Attendorn/Ennest.

Kein Abstieg 2020/21

Zum neuen Konzept für den Re-Start gehören die freiwillige Teilnahme der Vereine an einer Art Aufstiegsrunde, kein Abstieg in der Saison 2020/21- dafür ein vermehrter Abstieg in der nächsten Spielzeit, die mögliche Verlängerung des Jugend-Spielbetriebs auf Westfalenebene bis zu den Sommerferien und der Start der neuen Saison 2021/22 bereits am letzten August-Wochenende. Wer Aufstiegsambitionen hat, muss sein Team melden. Hier hat Klaus Kraß die starken Landesliga-Herren des TV Olpe im Blick, die möglicherweise Verbandsliga spielen wollen. Alle anderen Vereine, so der Vorsitzende des Handballkreises Lenne-Sieg, hätten nach diesem Modell in Sachen Abstieg „Planungssicherheit“. Der Re-Start könnte im April oder Mai erfolgen.

Weil die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in den Ober-, Verbands- und Landesligen der Frauen und Männer zum 1. März angesichts der aktuellen Corona-Situation unwahrscheinlich ist, kann die nach wenigen Spieltagen unterbrochene Saison wohl auch nicht als Einfach-Runde zu Ende gespielt werden. Das war bislang der Plan B des Handballverbandes Westfalen. Aber von den Verantwortlichen im Verband und auch in den Vereinen kann sich kaum jemand vorstellen, dass die Sporthallen nach dreimonatiger Pause schon Anfang Februar wieder für den Trainingsbetrieb geöffnet werden.

Mehr Planungssicherheit

Und hier greift die vom westfälischen Verband und den Kreisvorsitzenden einstimmig beschlossene Variante, die Andreas Tiemann (Vizepräsident Spieltechnik) und Bernd Kuropka (stellv. Vorsitzender der Technischen Kommission) erarbeitet haben. „Mit den nunmehr vorgestellten Abläufen haben die Vereine ein bisschen mehr Planungssicherheit in dieser unruhigen Zeit. Vereine, die aktuell nicht spielen können oder wollen, brauchen nicht befürchten, dass sie aufgrund des Virus absteigen müssen. Ich bin der Überzeugung, dass wir mit diesem Angebot die Interessen der Vereine erfüllen werden. Für jeden Verein, der spielen kann und möchte, haben wir nunmehr ein Angebot“, betont Kuropka.

Die Vereine sollen wählen können, ob sie an einer Aufstiegsrunde oder einem anderen Wettbewerb teilnehmen wollen. Sportliche Absteiger sind nicht vorgesehen. Nur Vereine, die nicht erneut für den Spielbetrieb melden, werden bei der Saisonplanung 2021/2022 nicht mehr berücksichtigt. Wenn laut Verband „ein Start am 1. März mit einer entsprechenden Vorbereitungszeit nicht möglich ist, werden – sofern dann zulässig – im April und Mai unter allen aufstiegswilligen und -berechtigten Vereinen die vorgesehenen Aufsteiger in den einzelnen Spielklassen ausgespielt.“ Das erfordere eine Neuorganisation der Staffeln. Für alle Vereine, die keine Aufstiegsambitionen haben, aber wieder spielen wollen, wird ein Wettbewerb mit Freundschaftsspielcharakter angeboten. Eine Art „Corona-Pokal“.

Klaus Kraß lobt Konzept

Andreas Tiemann (Vizepräsident Spieltechnik) fasst das Ergebnis der Video-Konferenz so zusammen. „Natürlich wäre eine komplette Serie für alle Beteiligten besser. Aber das ist unter den aktuellen Bedingungen leider nicht möglich. So kommt der Handballverband seiner Hauptaufgabe, der Organisation eines Spielbetriebes, nach. Gut ist, dass eine große Einigkeit zwischen den Kreisvorsitzenden, dem Ehrenpräsidenten und den Mitgliedern des Präsidiums bestanden hat, so dass wir schon so frühzeitig die Weichen stellen können."

„Ich halte das für sehr gut“, will Klaus Kraß das Konzept des Handballverbandes Westfalen „nach unten umsetzen“. Allerdings hakt es im Handballkreis Lenne-Sieg noch an zwei Stellen. Mit dem Handballkreis Oberberg (Verband Mittelrhein) gibt es eine verbandsübergreifende Kooperation in der neuen Frauen-Kreisliga und der weiblichen A-Jugend. Der Oberbergische Kreis hat sich zu einem der Corona-Hotspots entwickelt. Einen kreisübergreifenden Spielbetrieb gibt es in den Bezirksligen. Hier hatten sich die Kreise Lenne-Sieg, Iserlohn/Arnsberg, Hagen/Ennepe-Ruhr, Ruhrgebiet und Dortmund eigentlich darauf verständigt, die Saison in den gemeinsam betriebenen Bezirksligen Ruhrgebiet und Südwestfalen abzubrechen, wenn es bis zum zweiten März-Wochenende keine Wiederaufnahme des Spielbetriebs geben sollte.

Jugend ist am härtesten betroffen

Auf im Jugendbereich soll laut Klaus Kraß „wenn es möglich ist, irgendetwas angeboten werden“. Die Jugendhandballer sind am härtesten von der Corona-Zwangspause betroffen. Der Spielbetrieb liegt komplett auf Eis und könnte wohl nur wieder aufgenommen werden, wenn die Saison nicht wie üblich nach Ostern endet, sondern bis zu den Sommerferien verlängert wird.

Wie der Handball-Verband Westfalen mitteilt, hat sich Vizepräsident Jugend Patrick Puls „mit der zentralen Frage, ob man diesem „Corona-Jahrgang“ nicht zumindest noch die Chance auf einen Wettkampf in seiner jetzigen Altersklasse geben sollte, in sechs Online-Konferenzen an die Vereine gewandt und auch daraufhin viele Gespräche geführt.“ „Natürlich hat gerade für unsere Jugendlichen die Rückkehr zum Trainingsbetrieb …eine essentielle Bedeutung“, weiß Puls. Die Rückmeldungen zeigten, dass es allen Beteiligten sehr wichtig sei, den jungen Spielerinnen und Spielern „noch eine Perspektive auf eine Spielmöglichkeit für die bestehenden Mannschaften, die teilweise seit März 2020 nur trainiert haben, zu geben.“

Ob dies in der verkürzten Ausspielung von Meisterschaften anhand der bestehenden Staffelstrukturen enden könne oder nur noch Zeit für neu gebildete Kleingruppen bleibe, werde vom Zeitpunkt des möglichen Wiedereinstiegs abhängig sein. Auch bei diesem Punkt bestehe das Prinzip der Freiwilligkeit. „Die Alternative wäre nur, die Saison überhaupt nicht aufzunehmen und beim Wiedereinstieg mit den neuen Jahrgängen zu starten. Damit hätten wir den Jugendlichen ihr Jahr komplett genommen. Das wollen wir verhindern“, betont Vizepräsident Patrick Puls. Diese Ansicht teilte das Erweiterte Präsidium ebenfalls, so dass Puls als Vorsitzender des Jugendausschusses (JA) einen entsprechenden gemeinsamen Beschluss mit den Kreisen vorbereiten kann. Die Aufstiegsrunden könnten dann erneut erst nach den Sommerferien stattfinden.

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