Jubiläum

Handballer der Sportfreunde Ennest tippen seit 40 Jahren

An der Theke der Attendorner Gastwirtschaft „Kläppchen“ stoßen die Mitglieder des SFE-Lotto-Clubs am Jubiläumsabend auf die letzten 40 Jahre an.

An der Theke der Attendorner Gastwirtschaft „Kläppchen“ stoßen die Mitglieder des SFE-Lotto-Clubs am Jubiläumsabend auf die letzten 40 Jahre an.

Foto: Martin Droste

Ennest.   Seit zehn Jahren trifft sich der Lotto-Club der SF Ennest im im „Kläppchen“, dem Lokal von Doris und Ludger Theis, in Attendorn.

Eddie Jark kann sich noch genau an sein letztes Spiel erinnern. „Das war 2009, da stand ich mit 59 Jahren gegen den SV Würdinghausen 2 im Tor. Wir haben unglücklich mit zwei Toren verloren“. Der langjährige Torwart und Schiedsrichter ist einer von acht Handballern der SF Ennest, die sich seit 40 Jahren einmal im Jahr treffen und über alte Zeiten reden.

Jetzt saßen die Ex-Übungsleiter im „Kläppchen“ in Attendorn. Seit zehn Jahren trifft sich der Lotto-Club der SF Ennest im Lokal von Doris und Ludger Theis. Angefangen hat alles vor 40 Jahren bei „Gehle“, dem Vereinslokal der Sportfreunde Ennest. Dort trafen sich die Übungsleiter immer donnerstags zum Stammtisch. „Hier wurden besonders für den Jugendbereich die letzten Probleme für das nächste Wochenende geklärt“, erinnert sich Erich König, viele Jahre Geschäftsführer und Schiedsrichter des Vereins. Und an einem dieser Abende entstand auch die Idee für den SFE-Lotto-Club.

Torhüter in der Überzahl

Eine große Summe hat der Gemeinschaftstipp mit acht Reihen noch nicht gebracht. „Wir mussten alle weiterarbeiten“, lachen die sechs ehemaligen Handballer, die an diesem Jubiläumsabend zusammengekommen sind. Was früher mit der Hand ausgefüllt werden musste, erledigt Erich König längst am Computer. Anfallende Gewinne wurden in den Jugendbereich der SF Ennest gesteckt und reichen jetzt für den jährlichen Umtrunk.

Abgemeldet zum Treffen haben Gerhard Minkau, lange Jahre Spieler und Jugendtrainer, und der 73-jährige Alfred Brinker, Ex- Torwart und Jugendwart. Trotzdem sind die Torleute klar in der Überzahl. Mit Eddie Jark, Ludger „Lutz“ Selter, Franz-Josef „Lollo“ Springob und Siegfried Schulte sitzen gleich vier Ex-Handballer am Tisch, die in ihrer aktiven Zeit zwischen den Pfosten standen. Dazu kommt noch Friedhelm „Fritz“ Siepe, einer der Väter des 1963 aus der Taufe gehobenen Vereins. Seit der Gründung vor 55 Jahren bekleidet er wichtige Positionen, u.a. als Geschäftsführer und 1. Vorsitzender. Sein langjähriger Wegbegleiter Erich König war auch Frauenwart des Handballkreises Lenne-Sieg.

„Fritz“ Siepe hat den größeren Handball zwar mit dem kleinen Ball aus Zelluloid getauscht. Denn Tischtennis wird bei den SF Ennest nach wie vor angeboten. Und „Lollo“ Springob ist zum Karneval gewechselt.

Der Handballsport hat sie alle nicht losgelassen. Zum Beispiel Siegfried Schulte. Der Ex- Torwart und Abteilungsleiter hat erst als 27-Jähriger mit Handball angefangen. Der gebürtige Dünscheder war zuvor Fußballer u.a. beim SuS Bamenohl. Erst spät ist der Eisenbahner zum Handball gewechselt. Dass seine Frau aus dem Handball-verrückten Ennest stammt, dürfte eine große Rolle gespielt haben.

„Ennest war ein richtiges Handballdorf. Wir hatten 15 Mannschaften, die an jedem Wochenende bewegt werden mussten“, erzählt Franz-Josef Springob, den nicht nur in Ennest alle „Lollo“ nennen. Deshalb hatte die Donnerstags-Runde der Übungsleiter bei „Gehle“ immer viel zu bereden.

Der einzige Attendorner in der Runde ist der langjährige Jugend- und Damentrainer Ludger „Lutz“ Selter. Der mit 57 Jahren jüngste im Lotto-Club musste sich damals von seinem Vater einiges anhören, als er zu den SF Ennest ging. Inzwischen steht mit Marcel die nächste Generation Selter im Tor der SG Attendorn/Ennest, die 1992 aus der Fusion der Handballabteilungen von SF Ennest und VfB Attendorn entstanden ist.

Die Mitglieder des SFE-Lotto-Clubs haben noch die guten alten Zeiten des Ennester Handballs hautnah miterlebt. „In der Landesliga haben wir vor einigen Hundert Zuschauern gespielt“, berichtet „Lollo“ Springob.

Unvergessen ist auch das Kleinfeldturnier zur 750-Jahrfeier der Stadt Attendorn mit den Stars des VfL Gummersbach. „Damals war halb Attendorn auf den Beinen, um die Gummersbacher zu ihrer Glanzzeit zu sehen“, schwärmt Springob. Mit VfL-Star Hansi Schmidt gab es Jahre später ein Wiedersehen in der Rundturnhalle. Die Verpflichtung des wurfgewaltigen Ex-Nationalspielers als Spielertrainer der Sportfreunde war ein echter Coup.

Rückschlag Abmeldung Damenteam

Es gab aber auch Rückschläge. So musste die erfolgreiche Damen-Mannschaft aus der Regionalliga abgemeldet werden. „Wir haben uns die Hacken abgelaufen“, blickt Friedhelm Siepe zurück. Aber alle Bemühungen um finanzielle Unterstützung auch aus der heimischen Industrie blieben erfolglos.

Beim „Schwelgen in Erinnerungen“ überwiegen aber die vielen schönen Dinge. Wie lange sie sich noch treffen wollen? „So lange, bis der Letzte alleine da sitzt“, lacht Erich König. Dann geht es an die Theke. Zunächst aber nur, um ein Foto für die Zeitung zu machen.

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