Dawid Jaworski

„Hoffe, dass das Spiel gegen den VfL Bochum nachgeholt wird“

Dawid Jaworski verlässt die A-Jugend des SC LWL 05 im Sommer und will sich mit dem Aufstieg in die Landesliga verabschieden.

Dawid Jaworski verlässt die A-Jugend des SC LWL 05 im Sommer und will sich mit dem Aufstieg in die Landesliga verabschieden.

Foto: martin droste

Neu-Listernohl.  Nach drei Jahren im Seniorenbereich des SC LWL 05 übernahm Dawid Jaworski im Sommer 2019 die in der Bezirksliga spielende A-Jugend.

Mit der steht der Trainer aus Attendorn an der Tabellenspitze und vor dem Sprung in die Landesliga. Jetzt ruht auch für Jaworski und Co. der Spielbetrieb. Wir sprachen mit dem 36-Jährigen über die Anforderungen als Jugendtrainer, die Folgen der Coronakrise für den Fußball und mögliche geplatzte Träume.

Bis zum Sommer 2019 waren Sie beim SC LWL 05 Trainer der 1. Mannschaft. Dann sind Sie in den Jugendbereich gewechselt. Was waren die Gründe?

Dawid Jaworski: Als mein Abgang im Dezember 2018 beschlossen war, hatte ich auch Trainer-Angebote aus dem Seniorenbereich. Als mich der Jugendvorstand dann angesprochen hat, habe ich ziemlich schnell meine Zusage gegeben. Ich wollte nach sieben Jahren im Seniorenbereich mal was anderes machen.

Die A-Jugend von LWL ist Ihre erste Trainerstation im Jugendbereich. Was sind die großen Unterschiede zu den Senioren?

Im Jugendbereich wird die vorgegebene Taktik viel schneller umgesetzt, sei es Individual-, Gruppen,- oder Mannschafttaktik. Die Spieler hinterfragen nicht alles, sondern machen einfach.

Gleich in ihrem ersten Jahr stehen Sie mit LWL an der Tabellenspitze der Bezirksliga 4. Gibt es dafür ein Erfolgsrezept?

Ohne Fleiß kein Preis! Wir haben in der gesamten Saison bei fast jedem Training 15 Spieler da. Der Erfolg lässt dann nicht lange auf sich warten. Mein Motto lautet: So wie ich trainiere, spiele ich auch am Wochenende. Das war bei mir als Spieler schon so und jetzt gebe ich es an meine Spieler weiter.

Wir tun jetzt mal so, als wenn die Saison zu Ende gespielt würde. Wie realistisch sind die Aufstiegschancen in die Landesliga?

Wir haben noch acht Spiele zu absolvieren, unter anderem das Topspiel am 26. April in Sundern. Unsere Aufstiegschance sehe ich realistisch, aber es werden noch harte Wochen auf uns zukommen.

Glauben Sie persönlich daran, dass der Spielbetrieb wieder aufgenommen wird?

Ich glaube und hoffe, dass es am 26. April im Ligabetrieb weitergeht. Jedoch darf man kein Risiko eingehen, gerade wenn es um die Gesundheit geht.

Im Sommer wechseln die meisten Spieler in den Seniorenbereich. Ist die Landesliga dann überhaupt erstrebenswert und nicht eine Nummer zu groß?

Sicherlich wäre die Landesliga eine Herausforderung, aber daran wächst man doch. Es wäre auch eine gute Gelegenheit für auswärtige Spieler. Denn wann gab es das zuletzt, das A-Junioren im Kreis Olpe in der Landesliga gespielt haben.

Im Verein hatten sich alle auf das Westfalenpokal-Heimspiel gegen den U19-Bundesligisten VfL Bochum gefreut. Wie groß ist die Enttäuschung und glauben Sie noch daran, dass die Partie nachgeholt wird?

Ich hoffe, dass das Spiel nachgeholt wird. Das haben sich die Spieler wirklich verdient. Vor einer großen Kulisse zu spielen, das wäre für viele doch ein toller Abschied aus dem Jugendbereich.

Wie überbrücken Sie die wochenlange Spielpause. Wird das Training komplett ausgesetzt?

Aktuell trainieren wir nicht. Wir müssen abwarten, bis sich die Lage etwas beruhigt. Ich habe den Spielern gesagt, dass Sie sich mit Läufen fit halten sollen.

War der Coronavirus bis zur Entscheidung des Verbandes, alle Spiele auszusetzen, bei ihnen im Verein und in der Mannschaft ein großes Thema? Und welche Schutzmaßnahmen gab es?

Am Anfang hat man vielleicht gedacht, dass uns das nicht trifft. Doch als der Virus dann im Kreis Olpe angekommen ist, wurde man eines Besseren belehrt. Wir haben dann auf die Hygienevorschriften geachtet und zum Beispiel auf das übliche Abklatschen verzichtet.

Können Sie sich vorstellen, in den nächsten Jahren wieder eine Seniorenmannschaft zu trainieren oder wollen Sie im Jugendbereich bleiben?

Als nächstes würde ich gerne wieder eine Seniorenmannschaft trainieren. Das soll aber nicht heißen, dass der Jugendbereich für mich eine einmalige Sache war.

Hat es schon Gespräche mit LWL über die nächste Saison gegeben? Was macht Dawid Jaworski dann?

Ich habe in einem guten Gespräch Joaquin Extremera (Jugendvorstand, d. Red.) mitgeteilt, dass ich in der nächsten Saison nicht mehr die A-Junioren trainieren werde. Wohin mein Weg geht, steht noch in den Sternen.

Letzte Frage: Wohin geht die Reise bei uns im Jugendbereich? Wo sehen Sie die größten Probleme?

Im Alter zwischen 13 und 16 Jahren haben die Jungs oftmals andere Sachen als Fußball im Kopf. Ich finde, dass es deswegen im C- und B-Jugendbereich oft Spielermangel gibt. Es gibt zu viele Alternativen zum Fußball. Bei den Kleinen - Minis, F- und E-Jugend - ist das genau anders. Da hat man teilweise 20 Spieler pro Mannschaft. Aber auch die werden irgendwann mal 13 Jahre.

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