Handball-Kreisliga

HSG Lennestadt/Würdinghausen blickt in den Abgrund

Klaus Kraß und die HSG Lennestadt/Würdinghausen blicken in eine ungewisse Zukunft. .

Klaus Kraß und die HSG Lennestadt/Würdinghausen blicken in eine ungewisse Zukunft. .

Foto: meinolf Wagner

Lennestadt.  Mehr als zwei Jahrzehnte waren die Handballer aus Lennestadt Zuschauermagnet und Aushängeschild im Kreis Olpe. Doch die Gegenwart ist düster.

Wohin führt der Weg der traditionsreichen HSG Lennestadt/Würdinghausen? Einst, zu Zeiten der TSG Lennestadt waren die Handballer aus Meggen noch das Aushängeschild im Kreis, spielten mehr als 25 Jahre am Stück in der Verbandsliga. Doch inzwischen heißt die Realität: Abstiegskampf in der Kreisliga.

Der Aderlass war einfach zu groß. „Wir haben in zwei Jahren zwölf Spieler verloren. Oft nur mit sieben Spielern angetreten, aber die Nachwuchskräfte haben sich verhältnismäßig gut gehalten. Es sind praktisch nur noch Torhüter Dominik Krengel und Felix Beste übrig geblieben“, betonte HSG-Trainer Klaus Kraß, der bereits vor 20 Jahren den Aufschwung in der Verbandsliga als Trainer miterlebt hat.

Torhüter muss im Feld aushelfen

Sporadisch hilft ab und zu Sebastian Schulte, der langjährige Kapitän der HSG, aus. Zu allem Überfluss war Torhüter Dominik Krengel in Fellinghausen als Feldspieler im Einsatz. Anschließend folgte der Sturz in die Niederungen des Handballs im heimischen Zirkel.

Sprich in die Kreisliga A. In den vergangenen zwei Jahren konnte die HSG Lennestadt/Würdinghausen, so heißt der Verein nach dem Zusammenschluss mit dem SV Würdinghausen, auf gute Serien in der Kreisliga A zurückblicken. Bis zum Schluss klopfte das Team von Klaus Kraß an das Tor der Handballbezirksliga, doch auf den letzten Metern ging der Spielgemeinschaft die Puste aus. Ambitioniert sollte es auch in die neue Saison gehen.

Erste Sieben ist weggebrochen

Doch die Realität sah ganz anders aus. Die erste Sieben ist vollkommen auseinandergebrochen. Eckpfeiler wie Christian Bölsing (TV Olpe), Christopher Schmidt, Christoph Springob, Tim Schneider (beide SG Attendorn/Ennest), Fabian Sobbeck, Lars Gatermann, Thomas Hebbecker, Matthias Schuss, Lukas Simon und Simon Hofrichter (Laufbahnende) stehen aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung.

Es stellt sich die Frage: Wie sieht die Zukunft für den Traditionsverein aus? „Es wird nicht einfach werden, denn unsere erste Stammformation ist weggebrochen“, bilanziert Trainer Klaus Kraß, gleichzeitig Vorsitzender des Handballkreises Lenne/Sieg. „Es müssen alle Kräfte gebündelt werden, dennoch wird es eine Herkules-Aufgabe. Wenn wir den Klassenerhalt schaffen, ist dass wie eine Meisterschaft zu bewerten“, erklärt Kraß. Weiter weiß der erfahrene Handball-Fachmann: „Mit A-Junioren sollen die Verluste in der Breite aufgefangen werden. Eine gewisse Qualität ist schon vorhanden.“

In den bisherigen Spielen konnte der Klub nur sechs Punkte einfahren, dass bedeutet zwei Siege und zwei Mal Remis. Verstärkungen um in ein ruhiges Fahrwasser zu gelangen sind kaum möglich, dennoch ist die Truppe um Klaus Kraß fündig geworden.

Rüffert verstärkt HSG

Der Verein freut sich über einen wichtigen Neuzugang, der die Mannschaft für die Rückrunde stärken soll. Leon Rüffert kommt von der SG Iserlohn -Sümmern zur HSG und spielt auf der Rückraum- Mitte-Position. Aufgrund der spielfreien Zeit über den Jahreswechsel ist der Neuzugang am Sonntag beim Heimspiel in Kirchhundem gegen die VTV Freier Grund spielberechtigt. Leon Rüffert ist aus beruflichen Gründen in den Kirchhundemer Raum gezogen und schon seit längerem beim Training der HSG Lennestadt/Würdinghausen zu Gast, was ihm den Einstieg in den Kader erleichtern dürfte.

Die A-Junioren wie Jan Bulle (Rückraum-rechts), Bennet Venohr (Rückraum- links), Dennis Bauer (Kreis), sowie Robert Hermes müssen noch in das neue Umfeld heran geführt werden. „Sicher ist die Situation unbefriedigend, denn die Abgänge vor Saisonbeginn haben schon wehgetan, das führte zu Kapazitätsverlusten“, resümiert Helmut Beckmann - Lenneper der erste Vorsitzende.

Vor mehr als 20 Jahren waren die Handballer der HSG Lennestadt das Maß aller Dinge. Sie spielten vor großen Zuschauerkulissen im Handball-Tempel Auf’m Ohl in Meggen. Zeiten, die wohl so schnell nicht wiederkehren werden.

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