André Schrage

Hünsborner fährt die Stars von Galatasaray Istanbul

André Schrage aus Hünsborn vor seinem Riesen-Gefährt, mit dem er die Mannschaft von Galatasaray Istanbul zum Champions League Spiel auf Schalke fährt.

André Schrage aus Hünsborn vor seinem Riesen-Gefährt, mit dem er die Mannschaft von Galatasaray Istanbul zum Champions League Spiel auf Schalke fährt.

Foto: Privat

Hünsborn.  Noch am Tag danach war André Schrage beeindruckt: „Da herrschte eine Euphorie. Unglaublich!“

Schrage ist Busunternehmer aus Hünsborn. Und er war für gut 50 Stunden mit einer ganz speziellen Mission betraut. Von Montag bis Mittwoch früh fuhr der 50-Jährige die Fußballmannschaft von Galatasaray Istanbul, den Champions-Legaue-Gegner von Schalke 04, durch die Lande.

Er chauffierte die Stars vom Flughafen Düsseldorf ins Atlantic-Hotel nach Essen, brachte sie am Montag zum Abschlusstraining und tags drauf zum Spiel in die Veltins Arena. Um Mitternacht lieferte er die Fußballer aus der Türkei am Flughafen Köln/Bonn ab. Von dort aus startete eine Sondermaschine zurück nach Istanbul.

Schon der erste Teil der Fahrt war außergewöhnlich. André Schrage bekam auf dem Flughafen Düsseldorf eine „Rollfeld-Vorfahrt“. Das heißt: Die Mannschaft plus Trainerstab ging nicht durchs Gate, sondern stieg auf dem Rollfeld vom Flieger der Turkish Airlines direkt in den Bus.

Die Euphorie, von der André Schrage sprach, erlebte er auf den Straßen des Ruhrgebiets, wo viele Türken leben. „Die Fahrt in die Veltins Arena zum Abschlusstraining am Montag kann man sich ja dann vorstellen...“ sagt André Schrage und berichtet von Autokorsos, „über 25 Kilometer war ein Hupen, ein Fahnenschwenken, Filmchen drehen aus dem Seitenfenster heraus und Blinklichter.“ Schrage lacht: „So viel bin ich noch nie gefilmt worden.“

Ein Szenario, das ihm höchste Konzentration abverlangte. „Etwas grenzwertig war das schon,“ gibt der Hünsborner zu bedenken, „vor allem an den Kreuzungen, wenn die Ampel Rot war. Dann sprangen die Fans aus ihren Autos, machten Fotos vom Bus.“

André Schrage wohnte im gleichen Hotel wie die Mannschaft. Doch Kontakt mit den Spielern hatte er nicht. Sie war gut abgeschirmt. Nicht ohne Grund: „Vor dem Hotel waren bis in die Nacht Jubelgesänge der Fans. Ich habe im Bett gelegen, da habe ich’s immer noch gehört.“ Ab und zu seien am Abend vereinzelt Spieler raus gekommen, haben Fotos machen lassen und Autogramme gegeben, „um die ganze Sache zu beruhigen,“ berichtet André Schrage. Selbst für die Galatasaray-Spieler sei dies eine neue Erfahrung, vermutet André Schrage: „Das haben die, glaub ich, sonst nicht, dass so viel Begeisterung da neben dem Bus herfährt.“ Ihre Mannschaft mal vor Ort zu sehen, ist für die im Ruhrgebiet lebenden Galatasaray-Fans natürlich ein ganz seltenes Erlebnis. Das will gefeiert werden

Luxuriöse Ausstattung

Sicherheit geht über alles. Am Spieltag war Schrages Bus in der Tiefgarage des Hotels unter Verschluss. Um 19 Uhr am Dienstag wurde es dann ernst, Aufbruch zur, besser gesagt, in den Bauch der Veltins Arena. Alles mit Polizeibegleitung.

Sein Fahrzeug ist übrigens neutral. „Die Busse sollen nicht gebrandet sein, es soll beim Vorfahren nicht erkannt werden, welches Unternehmen fährt.“ weiß André Schrage. Nur ein dezenter Schriftzug ziert das große, schwarze Gefährt für 38 Fahrgäste und mit getönten Scheiben. Luxus also auch, was die Beinfreiheit anbetrifft, wo ein „normaler“ Bus doch um die 50 Sitze hat.

Seit 1996 leitet André Schrage das Hünsborner Unternehmen. Er hatte es von seinem Vater übernommen, „er hatte das vorher in kleinen Stil gemacht,“ informierte André Schrage. Wie kommt man an einen solchen Auftrag? Es ist keiner der beiden Vereine, die ihn buchen, und auch keine Agentur, die solche Fahrten vermittelt. Schrage: „Das ist eine Gemeinschaft, der ich ein paar Jahre angehöre. Die vermitteln Fahrten und greifen dabei auf bestimmte Fahrzeuge zurück.“

Mittwoch früh war Feierabend. „Dann muss der Bus schon wieder für die nächste Tour hergerichtet werden,“ blickte Schrage gestern schon voraus, stellte aber klar: „Die Fahrt mach’ ich nicht.“

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